Nach teaminterner Schrecksekunde: Lindblad übertrifft eigene Erwartungen
Rookie Arvid Lindblad kommt bei seinem ersten Formel-1-Qualifying gleich in die Top 10, zuvor kommt es aber beinahe zum Zusammenstoß mit Teamkollege Liam Lawson
Arvid Lindblad erlebte ein erfolgreiches Qualifying-Debüt in Melbourne
Foto: LAT Images
Für Neuling Arvid Lindblad war sein erstes Qualifying in der Formel 1 (live im Ticker verfolgen) ein Erfolg, denn der Brite konnte in Melbourne auf Anhieb in die Top 10 fahren und seinem Team Racing Bulls zusammen mit Teamkollege Liam Lawson einen doppelten Q3-Einzug bescheren. "Es lief viel besser, als das Team und ich erwartet hatten", freut sich der Youngster nach seinem neunten Platz.
"Ich glaube nicht, dass zwei Autos in Q3 wirklich unser Ziel für dieses Wochenende waren. Von daher finde ich, dass jeder einen fantastischen Job gemacht hat", lobt Lindblad, der selbst mit seinem Debüt in der Königsklasse zufrieden ist.
"Es war bisher ein wirklich gutes Wochenende. Ich war extrem gespannt, als ich hierherkam. Das ist etwas, worauf ich mein ganzes Leben lang hingearbeitet und wovon ich geträumt habe", sagt er. "Mein Debüt zu geben, ist also extrem cool. Und dass es heute so gut gelaufen ist, übertrifft meine Erwartungen bei Weitem. Ich freue mich jetzt einfach riesig auf das Rennen morgen."
Dabei wäre für den 18-Jährigen durchaus noch mehr drin gewesen, denn sowohl in Q1 als auch in Q2 lag er vor seinem erfahreneren Teamkollegen Lawson, doch auf der entscheidenden Runde meldete Lindblad ein paar Probleme mit seinen Schaltvorgängen und schien dadurch etwas Performance einzubüßen.
Das wurde in der Zeit ersichtlich, die mit 1,2 Sekunden Rückstand auf seinen Teamkollegen die klar langsamste im letzten Abschnitt war. Gegen die vier Topteams hatten die Racing Bulls in Q3 aber ohnehin kaum Chancen auf eine bessere Platzierung.
Schrecksekunde mit Bortoleto
Der einzige andere Mittelfeld-Kandidat in Q3 war Audis Gabriel Bortoleto, der aufgrund eines technischen Problems aber gar nicht erst in der Session antreten konnte. Zuvor war es zwischen ihm und den beiden Racing Bulls zu einer kniffligen Szene gekommen.
Bortoleto hatte nach Q2 plötzlich Leistung verloren und fuhr ganz langsam in die Boxengasse. "Mitten in der Runde habe ich plötzlich Gänge verloren und konnte es nicht mehr zurück an die Box schaffen", beschreibt der Brasilianer selbst. Lawson fuhr hinter ihm ebenfalls in Schleichfahrt, als Lindblad mit vollem Tempo um die blinde Kurve der Boxeneinfahrt kam.
Nur aufgrund einer schnellen Reaktion konnte er dort seinem Teamkollegen ausweichen und mit blockierenden Rädern an ihm vorbeirauschen. "Das war schon ein kleiner Schreckmoment", atmet Lindblad durch und spricht bei Sky von "unnötigem Stress".
"Wir werden uns das im Team genau ansehen - ob ich etwas falsch gemacht habe oder ob in der Kommunikation etwas schiefgelaufen ist", sagt er. "Aber wie auch immer, es bringt jetzt nichts, sich den Kopf darüber zu zerbrechen. Am Ende ist zum Glück alles gut gegangen. Wir schauen einfach, ob wir es beim nächsten Mal anders machen können."
Unkompliziertes Qualifying
Unter dem Strich bleibt für das kleine Schwesterteam von Red Bull ein gutes Ergebnis stehen. "Zwei Autos in Q3 und die Startplätze acht und neun beweisen, dass wir zwei schnelle Fahrer und mit dem VCARB 03 ein beeindruckendes Auto haben", lobt Cheftechniker Tim Goss.
"Wir kamen mit einem guten Verständnis für das ideale Set-up-Fenster nach Melbourne. Dank einiger zusätzlicher aerodynamischer Upgrades konnten wir die Pace und die Balance des Autos noch einmal steigern", lobt er.
"Das Auto war von Anfang an im richtigen Arbeitsfenster, was wir der exzellenten Vorbereitung unseres Ingenieurteams zu verdanken haben. Auf dieser Basis mussten wir in den Trainingssitzungen vor dem Qualifying nur noch ein wenig Feintuning betreiben."
Das Weiterkommen in Q1 sei daher "relativ unkompliziert" gewesen, wie er sagt. "Wir haben dennoch die Gelegenheit genutzt, zwei Sätze frischer Reifen zu fahren, um sicherzustellen, dass wir so gut wie möglich auf das Q2 vorbereitet waren, das unser Hauptschlachtfeld sein sollte."
Dort hätten beide Fahrer dann "fantastische Runden" hingelegt, um in die Top 10 einzuziehen. Die Marge betrug aus Sicht der Jungbullen dabei knapp eineinhalb Zehntelsekunden. "In Q3 sind wir auf gebrauchten Soft-Reifen gefahren - das war eine rein strategische Entscheidung, um unsere Chancen für das Rennen am Sonntag zu verbessern", so Goss.
"Liam lieferte erneut eine großartige Runde ab, während Arvid leider ein kleineres Problem mit der Fahrzeugkontrolle hatte, das ihn erheblich Performance kostete."
Diese Story teilen oder speichern
Registrieren und Motorsport.com mit Adblocker genießen!
Von Formel 1 bis MotoGP berichten wir direkt aus dem Fahrerlager, denn wir lieben unseren Sport genau wie Du. Damit wir dir unseren Fachjournalismus weiterhin bieten können, verwendet unsere Website Cookies. Dadurch wird Dein Nutzererlebnis optimiert und die Werbung auf Deine Interessen zugeschnitten. Wir wollen dir aber natürlich trotzdem die Möglichkeit geben, eine werbefreie Website zu genießen.