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Nach McLaren-Update: Kippt jetzt die WM?

McLaren hat Red Bull in Miami mit seinen Updates den Zahn gezogen, Ferrari will es in Imola nachmachen: Gerät Red Bulls Vormachtstellung an der Spitze ins Wanken?

Nach McLaren-Update: Kippt jetzt die WM?

Sind die entspannten Nachmittage für Max Verstappen in der Formel 1 bald vorbei? Seit gut anderthalb Jahren dominiert der Niederländer den Sport nach Belieben und fährt Seriensiege am Fließband ein. In Miami gab es zuletzt aber die Überraschung: Nach dem Führungsverlust an Lando Norris durch das Safety-Car konnte Verstappen dem Briten im McLaren nur noch überraschend wenig entgegensetzen.

"Wir waren das ganze Wochenende über stark. Natürlich hatten wir etwas Glück mit dem Safety-Car, aber unsere Pace war danach bei weitem die beste im Feld", war Norris im Anschluss selbst etwas überrascht. Die sonst so dominanten Red Bulls in Sachen Pace zu schlagen, "es fühlt sich wie das erste Mal an, dass das überhaupt jemandem gelungen ist", sagt McLarens Premierensieger.

Worauf Norris anspielt: Die beiden einzigen Nicht-Red-Bull-Siege in den vergangenen 18 Monaten durch Ferraris Carlos Sainz, wurden in Singapur 2023 durch einen kompletten Leistungseinbruch der Bullen auf dem atypischen Stadtkurs und dem damit verbundenen Aus bereits in Q2 begünstigt, beziehungsweise durch Verstappens Technik-K.O. in Melbourne dieses Jahr.

 

Auch der Dauersieger aus den Niederlanden ist deshalb nach Miami selbst alarmiert: "Lando ist gefloge", sagt Verstappen mit Blick auf seine Niederlage in Florida - und warnt deshalb mit Blick auf die Papaya-Konkurrenz: "Sie haben ein Upgrade gebracht und es sieht mit Sicherheit so aus, als würde es funktionieren. In diesem Bereich haben wir jetzt also ein bisschen Arbeit vor uns."

Zumal Norris nach seinem Sieg kein Geheimnis daraus macht, dass er in der entscheidenden Phase nach dem Safety-Car bei Bedarf durchaus noch hätte nachlegen können: "Ich habe zu Beginn gepusht, mein Ingenieur gab mir Updates zu den Abständen, und ich hatte das Gefühl als würde ich cruisen und trotzdem die Lücke vergrößern. Das war am Ende recht komfortabel", sagt der Brite über das Verwalten seines Vorsprungs bis zur Zieldurchfahrt. Eine Herangehensweise und Worte, die man so in jüngerer Vergangenheit sonst eigentlich nur von Verstappen kennt ...

Perez: "Sie waren die Schnellsten"

Red-Bull-Teamkollege Sergio Perez macht sich nach Miami mit Blick auf McLaren jedenfalls keine Illusionen: "Ich denke, sie waren die Schnellsten an diesem Wochenende - und wir waren wahrscheinlich ein bisschen hinter ihnen. Lando hat mich schon gegen Ende des ersten Stints extrem unter Druck gesetzt", erinnert sich der Mexikaner: "Sie waren ja auch schon im Qualifying seht stark, das haben sie nur nicht ganz sauber hingekriegt und die weichen Reifen nicht zum Arbeiten gebracht."

Ob McLaren Red Bull von nun an dauerhaft Paroli bieten kann, will Perez aber noch nicht prognostizieren: "Ich denke, es könnte von der Strecke abhängen, an manchen Orten mehr, an anderen weniger. Aber ja, ich glaube, es wird mit Sicherheit ein sehr enger Kampf mit ihnen."

Miami lässt hoffen: Stehen bald mal andere im Rampenlicht als nur Verstappen?

Miami lässt hoffen: Stehen bald mal andere im Rampenlicht als nur Verstappen?

Foto: Motorsport Images

Auch Teamchef Christian Horner ist in Bezug auf die Konkurrenz überzeugt: "Sie haben definitiv einen Schritt nach vorne gemacht, das wird also interessant in den nächsten paar Rennen, wenn wir wieder in Europa sind", sagt der Brite und mahnt: "Ich denke, der McLaren hat schon letztes Jahr zu bestimmten Zeiten echte Pace gezeigt. Wie streckenspezifisch das ist, werden wir sehen, aber sie waren am Wochenende (in Miami) sehr stark."

Interessant ist der Verweis auf die Vorsaison auch deshalb, weil McLaren da bereits den Grundstein für den aktuellen Höhenflug gelegt und nach dem schwachen Saisonstart seine Strategie in Sachen Updates verändert hat: Seit geraumer Zeit schon bringt der Traditionsrennstall aus Woking viele kleine Modifikationen, allein zehn an der Zahl zuletzt für Miami, baut das Auto also eher Schritt für Schritt und kontinuierlich um, als mit einer großen Änderung auf einmal.

Stella: "Wir kennen die Zahlen"

Teamchef Andrea Stella ist von den Fortschritten seiner Truppe angetan: "Wir haben das Auto verbessert, kennen auch die Zahlen, wie viel wir es verbessert haben, und das ist grundlegend", freut sich der Italiener. Er warnt aber dennoch vor zu viel Euphorie: "Ich würde nicht unterschreiben, dass die Pace, die wir (in Miami) gesehen haben, repräsentativ für die Zukunft ist. Natürlich nehmen wir das positiv, ermutigend und als Energie, um noch schneller zu entwickeln als ohnehin schon."

"Aber", sagt Stella, "wenn wir Red Bull wirklich konstant herausfordern wollen, dann müssen wir gleich nochmal so ein Paket liefern wie hier. In Japan waren wir im Qualifying sechs Zehntel hinter Red Bull, in China waren es auch noch ein paar Zehntel. Es wäre also komplett unrealistisch, zu denken, dass wir ausgerechnet jetzt das neue Bild der Wettbewerbsfähigkeit gesehen haben. Ich glaube, Red Bull hat einfach nicht das Meiste aus ihrem Paket rausgeholt."

Im Gegenzug seien McLaren in Miami einige Dinge entgegengekommen, erklärt Stella: "Wir hatten eine gute Höchstgeschwindigkeit, weil wir uns für einen relativ kleinen Heckflügel entschieden haben. Das konnten das tun, weil wir durch das Paket Downforce gewonnen haben, also brauchten wir da beim Flügel weniger Gewicht drauflegen. Wenn du ein Auto über den Unterboden oder die Seitenkästen upgradest, ist das immer effizienter als Downforce über den Heckflügel zu addieren."

Konkurrenz ist von McLaren beeindruckt

Trotz der Einordnung durch den Teamchef, klar ist: Nicht nur bei Red Bull, auch bei der übrigen Gegnerschaft hat sich McLaren mit dem Auftritt in Florida eine Menge Respekt verschafft und die Blicke auf sich gezogen.

"Es ist gut für den Sport, dass wir unterschiedliche Sieger haben. Sie haben in Q2 im Qualifying eine unglaubliche Runde hingelegt", zeigt sich beispielsweise auch Mercedes-Teamchef Toto Wolff beeindruckt vom Aufschwung beim Kundenteam: "Fünf Zehntel schneller als der Zweitbeste. Das Package, was sie gebracht haben, ist nochmal ein guter Schritt drauf", glaubt der Wiener.

Aston Martins Fernando Alonso glaubt mit Blick auf McLaren: "Ich glaube, sie waren schon in China die Zweitschnellsten. Hier waren sie wieder flott, vor allem im Sprint-Qualifying waren sie sehr schnell", so der Spanier, dem der Grund dafür natürlich auch nicht verborgen geblieben ist: "Sie haben viele Updates gebracht. Also mal sehen, was an den nächsten Wochenenden so in der Meisterschaft passiert."

Ferrari will der Party beitreten - am besten in Imola

Dass der Formel 1 endlich mal wieder eine Wachablösung an der Spitze ins Haus stehen könnte, das kann sich auch Ferrari-Teamchef Fred Vasseur gut vorstellen - wobei der Franzose einerseits hofft, dass auch sein Team dabei ein Wörtchen mitreden kann: "Ich glaube, dass wir - McLaren und wir - etwas auf Red Bull aufgeholt haben", sagt Vasseur.

Andererseits will der Teamchef der Roten die Ereignisse aus Miami aber auch nicht überbewerten: "Es ist in erste Linie auch eine Frage der Trackposition", sagt er mit Blick auf Norris' Führung nach dem Safety-Car: "Einfach, weil es so schwierig ist zu überholen. Wenn man also innerhalb von ein oder zwei Zehnteln ist, dann wird es von der Trackposition diktiert."

Bald ein Dreikampf? Auch Ferrari will sich in das Duell mit Red Bull einmischen

Bald ein Dreikampf? Auch Ferrari will sich in das Duell mit Red Bull einmischen

Foto: Motorsport Images

ORF-Experte Alex Wurz hat mit Blick nach vorne tatsächlich McLaren und Ferrari auf der Rechnung: "Man darf Ferrari nicht unterschätzen. Wir gehen jetzt ins Ferrari-Heimatland nach Imola." Für den Grand Prix in die Emilia-Romagna bringt nach McLaren schließlich auch die Scuderia ein umfangreiches Update-Paket mit - und vor den Tifosi jede Menge Motivation: "Dort sind sie normal stark, haben sehr viel Leistung von unten raus. Das ist in Imola den Berg rauf schon sehr wichtig", sagt Wurz.

Ob McLarens starke Form aus Miami indes anhält, will der Österreicher erstmal sehen: "Hoffen wir mal für die Spannung in der Formel 1, dass das Paket (an Updates für Miami) wirklich gut war, und, dass es nicht ein reifenspezifisches Thema war und wir in Imola wieder das alte Kräfteverhältnis sehen", so Wurz.

Dann könnte der Königsklasse nicht nur das Ende von Verstappens sonntäglichen Spazierfahrten bevorstehen, sondern vielleicht auch ein echter Dreikampf um den Sieg - oder im weiteren Saisonverlauf sogar um die WM: Lediglich 53 Punkte liegt Norris aktuell hinter dem Spitzenreiter im Red Bull, Ferrari-Star Leclerc hat sogar nur 38 Zähler Rückstand auf den Platz an der Sonne - bei gerade mal sechs absolvierten Läufen von 24.

Weitere Co-Autoren: Ronald Vording. Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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