Nach Frust in Spa: So will Mercedes George Russell wieder aufbauen
Mercedes-Teamchef Toto Wolff erklärt nach dem Großen Preis von Belgien, wie man den frustrierten George Russell für den Rest der Saison wieder motivieren möchte
George Russell hat im WM-Duell mit mehreren Problemen zu kämpfen
Foto: circuitpics.de circuitpics.de
Nach dem Großen Preis von Belgien wirkte George Russell äußerst konsterniert. Aufgrund einer Kollision mit Lewis Hamilton musste der Mercedes-Pilot seinen W13 vorzeitig im Kiesbett abstellen und liegt in der Weltmeisterschaft bereits 50 Punkte hinter Teamkollege Kimi Antonelli. Wie kann man einen Fahrer in dieser schwierigen Situation wieder aufbauen?
"Man muss verstehen, dass Fahrer in solchen Situationen sehr emotional sind", erklärt Mercedes-Teamchef Toto Wolff nach dem Rennen gegenüber unserem Schwesterportal Motorsport.com. Die Wut seines Fahrers war am Rennsonntag nicht nur zu sehen, sondern auch via Social Media zu hören. So machte nach dem Grand Prix ein ganz bestimmter Funkspruch die Runde: "Un-fucking-acceptable", lauteten die Worte des WM-Dritten.
"Andererseits", so Wolff, "gehörst du als Formel-1-Fahrer zu einer Elitegruppe. Es ist eine Ehre für Mercedes zu fahren. Manchmal lassen wir uns hängen. Das gilt nicht nur für die Fahrer, sondern auch für uns."
Inzwischen sei Russell, so seine Worte nach dem Rennen, in puncto Enttäuschung völlig taub. "Ich hoffe, dass dieses Taubheitsgefühl verschwindet", sagt Wolff darauf angesprochen. "Wir werden versuchen, ihm zu helfen und wieder für Optimismus und Positivität zu sorgen."
Auf die Frage, ob ein Fahrer wie George sprichwörtlich einen tröstenden Arm um seine Schulter benötigt, antwortet der Teamchef: "Ich glaube, bei allen Fahrern, zumindest bei denen, mit denen ich bisher zusammengearbeitet habe, ist es so: Wenn sie eine schwierige Zeit durchmachen, und das passiert irgendwann jedem Athleten, dann musst du einen Weg finden, sie zu motivieren und wieder aufzubauen."
"George hat seinen Weg und ich versuche, genau darauf einzugehen. Ich kenne ihn schon lange, ich verstehe seine Frustration und das Team steht zu 100 Prozent hinter ihm."
Es wäre nicht das erste Mal, dass der Teamchef seinem Schützling in dieser Saison unter die Arme greift. Im Qualifying zum Großen Preis von Österreich hatte Wolff ihn etwa mit einem Funkspruch davon abgehalten, die Situation zu sehr zu zerdenken: "George, jetzt fahr einfach!"
Am Ende konnte der Mercedes-Pilot die Poleposition einfahren und das Rennen in Spielberg für sich entscheiden. Diesen Eindruck einer unterstützenden Umgebung bestätigen Experten wie der ehemalige Formel-1-Pilot Juan Pablo Montoya. "Mercedes ist wirklich gut darin, seinen Fahrern zu helfen, sie zu managen und sich um sie zu kümmern", so seine Analyse nach dem Grand Prix von Belgien.
"Du hörst nie, dass das Team den Fahrern die Schuld in die Schuhe schiebt. Andere Teams lieben es, genau das zu tun."
Folglich glaubt Montoya, dass Russell für die Silberpfeile weiterhin der perfekte Fahrer ist. In der Post-Race-Show auf F1 TV kategorisiert er den Mercedes-Piloten als Teamplayer.
Gleichzeitig steht Russell im WM-Duell mit Antonelli vor einer Mammutaufgabe. Während der 19-Jährige bislang sechs Saisonsiege einfahren konnte, hatte der erfahrenere der beiden Mercedes-Fahrer zuletzt mit technischen Problemen zu kämpfen. Mangelnder Topspeed erschwerte seinen Job nicht nur in Spa, sondern auch beim vorherigen Heim-Grand-Prix in Silverstone.
Diese Story teilen oder speichern
Registrieren und Motorsport.com mit Adblocker genießen!
Von Formel 1 bis MotoGP berichten wir direkt aus dem Fahrerlager, denn wir lieben unseren Sport genau wie Du. Damit wir dir unseren Fachjournalismus weiterhin bieten können, verwendet unsere Website Cookies. Dadurch wird Dein Nutzererlebnis optimiert und die Werbung auf Deine Interessen zugeschnitten. Wir wollen dir aber natürlich trotzdem die Möglichkeit geben, eine werbefreie Website zu genießen.