Nach Spa-Farce: FIA-Präsident Todt kündigt Lösungsgespräche an

Jean Todt will im Oktober formelle Gespräche über eine Änderung des Formel-1-Reglements nach der Spa-"Farce" führen - Optionen für Rückerstattung in Arbeit

Nach Spa-Farce: FIA-Präsident Todt kündigt Lösungsgespräche an

Angesichts der großen Unzufriedenheit darüber, dass am vergangenen Sonntag in Spa WM-Punkte vergeben wurden, obwohl die Fahrer nur drei Runden hinter dem Safety-Car absolvierten, soll das Formel-1-Reglement in diesem Punkt überprüft werden, wie FIA-Präsident Jean Todt nun bestätigt.

In einer auf Twitter veröffentlichten Erklärung kündigt der Franzose an, dass er die Situation bei der nächsten Sitzung der Formel-1-Kommission, die in etwas mehr als einem Monat stattfindet, zur Sprache bringen wird.

"Die FIA wird zusammen mit der Formel 1 und den Teams das Reglement sorgfältig überprüfen, um zu sehen, was man daraus lernen und für die Zukunft verbessern kann", schreibt Todt. "Die Ergebnisse, einschließlich des Themas der Punktevergabe, werden auf die Tagesordnung der nächsten Kommissionssitzung am 5. Oktober gesetzt."

Regeländerung in der laufenden Saison möglich

Die Formel-1-Kommission ist ein regelgebendes Gremium, das sich aus Mitgliedern der FIA, des kommerziellen Rechteinhabers der Formel 1 und der Teams zusammensetzt.

Es stehen 30 Stimmen zur Verfügung - zehn für die FIA, zehn für die Formel 1 und zehn für die Teams. Es ist eine Mehrheit erforderlich, damit die Regeln dem World Motor Sport Council zur Ratifizierung vorgelegt werden können. Für Regeländerungen für das nächste Jahr sind insgesamt 26 Stimmen erforderlich. Änderungen in der laufenden Saison bedürfen einer Super-Mehrheit von 28 Stimmen.

Die Unzufriedenheit über die Ereignisse in Belgien, die Lewis Hamilton auf Instagram als "Farce" bezeichnete, lässt vermuten, dass es mit ziemlicher Sicherheit genug Unterstützung für eine sofortige Änderung des Reglements geben würde. Die wahrscheinlichste Änderung besteht darin, in einem Fall wie Spa keine Punkte zu vergeben.

Jean Todt: Das Wetter in Spa war unberechenbar

Todt betont derweil, dass die FIA alles in ihrer Macht Stehende getan habe, um den Grand Prix am Sonntag stattfinden zu lassen, das Wetter dies aber nicht möglich gemacht habe.

"Die von den Meteorologen vorhergesagten Wetterfenster traten den ganzen Tag über nicht auf", erklärt der FIA-Präsident. "Und obwohl gegen Ende des Tages ein kleines Fenster auftauchte, in dem ein Versuch unternommen wurde, das Rennen zu starten, verschlechterten sich die Bedingungen schnell wieder."

Jean Todt

Jean Todt kann sich für die Zukunft eine Anpassunge der Regeln vorstellen

Foto: Motorsport Images

"Aufgrund der mangelnden Sicht durch die Gischt hinter den Autos konnten wir das komplette Rennen nicht unter ausreichend sicheren Bedingungen für die Fahrer, Streckenposten und die tapferen Zuschauer durchführen, die viele Stunden ausgeharrt haben, was mir sehr leid tut. Das ist allen Beteiligten sehr bewusst."

Formel 1 wägt Optionen für eine Rückerstattung ab

"Die FIA-Kommissare haben auf der Grundlage der Bestimmungen des Internationalen Sportgesetzes das Rennen abgebrochen, um mehr Zeit und damit mehr Möglichkeiten zu gewinnen, den Fans ein Formel-1-Rennen zu bieten", heißt es weiter.

"Trotz dieser Bemühungen konnte das Rennen nach den Safety-Car-Runden nicht mehr gestartet werden, und das bestehende Reglement wurde korrekt angewendet."

Ob die enttäuschten Fans vor Ort eine Chance auf Rückerstattung oder irgendeine andere Art der Kompensation erhalten, ist noch unklar. In einer Erklärung der Formel 1 vom Mittwoch bestätigte die Rennserie zumindest, dass sie entsprechende Optionen prüft.

Darin heißt es: "Nach den Auswirkungen des Wetters auf den Grand Prix von Belgien arbeiten die Formel 1 und der Promoter an verschiedenen Optionen für die Ticketinhaber, um ihnen unsere Anerkennung und unseren Dank für ihr Engagement auszudrücken." Weitere Details sollen so bald wie möglich verkündet werden.

Man wolle sich bei den Fans für ihre anhaltende Unterstützung und Leidenschaft für die Formel 1 bedanken, schließt das Statement ab. Formel-1-CEO Stefano Domenicali hatte bereits kurz nach dem Rennen betont, dass mit dem Rennveranstalter Gespräche über Möglichkeiten der Rückerstattung geführt werden müssten.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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