F1 in Saudi-Arabien: Prinz verspricht für 2023 mehr Sicherheitsmaßnahmen

Der diesjährige Formel-1-Grand-Prix in Dschidda nährte Sicherheitsbedenken, die Saudi-Arabien aus dem Weg räumen will - Dabei räumt der Prinz auch Fehler ein

F1 in Saudi-Arabien: Prinz verspricht für 2023 mehr Sicherheitsmaßnahmen
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Die Verantwortlichen für den Formel-1-Grand-Prix in Saudi-Arabien haben sich mit allen Teams und Fahrern privat getroffen, um ihnen nach den Ereignissen, die das diesjährige Rennen überschattet haben, die Sicherheit in Dschidda zu versichern.

Das zweite Rennwochenende der Saison 2022 war am Freitag von einem Raketenangriff auf eine Öleinrichtung in der Nähe der Rennstrecke überschattet worden. Die jemenitischen Houthis-Rebellen übernahmen die Verantwortung für den Angriff.

Dies veranlasste die Formel-1-Bosse, Teams und Fahrer am Freitagabend zu Gesprächen in Dschidda, um zu erörtern, ob der saudi-arabische Grand Prix sicher stattfinden kann. Am Ende einigte man sich darauf, dass der Rennbetrieb fortgesetzt werden. Zu weiterem Zwischenfälle kam es nicht.

Dennoch veranlasste die Situation in Dschidda die Rennleitung zu einer umfassenden Überprüfung der Ereignisse, um sicherzustellen, dass sich dies in Zukunft nicht wiederholt.

Prinz von Saudi-Arabien besucht Singapur-GP

Die Rennleiter haben sich in den vergangenen Wochen mit allen Teams und Fahrern einzeln getroffen, um sich zu besprechen. Im Rahmen der laufenden Gespräche besuchte der saudi-arabische Sportminister Prinz Abdulaziz Bin Turki Al-Faisal jüngst Singapur, um sich über die Fortschritte zu informieren.

"Wir haben über die notwendigen Maßnahmen gesprochen, insbesondere in Zusammenarbeit mit der Formel 1, und unsere oberste Priorität ist die Sicherheit für alle", berichtet der Prinz. "Das gilt nicht nur für die Strecke, sondern auch für das ganze Land."

"Drei Tage nach dem Anschlag wurde ein Waffenstillstand angekündigt. Ich denke also, dass die vielen Medien, die vor Ort waren, eine Möglichkeit darstellten, um Aufmerksamkeit zu erregen und Aggression zu zeigen. Aber wir waren zuversichtlich, dass die Sicherheit zu diesem Zeitpunkt gewährleistet war."

Prinz Abdulaziz ist es wichtig, dass es eine offene Diskussion über die Sorgen geführt wird, die jeder in der Formel 1 hat. In diesem Punkt sieht er auch bei sich selbst Nachholbedarf.

"Ich denke, wir müssen mehr tun, um einen offenen Dialog und eine offene Kommunikation zwischen uns zu führen", sagt er. "Auch für uns war es eine Lernkurve, deshalb haben wir vielleicht vor dem ersten Rennen nicht mit vielen Teams gesprochen."

"Wir haben aber gemerkt, dass das notwendig war, also haben wir diese Maßnahme ergriffen. Wir wissen, dass es bei einigen Themen Bedenken gibt. Wir sind nicht perfekt und wir haben das nie behauptet. Aber wir lernen aus unseren Erfahrungen und ergreifen Maßnahmen, um es in Zukunft besser zu machen."

Mehr Sicherheit auf der Strecke und rundherum

So verspricht der Prinz, dass für 2023 weitere Sicherheitsmaßnahmen ergriffen würden, um die Formel 1 in Saudi-Arabien noch sicherer zu machen. Dafür arbeitete man eng zusammen, "um sicherzustellen, dass alle Bedenken von Fahrern, Teams oder Einzelpersonen, sogar von Fans, berücksichtigt werden".

"Wir wissen, dass es sicher ist, aber wir müssen erklären, welche Maßnahmen ergriffen worden sind. Mehr als 4000 Soldaten waren während der Veranstaltung im Einsatz, damit niemand die Sicherheit der Veranstaltung und der Stadt beeinträchtigt. Denn für uns steht das Thema Sicherheit über allem."

Neben der Erhöhung der Sicherheitsvorkehrungen rund um den Austragungsort wird Saudi-Arabien für 2023 auch kleinere Änderungen an den Absperrungen der Rennstrecke in Dschidda vornehmen. Damit soll vor allem die Sicht der Fahrer verbessert werden.

"Wir arbeiten mit der FIA und der Formel 1 zusammen, um bestimmte Änderungen an der Strecke vorzunehmen", bestätigt Prinz Abdulaziz. "Das Layout ist gleich geblieben, aber aus Sicherheitsgründen werden wir die Sichtverhältnisse verbessern."

"Wir haben auch gelernt, dass das neue Auto empfindlicher auf die Randsteine reagiert. Das war auch in Miami so, deshalb haben wir die Randsteine angepasst. Wir befinden uns in ständigem Austausch mit der FIA und der Formel 1, um sicherzustellen, dass wir gut vorbereitet in das nächste Rennen gehen."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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