Nach China-Erfolg: Pierre Gasly sieht das "Potenzial, um ganz vorne mitzufahren"
Alpine war in China als viertschnellstes Team im Qualifying die Überraschung: Pierre Gasly ist begeistert und sieht nun sogar "das Potenzial, um ganz vorne mitzufahren"
Pierre Gasly hat in China einen starken Eindruck hinterlassen
Foto: LAT Images
Nach der Enttäuschung in Australien, als sich Pierre Gasly mit einem WM-Punkt gerade noch "Schadensbegrenzung" betrieb, präsentierte sich Alpine beim Großen Preis von China umso stärker: Gasly erreichte den sechsten Platz, während Teamkollege Franco Colapinto nach einer Kollision immerhin den zehnten Rang belegte.
Erstaunlich: Im Qualifying ließ Gasly sogar die beiden Red-Bull-Piloten Max Verstappen und Isack Hadjar hinter sich und musste sich lediglich Mercedes, Ferrari und McLaren geschlagen geben. "Es ist definitiv ermutigend für das gesamte Team zu sehen, dass wir in manchen Trainingssitzungen die Viertschnellsten sind", sagt der Franzose.
"Natürlich ist der Abstand zu den Verfolgern sehr gering, und wenn man sich [am Samstag] die drei Zehntel Rückstand auf den McLaren anschaut ... sie sind nicht meilenweit voraus", ergänzt der Alpine-Pilot mit Blick auf das Qualifying-Ergebnis.
"Wir müssen uns also einfach auf unser eigenes Fahrkönnen konzentrieren und weiterhin gute Leistungen bringen, und hoffentlich können wir uns langsam dem Feld vor uns anschließen." Die starke Performance in China kam aber selbst für Alpine überraschend.
"Haben das Potenzial, ganz vorne mitzufahren"
"Ich will ehrlich sein, etwas besser", gibt Gasly zu, dass man nicht erwartet hatte, derart konkurrenzfähig zu sein. "Wenn ich mir den Red Bull ansehe, bin ich etwas verwirrt über deren Tempo. Als sie in Melbourne in der zweiten Reihe standen, haben sie den McLaren quasi dominiert."
Zur Erinnerung: Max Verstappen war im Qualifying am Samstag über eine Sekunde langsamer als Polesetter Kimi Antonelli im Mercedes und sogar 0,14 Sekunden langsamer als Gasly. "Wir glauben, dass wir noch nicht ganz so weit sind", räumt der Franzose allerdings ein, dass der siebte Startplatz täuscht.
"Ich denke, sie haben dieses Wochenende einfach etwas nachgelassen, wir haben einen Schritt nach vorn gemacht", ergänzt der Alpine-Pilot mit Blick auf Red Bull. "Insgesamt bin ich recht zufrieden mit dem, was ich dieses Wochenende gesehen habe. Wir haben das Potenzial, ganz vorne mitzufahren."
"Aber noch einmal: In dieser Saison geht es sehr schnell voran, und es ist wichtig, dass wir ebenfalls schnell sind und schneller als die anderen, um sicherzustellen, dass wir für den Rest des Jahres im richtigen Zug bleiben", mahnt Gasly vor zu schneller Zufriedenheit.
Pierre Gasly gibt zu: "Gibt noch viele Kleinigkeiten"
Doch vor allem die Startphase beim Großen Preis von China machte Hoffnung: Gasly lag souverän auf dem fünften Platz, als das Rennen nach dem Ausfall von Lance Stroll im Aston Martin durch das Safety-Car neutralisiert wurde - die Konkurrenz aufschließen konnte.
Nach dem Restart verlor der Alpine-Pilot seine Position an Haas-Pilot Oliver Bearman, weil "mir aus irgendeinem Grund die Leistung oder der Boost fehlte", berichtet Gasly. So blieb nur der sechste Rang. "Tief in mir ärgert sich der ehrgeizige Pierre ein wenig darüber, dass ich den fünften Platz verpasst habe."
Das sei allerdings Jammern auf hohem Niveau. "Wenn ich sehe, wo wir 2025 standen und wo wir jetzt stehen, spielen wir in einer ganz anderen Liga, deshalb bin ich sehr zufrieden", sagt der 30-Jährige. "Wir haben im Qualifying gute Arbeit geleistet, ein paar Zehntel schneller als der McLaren."
"Im ersten Stint habe ich im Vergleich zum Ferrari nicht viel an Boden verloren. Es gibt noch viele Kleinigkeiten, die wir optimieren und verbessern müssen, aber das sind keine unüberwindbaren Hürden. Deshalb bin ich ziemlich zuversichtlich. China war etwas Besonderes."
Alpine will "Führenden dicht auf den Fersen sein"
"Hoffentlich wird die Leistung in den kommenden Rennen ähnlich sein wie hier", meint Gasly, der überzeugt ist, dass seine Leistung beim Auftakt in Australien nicht repräsentativ war: "Wenn wir jetzt nach Melbourne zurückkehren würden, wäre ich in Q3."
"Wir haben einige Einschränkungen mit dem Auto, an denen wir arbeiten, und ich denke, dass wir an diesem Wochenende definitiv einen Schritt nach vorne gemacht haben, nicht mit Teilen, sondern aus irgendeinem Grund mit kleinen Anpassungen, die wir am Auto vorgenommen haben."
"Wir sehen, dass wir Leistung haben, und wir wissen, dass wir mit dem aktuellen Paket in einigen Bereichen noch viel Leistung herausholen können", sagt der Alpine-Pilot, der in der Fahrerwertung auf dem siebten Platz liegt, zuversichtlich für die kommenden Rennen.
"Das Ziel ist es, hoffentlich einen kleinen Vorsprung auf die Verfolger herauszufahren und den Führenden dicht auf den Fersen zu sein, um im Kampf um den Sieg mitmischen zu können. Ob das gelingt, weiß ich nicht. Aber ich weiß, dass die Jungs hart arbeiten und noch mehr Potenzial haben. Allein das ist schon Grund genug, mich zu begeistern."
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