Nach Kollision in Monaco: Das sagen Jean Alesi und Marco Werner

Jean Alesi wirft Marco Werner nach der Kollision beim historischen Formel-1-Rennen in Monaco mangelnden Respekt vor - Werner gibt zu: "Nicht gut für unseren Sport"

Nach Kollision in Monaco: Das sagen Jean Alesi und Marco Werner

Nach ihrem kontroversen Zusammenstoß beim Historischen Grand Prix von Monaco haben sich Jean Alesi und Marco Werner zu dem Vorfall geäußert. Dabei ging vor allem Alesi mit seinem deutschen Rivalen hart ins Gericht: "Er hat keinen Respekt vor den Autos", so der Grand-Prix-Sieger von Kanada 1995.

Auch in Monaco lag Alesi dank eines besseren Starts als Werner vorn. Drei Runden vor dem Rennende kollidierten die beiden auf der Start-Ziel-Gerade. Alesi krachte in seinem Ferrari 312B3, mit dem Niki Lauda 1974 in Spanien sein erstes Formel-1-Rennen gewann, in die Boxenmauer und musste das Rennen aufgeben.

Werner fuhr weiter, fiel wegen einer Strafe aber auf Rang drei zurück. "Offensichtlich sind wir 'Rennen' gefahren", sagt Alesi, "aber es ist nicht das Rennen meines Lebens. Ich habe es genossen, dieses fantastische Auto durch die Straßen von Monaco zu bewegen, aber zweimal hat er mich aus der Schikane heraus berührt."

Alesi spricht von Unprofessionalität

"Er hatte viel mehr Drehmoment als mein Auto. Das ist schon eine Warnung an ihn, dass ich Ausfahrt Loews, Ausfahrt Schikane Ausfahrt Rascasse entsprechend langsam vom ersten in den zweiten Gang schalte. So ist das mit diesem Auto."

In Richtung Werner kritisiert er: "Das war wirklich unprofessionell, vor allem im Hinblick auf diese großartige Veranstaltung." Doch auch Werner, der in seinem Lotus Ford Cosworth 77 am Start ein Kupplungsproblem hatte, sodass Alesi vorbeiziehen konnte, war mit dem Ferrari-Piloten alles andere als zufrieden.

 

"Ich habe versucht, ein gutes Rennen zu fahren und jede Chance zu nutzen, die ich bekommen konnte, also blieb ich nah dran und hoffte auf Fehler von Alesi", erklärt Werner. "Ich war der Schnellere von uns beiden." Doch Überholen in Monaco ist eben auch mit den historischen Rennwagen alles andere als leicht.

Werner: "Nie mit Absicht gemacht"

"Wenn das Rennen so ausgegangen wäre, wäre es eine tolle Leistung für unseren Sport und für mich völlig in Ordnung gewesen, Zweiter hinter einem so großen Ex-Formel-1-Star zu werden", betont Werner. "Leider ist alles anders gekommen."

Die Kollision erklärt der Deutsche so: "Er hat einen Gang verpasst und ich war einfach zu nah dran, um den Kontakt zu vermeiden. Das war's. Ein kleiner Moment, der viel verändert hat. Ich hätte ihn gerne überholt, um das Rennen zu gewinnen. Das war aber nicht möglich, ich konnte einen Kontakt nicht mehr vermeiden."

"Ich hätte das nie mit Absicht gemacht", sagt Werner weiter. "Jeder, der sich mit Kollisionen von Formelautos auskennt, weiß, dass ich eigentlich ein sehr hohes Risiko hatte, über sein Rad selbst katastrophal abzufliegen! Ich hätte mit dem zweiten Platz leben können, ich würde nie ein schlechtes Manöver machen."

Der dreifache Le-Mans-Sieger wurde nach dem Vorfall von Teilen der sozialen Medien kritisiert, aber von einigen aus dem Bereich des historischen Rennsports auch unterstützt. Er selbst wies auf seine eigene Begeisterung für solche Veranstaltungen hin.

"Es ist unglaublich schade, dass aus einem solchen Rennzwischenfall so etwas geworden ist. Es war nicht gut für unseren Sport", weiß der Deutsche und reagiert auf Alesis Kritik: "Ich fahre schon seit ein paar Jahren immer mal wieder ein paar Rennen im historischen Motorsport. Ich liebe diese alten Autos und ihre Geschichte."

Er habe mehrere historische Autos, darunter einen Formel-1-Tyrrell, zu Hause. Auch den Ferrari 312B3 kennt er: "Die Leute werfen mir mangelnden Respekt vor den Autos vor, ohne zu wissen, dass ich diesen Ferrari zweimal in Monaco gefahren bin."

Weitere Co-Autoren: Charles Bradley. Mit Bildmaterial von Automobile Club de Monaco.

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