Nach erstem Formel-1-Test: Max Verstappen mahnt zur Geduld
Nach dem ersten großen Test der neuen Formel-1-Generation bleibt Max Verstappen vorsichtig: Bei Red Bull sieht der Weltmeister noch viel Arbeit
Max Verstappen und Red Bull glänzten beim ersten Test noch nicht
Foto: Red Bull Sauber Petronas
Nach dem ersten Shakedown der neuen Formel-1-Generation 2026 sieht Max Verstappen bei Red Bull noch Entwicklungsbedarf. Der viermalige Weltmeister absolvierte am Freitag in Barcelona seine ersten umfangreicheren Runden mit dem neuen Fahrzeug und zog ein zurückhaltendes Fazit.
"Es gibt noch einiges an Arbeit zu erledigen", erklärte Verstappen nach dem Testeinsatz mit dem neuen Antrieb von Red-Bull-Ford-Powertrains. In Barcelona hatte die Formel 1 in dieser Woche einen fünftägigen privaten Test abgehalten, bei dem allen elf Teams maximal drei Testtage zur Verfügung standen. Hintergrund ist die umfassende Regelreform zur Saison 2026.
Neben dem neuen technischen Reglement steht Red Bull vor einer zusätzlichen Herausforderung. Das Team tritt erstmals als eigener Motorenhersteller auf, unterstützt durch eine technische Partnerschaft mit Ford. Für den Rennstall ist es mehr als 20 Jahre nach dem Einstieg in die Formel 1 das Debüt als Antriebs-Lieferant.
Verstappen: Neues Reglement ist sehr komplex
Entsprechend vorsichtig fällt die Einschätzung der Ausgangslage aus. Obwohl Red Bull mit Verstappen einen viermaligen Weltmeister in seinen Reihen hat, zählt das Team nicht zu den frühen Favoriten. Auch der Testverlauf in Barcelona war nicht optimal.
Am Montag überließ Red Bull die komplette Fahrzeit Verstappens neuem Teamkollegen Isack Hadjar. Verstappen selbst kam erst am Dienstagvormittag zum Einsatz, allerdings unter wechselhaften Bedingungen, die die Fahrzeit begrenzten. Am Nachmittag desselben Tages verunfallte Hadjar, woraufhin das Team erst am Freitag wieder auf die Strecke zurückkehrte. Dort absolvierte Verstappen laut Berichten 118 Runden und beendete damit eine insgesamt solide, aber nicht fehlerfreie Testwoche.
"Es ist alles noch in der Entwicklung, aber ich denke, wir sind mit den grundlegenden Dingen ganz gut gestartet", sagte Verstappen gegenüber F1 TV. "Das neue Reglement ist für alle sehr komplex. Es gibt noch viel zu tun, aber das ist normal."
Mercedes bestätigt die hohen Erwartungen
Einen starken Eindruck hinterließ dagegen Mercedes. Der Rennstall sammelte in Barcelona die meisten Runden, wobei Nachwuchsfahrer Andrea Kimi Antonelli am Mittwoch sogar eine komplette Rennsimulation absolvierte. Mercedes gilt derzeit als Favorit auf den Konstrukteurstitel, nicht zuletzt aufgrund der Dominanz beim letzten großen Motorenwechsel im Jahr 2014.
Auch im Fahrerlager machte das Team einen selbstbewussten Eindruck. George Russell fuhr die zweitschnellste Runde der Woche, nur Ferrari-Pilot Lewis Hamilton war schneller.
"Ich denke, es war ein sehr positiver Test", sagte Russell. "Wir haben viel Laufleistung gesammelt, das war der Hauptfokus. Das Auto fühlt sich gut an, es gab keine größeren Probleme und auch kein Porpoising. Das sind gute Nachrichten."

Mercedes hinterließ in Barcelona einen starken Eindruck
Foto: Mercedes
Für Mercedes stellt dies eine deutliche Verbesserung dar. Nach acht Jahren der Dominanz endete die Titelserie mit der Einführung der Groundeffect-Autos 2022, seitdem blieb das Team ohne WM-Erfolg.
Trotz der guten Testleistungen mahnt Russell zur Zurückhaltung. "Auf der Antriebsseite gibt es bei einigen Konkurrenten beeindruckende Dinge, was ehrlich gesagt etwas überraschend ist", so der Brite. "Nach drei Testtagen vor einer 24-Rennen-Saison sollte man noch nicht zu viel hineininterpretieren."
Russell betonte zudem, dass auch neue Motorenhersteller einen soliden Eindruck hinterlassen hätten. "Viele haben erwartet, dass neue Anbieter Schwierigkeiten haben würden, aber sie hatten ebenfalls einen guten Test. Für uns gilt: Die Saison wird zeigen, wo wir wirklich stehen."
Diese Story teilen oder speichern
Registrieren und Motorsport.com mit Adblocker genießen!
Von Formel 1 bis MotoGP berichten wir direkt aus dem Fahrerlager, denn wir lieben unseren Sport genau wie Du. Damit wir dir unseren Fachjournalismus weiterhin bieten können, verwendet unsere Website Cookies. Dadurch wird Dein Nutzererlebnis optimiert und die Werbung auf Deine Interessen zugeschnitten. Wir wollen dir aber natürlich trotzdem die Möglichkeit geben, eine werbefreie Website zu genießen.