Nach Reiseeinschränkungen in Großbritannien: Wackelt Türkei-Rennen?

Warum eine in Großbritannien erlassene Reiseeinschränkung den Formel-1-Grand-Prix in der Türkei gefährden und was ein Alternativszenario sein könnte

Nach Reiseeinschränkungen in Großbritannien: Wackelt Türkei-Rennen?

Am 12. Mai 2021 kommt die Türkei auf die sogenannte rote Liste von Großbritannien. Das bedeutet Reisebeschränkungen für Briten. Und das hat Folgen, auch für die Formel 1: Denn bleibt der Status des Landes erhalten, dann ist womöglich die Durchführung des Türkei-Grand-Prix am 13. Juni gefährdet.

Das liegt daran, dass ein Großteil der Mitarbeiter im Formel-1-Fahrerlager aus England stammt. Sie sind einerseits für die dort ansässigen Teams tätig, aber zum Beispiel auch für die TV-Produktion der Rennserie und deren Verwaltung.

Und die Coronavirus-Verordnungen besagen: Alle Briten müssen im Anschluss an einen Besuch in einem Land der roten Liste verpflichtend für zehn Tage eine Quarantäne in einem von der Regierung benannten Hotel verbringen, und sie müssen auch selbst für die Unterbringungskosten aufkommen. Vor allem die Quarantäne-Zeit lässt sich aber nicht gut mit dem straffen Terminplan der Formel 1 vereinbaren.

Das Problem: Der enge Formel-1-Terminplan

Denn schon 14 Tage nach dem Türkei-Rennen wird in Le Castellet in Frankreich gefahren. Davor aber suchen die Teams ihre jeweilige Zentrale in England auf, um von Luftfracht auf Lastwagen-Transport umzustellen. Und das wäre erschwert, wenn ein Großteil der Belegschaft nicht verfügbar sein sollte.

Die Formel 1 beobachtet die Entwicklung der roten Liste daher sehr genau, wie ein Sprecher erklärt: "Wir haben die Ankündigung der Reiseeinschränkungen für die Türkei zur Kenntnis genommen und bewerten die Situation gerade [neu]. In den kommenden Tagen werden wir weitere Details bekanntgeben."

Mögliche Alternativszenarien für die Formel 1

Wahrscheinlich versucht die Formel 1 nun, ein Alternativszenario zu erarbeiten, sollte das Türkei-Rennen nicht durchführbar sein. Das könnte einen alternativen Austragungsort bedeuten, der aber in die komplexe Logistik eingebunden werden müsste, weil die Formel 1 nur eine Woche vorher in Aserbaidschan antritt.

Möglich wäre außerdem eine Streichung des Rennens am 13. Juni und zum Beispiel ein zusätzlicher Grand Prix entweder in Le Castellet oder in Spielberg, den beiden folgenden Rennschauplätzen.

Die Türkei selbst war aufgrund der Absage des Kanada-Grand-Prix erst nachträglich in den Formel-1-Kalender 2021 aufgenommen worden, nachdem der Istanbul Park Circuit schon 2020 als Ersatz für in der Coronakrise ausgefallene Rennen firmiert hatte. Zuvor war von 2005 bis 2011 an gleicher Stelle der Türkei-Grand-Prix gefahren worden.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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