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Esteban Ocon sah sich nach seiner Kollision mit Franco Colapinto Hass im Internet ausgesetzt: Von FIA-Präsident Mohammed bin Sulayem gab es Unterstützung

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Esteban Ocon bekam den Hass von argentinischen Fans ab

Foto: LAT Images

"Am besten schließt du jetzt deine DMs" - diesen Rat gab ein Journalist Esteban Ocon in der Medienrunde nach dem Rennen, nachdem es beim Großen Preis von China zu einer Kollision mit Franco Colapinto gekommen war. Der Haas-Pilot sah sich in den folgenden Tagen tatsächlich einer Flut von Online-Beleidigungen ausgesetzt.

Während Ocon die Anfeindungen, die sogar Morddrohungen beinhalteten, als das Werk von "Keyboard-Warriors" abtat, sind sie Teil eines umfassenderen Musters von Online-Toxizität innerhalb der Fan-Community.

Letztes Jahr deaktivierte Mercedes-Pilot Andrea Kimi Antonelli kurzzeitig seine Social-Media-Kanäle, nachdem er ähnliche Beschimpfungen erhalten hatte, als ihm fälschlicherweise vorgeworfen wurde, Lando Norris beim Großen Preis von Katar absichtlich vorbeigelassen zu haben.

"Offensichtlich war eine Menge los", sagt Ocon. "Um ehrlich zu sein, habe ich dem Ganzen nicht allzu viel Aufmerksamkeit geschenkt, aber ich habe gesehen, was online passierte. Das Wichtigste für mich war eigentlich, direkt mit Franco zu sprechen - ihm zu sagen, was ich denke und dass mir der Vorfall leidtut, denn in diesem Fall war es meine Schuld."

"Wir hatten einen guten Austausch, zwischen uns war natürlich alles okay. Ich bin froh, dass er trotzdem ein gutes Rennen hatte und noch Punkte sammeln konnte, das war wichtig", so der Franzose.

Colapinto war in China zeitweise auf dem zweiten Platz gefahren, nachdem die Führungsgruppe während einer frühen Safety-Car-Phase an die Box gegangen war. Er kämpfte immer noch um eine Top-10-Platzierung, als er in Runde 32 zum Reifenwechsel stoppte. Als Colapinto die Box verließ, nutzte Ocon den Moment und wagte ein opportunistisches Manöver auf der Innenseite von Kurve 1, woraufhin sich beide Autos drehten.

Obwohl Colapinto sich noch auf den zehnten Platz zurückkämpfte, hätte er ohne die Kollision drei Plätze weiter vorne landen können. Ocon erhielt von den Kommissaren eine 10-Sekunden-Strafe und übernahm die volle Verantwortung für den Vorfall. Dennoch traf ihn der Zorn der Online-Community - und das, obwohl Colapintos Management die Fans explizit dazu aufgerufen hatte, "positiv und respektvoll" zu bleiben.

Brief von FIA-Präsident Sulayem

Ocon verrät, dass er ein Unterstützungsschreiben von FIA-Präsident Mohammed Ben Sulayem erhalten habe, der sich prominent für Maßnahmen gegen Online-Hass einsetzt. Im Jahr 2023 gründete Ben Sulayem die Kampagne "United Against Online Abuse", nachdem ein Rennkommissar nach dem US-Grand-Prix des Vorjahres zur Zielscheibe von Trolls geworden war.

"Die FIA - der Präsident - hat mir danach einen Brief geschickt, es war also durchaus ein Thema", so Ocon. "Jede Art von Online-Missbrauch, die wir erlebt haben, sollte definitiv nicht toleriert werden und müsste massive Konsequenzen haben. Das darf im Sport, oder in unserem Sport generell, keinen Platz haben."

"Aber wissen Sie, das sind eben 'Keyboard-Warriors', so sind sie nun mal. Ich denke, dass das in Zukunft noch stärker thematisiert wird und es für diese Leute vermutlich mehr Konsequenzen geben wird."

Komatsu: Ocon hat wahre Größe bewiesen

Haas-Teamchef Ayao Komatsu stellt sich hinter seinen Fahrer und betont, dass sich Ocon "zu 100 Prozent richtig verhalten" habe. "Esteban hat sofort akzeptiert, dass das sein Fehler war. Und das fand ich sehr, sehr gut", meint der Japaner.

"Er hat zudem mit Franco gesprochen. Genau so wünsche ich mir das Verhalten unserer Fahrer. Ich bin also sehr stolz auf Esteban und darauf, wie er sich präsentiert hat", so Komatsu.

Was das Verhalten einiger Fans angeht, das könne er nicht kontrollieren. "Alles, was ich sagen kann, ist, wie Esteban sich verhält. Ich stehe voll und ganz hinter ihm. Es zeugt von wahrer Größe, zu seinen Fehlern zu stehen. Sofort, ohne Ausreden."

"Er war frustriert, aber dann ist ihm eben ein Fehler unterlaufen. Und er kam sofort an und sagte: 'Hört zu, das geht auf meine Kappe.' Direkt und ohne Umschweife - mehr kann man nicht verlangen."

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