Nach FIA-Präsidentschaft: Kehrt Jean Todt als Berater zu Ferrari zurück?

Als Teamchef und CEO führte Jean Todt Ferrari einst zum Erfolg - Nun bahnt sich italienischen Medien zufolge ein mögliches Sensationscomeback an

Nach FIA-Präsidentschaft: Kehrt Jean Todt als Berater zu Ferrari zurück?

Zwar legt Jean Todt in diesem Monat sein Amt als FIA-Präsident nieder. Der Formel 1 könnte der 75-Jährige jedoch in einer spektakulären neuen Rolle erhalten bleiben, nämlich als eine Art Superberater für die Scuderia Ferrari.

Das berichtet die italienische Zeitung 'Corriere della Sera' an diesem Mittwoch. Demnach könnte Todt den Posten antreten, sobald sein FIA-Nachfolger am 17. Dezember feststeht.

Der Franzose soll zuletzt in ständigem Kontakt mit Ferrari-Präsident John Elkann gestanden haben. Zudem war er noch vor ein paar Tagen in Maranello, um die zweite Ausgabe der von der FIA geförderten Initiative "Girls on Track - Rising Stars" zu unterstützen.

Was Jean Todt bei Ferrari tun könnte

Eine mögliche Beraterrolle von Todt bei Ferrari käme einem Sensationscomeback gleich. Schließlich verbinden ihn und das Team eine erfolgreiche Vergangenheit. Der 75-Jährige hat in seiner Zeit als Teamchef und später als CEO von 1993 bis 2009 insgesamt 14 Fahrer- und Konstrukteurstitel feiern können.

Dem Bericht zufolge plant Elkann, bestimmte politische Funktionen im Management an Todt zu delegieren, wie etwa die Diskussion über das Reglement für 2026, ohne Teamchef Mattia Binotto irgendwelche Verantwortlichkeiten zu entziehen. Binotto könnte sich dann auf die unmittelbarere Performance konzentrieren.

Todts potenzielle Rolle wäre eine eher externe, aber politisch relevante Rolle in der Organisation von Maranello, und das in einer Zeit, in der es entscheidend sein wird, das richtige Ergebnis bei der Ausarbeitung der neuen Motorenregeln für 2026 zu erzielen.

In dieser Hinsicht wäre Todt mit seinem umfassenden Wissen darüber, wie der Sport funktioniert, und der politischen Macht, über die er nach drei Amtszeiten an der Spitze des Automobil-Weltverbandes verfügt, ein echter Zugewinn für Ferrari.

Nicht zu vergessen ist, dass ihn mit Stefano Domenicali, dem derzeitigen Formel-1-CEO, der ihn damals als Ferrari-Teamchef abgelöste, eine enge Freundschaft verbindet. Außerdem ist Todts Sohn Nicolas der Manager von Ferrari-Pilot Charles Leclerc.

Rolle a la Niki Lauda bei Mercedes?

Manche vergleichen Todts mögliche Rolle bei der Scuderia mit der, die der verstorbene Niki Lauda in seiner Karriere gleich zweimal ausfüllte - erst in Maranello und dann bei Mercedes.

Das erste Mal war er die rechte Hand von Luca di Montezemolo bei der Umstrukturierung von Ferrari in den frühen 1990er Jahren. In diesem Zeitraum begann Todt seine eigene Führungslaufbahn bei den Roten. Damals hatte Lauda jedoch keine operative Rolle und die Initiative erwies sich als Fehlschlag.

Doch Laudas spätere Erfahrungen bei Mercedes waren anders. Er verstärkte ab 2012 als Aufsichtsratsvorsitzender die Führungsspitze und wurde zur rechten Hand von Toto Wolff. Außerdem erwarb er zehn Prozent der Anteile am Formel-1-Team.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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