Nach Hamilton-Sieg: Teamchef Vasseur zeigt sich erleichtert
Laut Ferrari-Teamchef Frederic Vasseur erlebt Lewis Hamilton mit dem Sieg in Barcelona eine Art Neustart
Frederic Vasseur darf sich über den ersten Ferrari-Sieg von Lewis Hamilton freuen
Foto: Sutton Images
Ferrari-Teamchef Frederic Vasseur sieht im Sieg von Lewis Hamilton beim Großen Preis von Barcelona-Katalonien einen Neustart für den Ferrari-Piloten. Der erfolgreichste Formel-1-Fahrer aller Zeiten konnte in Spanien seinen 106. Grand-Prix-Sieg einfahren.
"Ich versuche ehrlich gesagt, die guten wie die schlechten Kommentare immer ein wenig zu entschärfen", so seine Wortwahl nach dem Rennen.
"Es ist ja nicht so, als ob wir vor zwei Wochen nirgendwo gewesen wären, und es ist auch nicht so, als ob wir heute Weltmeister geworden wären. Lewis ist ein wenig emotional, das Team ist emotional und es ist mein Job, zu versuchen, alle in solchen Situationen ein wenig zu beruhigen."
"Aber", betont Vasseur, "sicherlich ist das für ihn heute und an diesem Wochenende ein großer Schub in Sachen Selbstbewusstsein. Das wird eine Art Neustart für ihn sein."
Große strategische Änderungen sieht der Teamchef im Vergleich zu den vergangenen Rennen nicht. "Am wichtigsten ist, dass du Pace hast. Dann kannst du drei Stopps, zwei Stopps oder vier Stopps machen. Wenn du die Pace hast, dann gewinnst du das Rennen."
"Manchmal hatten wir die Pace nicht und unsere Strategie wirkte etwas zurückhaltend. Aber ich glaube, heute waren die Pace und das Management von Lewis am wichtigsten. Denn jedes Mal, wenn wir den Ansatz ein wenig geändert haben, konnte er die Pace der Strategie anpassen und hat einen perfekten Job abgeliefert."
Hamilton konnte sich mit seiner Dreistoppstrategie gegen George Russell und Lando Norris durchsetzen, die beide mit je zwei Stopps unterwegs waren.
Kimi Antonelli, ebenfalls mit zwei Stopps, musste das Rennen kurz vor Schluss mit einem Technik-Defekt aufgeben. Hamilton hatte es zuvor geschafft, sich durch seinen Stopp während einer VSC-Phase an beiden Mercedes vorbeizuschieben und danach einen komfortablen Vorsprung herauszufahren.
Den strategischen Ansatz wird man für die kommenden Rennen, so Vasseur, nicht anpassen. Des Weiteren betont der Teamchef: "Es ist eine Erleichterung, denn Lewis ist seit eineinhalb Jahren hier, und bislang war es wirklich schwer für ihn."
"Er musste viele negative Kommentare ertragen", so Vasseur. "Und ehrlich gesagt hat er das manchmal nicht verdient. Aber ich bin sehr glücklich für ihn, mehr noch für den Aufwand, den er in dieses Projekt investiert."
"Und auch für die Jungs zu Hause [bin ich erleichtert]. Es ist noch schwieriger, wirklich zu pushen, wenn du nicht gewinnst, aber die pushen [trotzdem] immer weiter. Dieses Paket nach Barcelona zu bringen, war eine Herausforderung, aber sie haben es geschafft."
Beim Grand Prix von Barcelona-Katalonien hatte Ferrari ein großes Upgrade-Paket im Gepäck. Dadurch war Hamilton schon im Qualifying knapp an der Pace der Mercedes und konnte Antonelli sogar im Duell um die erste Startreihe schlagen. Einzig der Unfall von Charles Leclerc im Q3 bleibt ein Wehmutstropfen.
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