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Nach Verlusten: Massive Einsparungen bei Renault-Konzern

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Nach Verlusten: Massive Einsparungen bei Renault-Konzern
Autor:
Co-Autor: Léna Buffa
14.02.2020, 17:03

Der in Turbulenzen geratene Renault-Konzern muss dringend sparen und schließt selbst Stellenabbau nicht aus - Auswirkungen auf Formel-1-Projekt unklar

Rund zwei Milliarden Euro muss Renault einsparen. Und das in den nächsten drei Jahren. Das hat der Konzern mit Hauptsitz in Frankreich nun verkündet. Auch ein Abbau von Arbeitsplätzen wird in Erwägung gezogen. Es gäbe "kein Tabu", sagte Renault-Interimschefin Clotilde Delbos. Muss nun also auch das Formel-1-Projekt zittern?

Sportchef Cyril Abiteboul hofft auf eine Grand-Prix-Zukunft von Renault und meint: "[Die Leute an der Konzernspitze] wissen, dass wir seit 43 Jahren in der Formel 1 aktiv sind. Wir haben hier also die Chance, unsere Tradition fortzuführen."

"Ich glaube nicht, dass jemand aus der Geschäftsleitung wirklich im Sinn hat, [das Formel-1-Projekt] zu beenden, sondern man wird im Gegenteil sogar davon profitieren wollen." Er sei daher "eher zuversichtlich", was die Renault-Zukunft in der Formel 1 anbelange, sagte Abiteboul weiter.

Ghosn-Affäre zieht noch immer Kreise

Im Vergleich zum Wochenbeginn, als Abiteboul seine Aussagen getroffen hat, dürfte sich die Situation bei Renault aber zugespitzt haben. Denn am Freitag verkündete Delbos den ersten Verlust der vergangenen zehn Jahre und reduzierte zudem die Gewinnerwartung für 2020.

Fotostrecke
Liste

1977: Renault RS01

1977: Renault RS01
1/21

Foto: Sutton Images

Fahrer: Jean-Pierre Jabouille

1978: Renault RS01

1978: Renault RS01
2/21

Foto: LAT Images

Fahrer: Jean-Pierre Jaboullie

1979: Renault RS10

1979: Renault RS10
3/21

Foto: LAT Images

Fahrer: Rene Arnoux, Jean-Pierre Jabouille

1980: Renault RE20

1980: Renault RE20
4/21

Foto: LAT Images

Fahrer: Rene Arnoux, Jean-Pierre Jaboullie

1981: Renault RE30

1981: Renault RE30
5/21

Foto: Sutton Images

Fahrer: Rene Arnoux, Alain Prost

1982: Renault RE30

1982: Renault RE30
6/21

Foto: LAT Images

Fahrer: Rene Arnoux, Alain Prost

1983: Renault RE40

1983: Renault RE40
7/21

Foto: LAT Images

Fahrer: Eddie Cheever, Alain Prost

1984: Renault RE50

1984: Renault RE50
8/21

Foto: Jean-Philippe Legrand

Fahrer: Philippe Streiff, Patrick Tambay, Derek Warwick

1985: Renault RE60

1985: Renault RE60
9/21

Foto: Sutton Images

Fahrer: Francois Hesnault, Patrick Tambay, Derek Warwick

2002: Renault R202

2002: Renault R202
10/21

Foto: Renault F1

Fahrer: Jenson Button, Jarno Trulli

2003: Renault R23

2003: Renault R23
11/21

Foto: Steve Etherington / Motorsport Images

Fahrer: Fernando Alonso, Jarno Trulli

2004: Renault R24

2004: Renault R24
12/21

Foto: LAT Images

Fahrer: Fernando Alonso, Jarno Trulli, Jacques Villeneuve

2005: Renault R25

2005: Renault R25
13/21

Foto: Sutton Images

Fahrer: Fernando Alonso, Giancarlo Fisichella

2006: Renault R26

2006: Renault R26
14/21

Foto: Sutton Images

Fahrer: Fernando Alonso, Giancarlo Fisichella

2007: Renault R27

2007: Renault R27
15/21

Foto: Sutton Images

Fahrer: Giancarlo Fisichella, Heikki Kovalainen

2008: Renault R28

2008: Renault R28
16/21

Foto: Sutton Images

Fahrer: Fernando Alonso, Nelson Piquet Jr.

2009: Renault R29

2009: Renault R29
17/21

Foto: Sutton Images

Fahrer: Fernando Alonso, Nelson Piquet Jr., Romain Grosjean

2016: Renault R.S.16

2016: Renault R.S.16
18/21

Foto: Sutton Images

Fahrer: Kevin Magnussen, Jolyon Palmer

2017: Renault R.S.17

2017: Renault R.S.17
19/21

Foto: Sutton Images

Fahrer: Nico Hülkenberg, Jolyon Palmer, Carlos Sainz Jr.

2018: Renault R.S.18

2018: Renault R.S.18
20/21

Foto: Glenn Dunbar / Motorsport Images

Fahrer: Nico Hülkenberg, Carlos Sainz Jr.

2019: Renault R.S.19

2019: Renault R.S.19
21/21

Foto: Renault Sport

Fahrer: Nico Hülkenberg, Daniel Ricciardo

Delbos spricht von einem "schwierigen Jahr 2019" für Renault und dessen Schwesterfirmen. Die Absatzzahlen seien genau in dem Augenblick zurückgegangen, als Renault "interne Schwierigkeiten" bekommen habe, wie sie es nennt.

Mit "internen Schwierigkeiten" meint Delbos die jüngsten Entwicklungen um Carlos Ghosn, der Ende 2018 in Japan als amtierender Renault-Boss verhaftet worden war. Ihm wurde unter anderem die Veruntreuung von Firmengeldern zur Last gelegt. Ghosn trat im Januar 2019 von seiner Renault-Rolle zurück, der Vorfall allerdings wirkt weiter nach.

Renault-Zukunft in Formel 1 bisher nicht gesichert

Die nun angekündigten Sparmaßnahmen sollen mit sofortiger Wirkung greifen, und nicht erst, wenn mit Luca de Meo zu Jahresmitte ein neuer Renault-Konzernchef übernimmt.

Das Formel-1-Projekt, in dem Renault als Werksteam und als Antriebslieferant in Erscheinung tritt, wurde bislang nicht explizit genannt, könnte früher oder später aber auch von einer möglichen Neuausrichtung betroffen sein.

Abiteboul macht deshalb schon mal vorab Werbung in eigener Sache: "In Frankreich unterschätzt man den Einfluss der Formel 1 gerne. Mit den Kosten, die wir für die kommenden Jahre prognostizieren, und mit ordentlichen Ergebnissen, ist die Formel 1 eine einmalige Werbeplattform - sofern man sie gut zu nutzen versteht."

Welche Ausreden gelten noch im fünften Jahr?

Außerdem gehe der Grand-Prix-Sport Hand in Hand mit aktuellen Konzernthemen wie nachhaltige Mobilität oder effizientem Energieeinsatz, meint Abiteboul weiter.

Gleichzeitig ist sich der Renault-Sportchef bewusst, dass das Formel-1-Projekt auch aufgrund ausbleibender Erfolge angreifbar geworden ist. Abitebouls Verteidigung: "Die Leute sehen oft nicht, dass man eben hier und da aneckt, wenn man in kurzer Zeit ein solches Programm auf die Beine stellt und noch dazu mit deutlich kleinerem Budget operiert als andere."

Von "kurzer Zeit" kann inzwischen aber keine Rede mehr sein: Renault kehrte zur Saison 2016 nach sechsjähriger Auszeit mit einem Werksteam in die Formel 1 zurück, steht nun also vor der fünften Saison mit dem eigenen Rennstall - und wollte nach den ursprünglichen Plänen spätestens in diesem Jahr Weltmeister sein. WM-Ergebnis 2019: Platz fünf unter zehn Teams.

Es läuft also nicht rund bei Renault, weder auf noch abseits der Rennstrecke. Denn auch Konzernschwester Nissan hat erstmals seit Jahren Verluste im ersten Quartal gemeldet. Und für 2019 verzeichnete der Gesamtkonzern laut 'Reuters' einen Verkaufsrückgang von 3,3 Prozent auf rund 55 Milliarden Euro.

Mit Bildmaterial von LAT.

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Urheber Stefan Ehlen