Nach Verstappen-Kritik: Red Bull steht jetzt noch stärker unter Erfolgsdruck
Max Verstappen kritisiert das neue Reglement und hat "keinen Spaß" mehr: Es liegt an Red Bull, den Weltmeister mit einem siegfähigen Auto in der Formel 1 zu halten
Red Bull muss Max Verstappen ein siegfähiges Auto geben
Foto: LAT Images
Sorgt sich Red Bull um sein größtes Zugpferd? Nach der deutlichen Kritik von Max Verstappen, dass die Formel 1 unter dem neuen Reglement "keinen Spaß" mehr mache, scheint für die Bullen nur eine Möglichkeit zu bleiben, um den viermaligen Weltmeister weiterhin zu halten: ein siegfähiges Auto.
"Es ist nicht mein Ziel, ihn glücklich zu machen", sagt Technikdirektor Pierre Wache auf die Frage, was das Team tun könne, um Verstappen trotz der aktuellen Situation zufriedener zu machen. Aber: "Wir können ihn glücklich machen, indem wir Rennen gewinnen."
"Meine Aufgabe und die Aufgabe des Teams auf meiner Ebene ist es, sicherzustellen, dass wir ihm das Werkzeug geben, mit dem er an der Spitze kämpfen kann. Das Reglement selbst und wie das Autodesign ist - also wie sich das Auto aufgrund dieses Reglements anfühlt - liegt außerhalb unseres Einflussbereichs."
"Das ist eine Diskussion mit der FIA", betont Wache. "Daran können wir teilnehmen, aber der Hauptzweck und der Hauptfokus ist es, das Auto besser zu machen." Laut Wache liegt es also an der FIA und nicht an Red Bull, Verstappen vom Energiemanagement und den neuen Autos zu überzeugen.
Max Verstappen braucht ein siegfähiges Auto
Was Red Bull allerdings kontrollieren kann, ist das Auto selbst: Ein siegfähiges Fahrzeug in den Händen von Verstappen könnte alle Sorgen des Niederländers übertönen. Doch wo der RB22 wirklich steht, bleibt offen, denn alle Teams halten ihr wahres Tempo bislang geheim.
Die Testfahrten gleichen einem taktischen Spiel zwischen den Teams: Mercedes hat gute Gründe, das eigene Potenzial wegen der Diskussion um seine Antriebseinheit zu verbergen, und behauptet, dass die neue Antriebseinheit von Red Bull bei der nachhaltigen Energienutzung führend sei.
Die Mercedes-Kundenteams, allen voran McLaren, sehen das ähnlich, glauben aber, dass ihr Antrieb auf ein vergleichbares Niveau gebracht werden könnte. Red Bull bestreitet, die effektivste Power-Unit zu besitzen, während Verstappen die Mercedes-Behauptung, dass der Trick mit dem Verdichtungsverhältnis nur ein oder zwei PS bringe, verspottet.
Red Bull glaubt: "Wir liegen zurück"
"Es ist schwer zu sagen", grübelt Wache über das aktuelle Kräfteverhältnis. "Wir sind sicher nicht die Referenz. Klar liegen die Topteams, also Ferrari, Mercedes und McLaren, vor uns. Nach unserer Analyse liegen wir zurück. Aber genau zu sagen, wo wir stehen, ist schwierig, weil sich Fahrpläne, Benzinmengen und Leistungsabrufe der Teams kaum vergleichen lassen."
"Momentan sehen wir uns als viertschnellstes Paket, aber das könnte falsch sein", ergänzt der Technikchef, der offenbar keinen Blick auf die Zeitentabelle wirft. "Wir verbringen nicht zu viel Zeit damit, uns damit zu beschäftigen, sondern konzentrieren uns darauf, das Auto zu verbessern." Und das vor allem, um Verstappen doch noch zu überzeugen ...
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