Nach Miami: Max Verstappen erneuert Kritik an Regeln für 2026
Schnelle Korrektur oder weitergehender Handlungsbedarf: So wurden die Formel-1-Regeländerungen in Miami aufgenommen
Max Verstappen ist mit dem Reglement noch immer nicht glücklich
Foto: circuitpics.de circuitpics.de
Nach einer fünfwöchigen Pause stand die Rückkehr der Formel 1 in Miami unter besonderer Beobachtung. Beim Rennen in den USA führte die Serie mehrere Änderungen ein, die auf die neuen Regeln für 2026 abzielen. Diese waren seit ihrer Einführung auf unterschiedliche Resonanz gestoßen.
Für die Saison 2026 wurden kleinere und leichtere Fahrzeuge eingeführt, die engere Duelle ermöglichen sollen. Zudem kamen neue Hybridantriebe zum Einsatz, bei denen die Energie etwa zu gleichen Teilen aus elektrischer und konventioneller Leistung stammt.
Gerade dieser Aspekt sorgt für Diskussionen. Kritiker bemängeln "künstliche" Überholmanöver durch den zusätzlichen Elektroschub sowie den gestiegenen Fokus auf das Energiemanagement.
Auch Max Verstappen äußerte sich bereits mehrfach kritisch zu den neuen Regeln. Er bezeichnete sie als "Formula E auf Steroiden" und erklärte, dass jeder, der Gefallen daran finde, keinen echten Rennsport verstehe.
Erste Anpassungen zeigen begrenzte Wirkung
Die Kritik eines der populärsten Fahrer blieb nicht ohne Reaktion. Die Verantwortlichen nahmen Anpassungen an Energierückgewinnung und Nutzung vor, um das Renngeschehen zu verbessern.
"Es ist ein bisschen besser geworden", sagt Charles Leclerc nach dem Rennen. "Die Zweikämpfe an sich haben sich, glaube ich, nicht massiv verändert. Im Qualifying haben sich einige Dinge geändert. Es war ein Schritt in die richtige Richtung."
Zu den Änderungen gehört unter anderem die Reduzierung der Energierückgewinnung im Qualifying von acht auf sieben Megajoule. Dadurch wurden die Autos zwar etwas langsamer, sollen aber näher am Limit bewegt werden können. Zudem erhöhte der Automobilweltverband die sogenannte Superclipping-Leistung auf 350 Kilowatt, um das Geschwindigkeitsprofil berechenbarer zu machen.
Fahrer sehen weiterhin strukturelle Probleme
Auch Lando Norris zeigt sich nach dem Rennen skeptisch: "Es ist ein kleiner Schritt in die richtige Richtung, aber noch nicht auf dem Niveau, auf dem die Formel 1 sein sollte." Er ergänzt: "Wenn man im Qualifying überall voll fährt und pusht wie in den vergangenen Jahren, wird man immer noch dafür bestraft. Man kann nicht überall voll fahren. Es sollte nie so sein, dass man dafür bestraft wird."

Lando Norris und Oscar Piastri tauschen sich aus
Foto: LAT Images
Ähnlich äußert sich sein Teamkollege Oscar Piastri: "Ich denke, die Reduzierung der Energierückgewinnung im Qualifying hat ein wenig geholfen. Es hat das Problem nicht vollständig gelöst, aber es hilft in einem Punkt." Zu den Rennen sagt er: "Sie sind im Grunde genau gleich geblieben. Heute war meine erste richtige Erfahrung damit, andere zu überholen und zu verteidigen. Und ehrlich gesagt ist es ziemlich verrückt."
Piastri verweist zudem auf weiterhin große Unterschiede bei den Annäherungsgeschwindigkeiten, die schwer einzuschätzen und damit gefährlich seien. Dies ist ein Bereich, den der Automobilweltverband nach einem schweren Unfall von Bearman in Japan eigentlich verbessern wollte.
Verstappen weiter kritisch, Piastri hoffnungsvoll
"Die Zusammenarbeit zwischen FIA und Formel 1 war gut", erklärt Piastri. "Aber mit der vorhandenen Technik kann man nur begrenzt Änderungen vornehmen. Für die Zukunft sind definitiv weitere Anpassungen nötig. Die Frage ist, wie schnell das umgesetzt werden kann."
Kritiker Verstappen bleibt hingegen bei seiner Einschätzung: "Was ich zuvor über das Reglement gesagt habe, gilt weiterhin. Es ist immer noch nicht so, wie ich es mir wünschen würde."
Er führt aus: "Es bestraft dich immer noch. Je schneller du durch die Kurven fährst, desto langsamer bist du auf der nächsten Geraden. So sollte es nicht sein. Aber zumindest funktioniert mein Auto etwas besser, sodass es weniger stressig zu fahren ist."
Gemischtes Fazit im restlichen Feld
Im gesamten Fahrerfeld zeigt sich ein ähnliches Bild. Sergio Perez spricht von einem "Schritt in die richtige Richtung", der zu "deutlich weniger Beschwerden" führen kann. Gabriel Bortoleto erklärt, die Änderungen hätten sich im Qualifying "etwas besser" angefühlt, auch wenn die Rundenzeiten etwa 1,5 Sekunden langsamer waren als im Vorjahr.
Die überarbeiteten Regeln sollen nun zunächst weiter beobachtet werden, bevor erneute Anpassungen beschlossen werden. Gleichzeitig arbeitet die FIA bereits an den Motorenregeln für 2027, die unter anderem eine geringere Abhängigkeit von elektrischer Energie mit sich bringen könnten.
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