Nach 32 Jahren: Trümmer vom Senna-Unfallauto aufgetaucht
Ein verborgenes Stück Formel-1-Geschichte: Das letzte bekannte Williams-Trümmerteil von Ayrton Senna wird künftig Fans zugänglich gemacht
Ayrton Senna im Williams FW16: Der Pfeil zeigt auf die Heckflügel-Endplatte
Foto: LAT Images
32 Jahre lang hat Bruno Grotti ein Geheimnis bewahrt. Jetzt hat er es gelüftet: Der 78-jährige Italiener besaß ein verschollen geglaubtes Trümmerteil des Williams FW16, mit dem der dreimalige Formel-1-Weltmeister Ayrton Senna 1994 in Imola tödlich verunglückte. Nun hat Grotti das Teil an eine Stiftung übergeben.
"Ich habe die Spende mit Freude gemacht - im Bewusstsein, dass dieses letzte Fragment des Autos mit Sennas Fans geteilt werden kann und nicht in die Hände von jemandem gerät, der daraus ein Geschäft machen wollte", erklärte Grotti, ein ehemaliger Sportwart in Imola.
Bei dem Trümmerteil handelt es sich um einen Teil der Heckflügel-Endplatte. Grotti fand sie nach dem Grand Prix in der Nähe der Unfallstelle. Er selbst hat Sennas Unfall nicht vor Ort miterlebt.
"Ich war damals von Donnerstag bis Samstag an der Strecke. An diesem verfluchten 1. Mai war ich als Sportwart nicht im Dienst, weil wir zwei Kommunionfeiern hatten", sagte Grotti.
Wie der Sportwart das Trümmerteil fand
Der italienische Rentner bezeichnete Senna als sein "Idol" und erklärte: "Nach der Tragödie spürte ich den Drang, zur Tamburello-Kurve zu gehen. Ich wollte Ayrton einen Moment der Andacht und des Gebets widmen."
Außerhalb der Rennstrecke entdeckte Grotti kleine Trümmerstücke. "Mein Blick ging aber etwas weiter. Im Gras erkannte ich den weißen Goodyear-Schriftzug auf dunklem Grund. Zu meiner großen Überraschung stand ich vor einem Stück des Williams. Ich nahm es mit und hielt es über all die Jahre verborgen."
Trotzdem erfuhren einige Personen von der Existenz des Trümmerteils. "Wer es wusste, suchte mich auf und bot mir übertriebene Summen dafür. Doch ich habe mich immer geweigert, es zu verkaufen", sagte Grotti.
Jetzt hat er die Heckflügel-Endplatte weitergegeben - an die Stiftung Don Sergio Mantovani, die in Modena ein Museum für den "Kaplan der Rennfahrer" errichten will. Der Geistliche pflegte zeitlebens eine enge Verbindung zum Motorsport und besonders zu Enzo Ferrari. 2018 starb Mantovani im Alter von 92 Jahren. Das Trümmerteil soll künftig in diesem Museum ausgestellt werden.
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