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Nach Melbourne-Schock: China könnte mehr "klassische" Formel 1 zeigen

Nach dem ungewöhnlichen Saisonauftakt in Melbourne erwarten Fahrer und Teams in China ein deutlich "normaleres" Rennen mit den neuen Formel-1-Autos

Nach Melbourne-Schock: China könnte mehr "klassische" Formel 1 zeigen

Der Shanghai International Circuit könnte klassischeres Racing ermöglichen

Foto: LAT Images

Der Saisonauftakt der Formel 1 in Australien sorgte für viele Diskussionen über die neuen Regeln. Besonders das sichtbare Energiemanagement - mit Lift-and-Coast und sogenannten "Super-Clipping"-Phasen - fiel in Melbourne deutlich auf.

Beim kommenden Rennen in China könnte das allerdings anders aussehen. Fahrer und Ingenieure erwarten dort ein deutlich "normaleres" Rennbild, weil die Streckencharakteristik dem neuen Reglement besser entgegenkommt.

Ein Grund für die ungewöhnlichen Szenen beim Auftakt liegt vor allem in der Streckencharakteristik von Albert Park. Die Strecke besitzt vergleichsweise wenige harte Bremszonen, wodurch weniger Energie zurückgewonnen werden kann.

Gleichzeitig wird auf vielen Abschnitten viel elektrische Energie verbraucht. Das machte das Energiemanagement besonders schwierig. Fahrer mussten häufig vom Gas gehen oder bewusst Leistung reduzieren, um genügend Energie für die Runde zu behalten.

China-Strecke hilft beim Energiemanagement

Auf dem Shanghai International Circuit dürfte sich die Situation deutlich entspannen. Die Strecke besitzt mehrere langsame Kurven und längere Bremsphasen, in denen die Batterie einfacher geladen werden kann.

Dadurch wird das Energiemanagement stärker in den natürlichen Fahrfluss integriert. McLaren-Pilot Oscar Piastri erwartet deshalb deutlich weniger extreme Maßnahmen während der Runde.

"Es wird wahrscheinlich kaum oder gar kein Lift-and-Coast und Super-Clipping geben", sagt er. Eine Herausforderung bleibt allerdings die sehr lange Gegengerade der Strecke. "Sie ist unglaublich lang und man kann die Batterie dort sehr schnell komplett entladen."

Russell erwartet klarere Strategie

Mercedes-Pilot George Russell sieht in China vor allem einen klaren Unterschied zu Melbourne. Dort mussten die Teams ihre elektrische Energie über mehrere Geraden und Beschleunigungszonen verteilen, was zu unterschiedlichen Strategien führte.

In Shanghai sei die Situation deutlich einfacher. "Bei Strecken mit einer Hauptgeraden wird das Team normalerweise versuchen, mit 100 Prozent Batterie in die Kurve vor der Geraden zu gehen", erklärt Russell. Die Energie werde dann komplett auf dieser Geraden eingesetzt.

In Melbourne entstand durch die unterschiedlichen Energieverteilungen ein sogenannter Jojo-Effekt zwischen den Autos. Einige Teams nutzten ihre Batterie früher auf der Runde, andere später - wodurch große Geschwindigkeitsunterschiede entstanden.

Russell erwartet dieses Verhalten in China deutlich weniger. "Für die Fans wird es wahrscheinlich mehr so aussehen wie das, was sie aus der Vergangenheit gewohnt sind", sagt er.

Teams lernen aus Melbourne

Ein weiteres Problem beim Auftakt betraf die Vorbereitung auf den Rennstart. Viele Fahrer hatten während der Formationsrunde Schwierigkeiten, gleichzeitig Reifen aufzuwärmen und genügend Energie für den Start zu sammeln.

Ein Detail im Reglement machte die Situation zusätzlich kompliziert: Pro Runde gibt es eine maximale Energiemenge, die zurückgewonnen werden darf. Fahrer weiter hinten im Feld konnten dadurch etwas mehr Energie sammeln als die Piloten an der Spitze.

Einige Teams wollten diese Regel für die Formationsrunde ändern. Dafür wäre jedoch eine Supermehrheit aller Teams notwendig gewesen - und diese kam nicht zustande.

Sprint-Wochenende bringt neue Unbekannte

In China kommt zudem eine weitere Besonderheit hinzu: Das Rennen findet als Sprint-Wochenende statt. Dadurch bleibt den Teams deutlich weniger Trainingszeit, um das Energiemanagement optimal abzustimmen.

Trotzdem rechnen viele im Fahrerlager damit, dass das Rennbild deutlich weniger ungewöhnlich wirken wird als noch beim Saisonauftakt in Melbourne. Für viele Fans könnte das Rennen in Shanghai daher wieder näher an der "klassischen" Formel 1 sein.

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