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Nach "Missverständnis": Was Pirelli beim Reifentest in Abu Dhabi ändern will

Vor dem zweiten Test der 2021er-Reifen in Abu Dhabi gelobt Pirelli Besserung bei der Kommunikation mit den Fahrern - Feedback aus Bahrain fußte auf "Missverständnis"

Nach "Missverständnis": Was Pirelli beim Reifentest in Abu Dhabi ändern will

Nach dem ersten Test der Pirelli-Reifen für 2021 in Bahrain hagelte es von den Formel-1-Fahrern Kritik. Beim Saisonfinale in Abu Dhabi sollen die Pneus im zweiten Freien Training erneut unter die Lupe genommen werden. Vorab kündigt Pirelli an, die Kommunikation mit den Fahrern dafür zu verbessern.

"Wir müssen den Test in dieser Woche besser vorbereiten", sagt Pirellis Formel-1-Chef Mario Isola. "Das ist wichtig, denn es gab ein kleines Missverständnis und wir haben den Fahrern wahrscheinlich nicht erklärt, was das Ziel des Bahrain-Tests war."

Während sich viele Piloten über einen Leistungsabfall im Vergleich zu den regulären 2020er-Reifen beschwerten, räumt Pirelli ein, nicht hinreichend deutlich kommuniziert zu haben, dass die Änderungen in erster Linie darauf abzielen, die Haltbarkeit der Reifen angesichts des zunehmenden Abtriebs zu verbessern.

Mario Isola erklärt Zweck der neuen Reifen

"Es war seit Beginn dieser seltsamen Saison vereinbart, dass unser Bestreben darin besteht, einen Reifen zu produzieren, der mit der erhöhten Belastung, die wir jedes Wochenende mit diesen neuen Autos erleben, zurechtkommt", erklärt Isola.

"Selbst wenn es eine Änderung im technischen Reglement mit dem Design des Unterbodens gibt, wissen wir, dass die Teams härter daran arbeiten, diesen Verlust an Abtrieb wieder wettzumachen und wahrscheinlich schon zu Beginn des Jahres auf ein Abtriebsniveau zurückkehren werden, das nicht allzu weit vom aktuellen entfernt ist."

Deshalb habe man sich darauf geeinigt, parallel an einer neuen Konstruktion zu arbeiten, die diese Entwicklung auffangen soll. "Tatsächlich kann diese neue Konstruktion zum Beispiel mit einem niedrigeren Druck eingesetzt werden", weiß Isola.

Teams passten Autos in Bahrain nicht genug an

Laut Pirelli war eines der großen Probleme in Bahrain, dass sich die Fahrer über Untersteuern beschwerten. Den Teams war gesagt worden, dass sie das erwarten und ihre Autos entsprechend anpassen sollten, aber da die Tests im Rahmen eines normalen Rennwochenendes stattfanden, entschieden sich einige dafür, dies nicht zu tun.

Sie dachten auch, sie könnten mehr über die neuen Reifen lernen, wenn sie ihre Autos nicht veränderten. Doch der Pirelli-Experte betont: "Wir wissen auch, dass die neue Konstruktion eine andere Balance hat als die aktuelle. Sie untersteuert mehr, wenn man nur die 2021er-Reifen montiert, ohne die Balance zu verändern."

Allerdings räumt er ein, dass sich die meisten Teams an dem betreffenden Rennwochenende eben auf andere Dinge konzentriert hätten, weil es für sie - mit Ausnahme von Mercedes - ja auch noch um Positionen in der Konstrukteurs-WM geht.

Pirelli will bessere Kommunikation in Abu Dhabi

"Und so war es nicht möglich, die Zeit zu investieren, die nötig ist, um das Auto auszubalancieren, den neuen Reifen zu verstehen, vielleicht verschiedene Drücke auszuprobieren und so weiter. Einige Teams haben sich einfach entschieden, ein Back-to-Back-Rennen zu fahren, 2020 gegen 2021, ohne jede Änderung", sagt Isola weiter.

Doch auf diese Weise lasse sich der neue Reifen nicht verstehen: "Man darf nicht vergessen, dass es ein anderes Frontprofil gibt, das sich wahrscheinlich auch auf das Niveau des Abtriebs an der Front auswirkt. Deshalb gibt es mehr Untersteuern."

Umso wichtiger sei es, vor dem nächsten Test mit den Fahrer und Teams besser darüber zu kommunizieren, "was wir tun wollen, was wir erreichen wollen, was sie fühlen und uns berichten sollen", mahnt Isola. "Wahrscheinlich haben wir das nicht auf die richtige Weise gemacht. Und deshalb hatten wir auch diese Kommentare."

In Bahrain hatte jeder Fahrer zwei Sätze der C3-Mischung, die in beiden Freitagssessions zum Einsatz kommen sollten. An diesem Wochenende handelt es sich um einzigen Satz C4, der im FT2 mindestens acht Runden lang gefahren werden soll.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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Rennserie Formel 1
Urheber Juliane Ziegengeist