Nach Crash: Wie Kimi Räikkönen von seinem Sohn aufgezogen wurde

Alfa-Romeo-Pilot Kimi Räikkönen musste sich nach seinem Crash im Grand Prix von Portugal eine Standpauke von Sohn Robin anhören

Nach Crash: Wie Kimi Räikkönen von seinem Sohn aufgezogen wurde

Kimi Räikkönen hat sich in der Frühphase des Grand Prix von Portugal mit einem Anfängerfehler selbst ins Aus katapultiert. Der Altmeister war eine Sekunde lang unaufmerksam und krachte ins Heck von Teamkollegen Antonio Giovinazzi. Danach durfte er sich zu Hause eine Standpauke von Sohn Robin anhören.

Räikkönen wurde in der ersten Rennrunde in Portimao von seinem Ingenieur angewiesen, aufgrund eines Notfalls schnell Änderungen am Lenkrad vorzunehmen. Nachdem er diese zunächst falsch eingestellt hatte, wollte er seine Eingabe auf Start-Ziel korrigieren.

Dabei war der 41-Jährige für einen Moment nicht auf das unmittelbare Renngeschehen fokussiert - und schon hatte er mit seinem Frontflügel das linke Hinterrad des Italieners touchiert. Was musste er sich von seinem Team nach dem Rennen im Debrief anhören?

"Wir müssen das Auto schneller machen"

Räikkönen antwortet auf die Frage kühl, er habe das Debrief verpasst. Dafür wartete zu Hause Kritik auf den "Iceman". Sohn Robin hielt eine Standpauke. "Das Schlimmste war, dass mir mein Sohn sagte: 'Du erklärst mir beim Kartfahren doch immer, dass ich nach vorne schauen soll!'"

In jenem Fall hat der Finne seinen eigenen Ratschlag nicht befolgt, und die Konsequenzen unmittelbar zu spüren bekommen. Denn auch im dritten Saisonrennen 2021 blieb er ohne Punkte. Im hart umkämpften Mittelfeld hat Alfa Romeo zwar Fortschritte gemacht, dennoch durchlebt die ehemalige Sauber-Truppe eine schwierige Phase.

"In Bahrain waren wir wohl generell stärker, dort kamen uns wohl die Bedingungen entgegen." Und auch die Streckencharakteristik habe dem C41 in die Karten gespielt. Andere Pisten wiederum liegen dem Alfa Romeo weniger gut, stellt Räikkönen fest.

Robin Raikkonen, 2018

Robin Raikkonen, 2018

Foto: Manuel Goria / Motorsport Images

"Aber wir sind näher dran als im Vorjahr. Wir haben nie erwartet, mittendrin zu sein, aber wir müssen uns verbessern - das ist klar. Wir müssen das Auto schneller machen, um weiter vorne zu stehen. Es wird Strecken geben, auf denen wir besser dran sind und manche, auf denen wir mehr Probleme haben werden."

In seiner dritten Saison mit dem Schweizer Team kann er auch stolz berichten, dass seine Mannschaft insgesamt als Team einen deutlichen Schritt vorwärts geschafft hat. "Wenn man das vergleicht, wo wir vor vier Jahren waren, dann sind wir jetzt in einer deutlich besseren Position."

Die ehemalige Sauber-Mannschaft musste einige schwierige Jahre durchleben, weiß Räikkönen. "Sie wären schon fast weg gewesen damals, aber es braucht einfach Zeit, um ein Team wieder aufzubauen. Die Infrastruktur ist da, um einen guten Job abzuliefern."

Leistungsabfall: Ferrari-Motor war nicht der einzige Grund

Im Vorjahr kamen Schwierigkeiten mit dem Ferrari-Motor hinzu, der nach der Kontroverse rund um den ominösen FIA-Deal an Leistung verloren hat. Doch Räikkönen will den Performance-Abfall 2020 nicht nur auf den Antrieb schieben. "Auch das Auto war nicht dort, wo wir es haben wollten."

Das Gesamtpaket mache am Ende den Unterschied aus, erklärt der Weltmeister von 2007. "Es ist ganz egal, ob du den besten Motor und das schlechteste Auto hast - du holst nicht das Beste raus. Aber wir haben alle Voraussetzungen, um einen guten Job zu machen."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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