Nach Zhou-Crash: Russell bemängelt Sicherheit der Reifenbarrieren

George Russell bringt das Thema Streckensicherheit auf die Agenda, nachdem sich Guanyu Zhous Auto in Silverstone zwischen Reifenstapel und Fangzaun verkeilte

Nach Zhou-Crash: Russell bemängelt Sicherheit der Reifenbarrieren
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Nach dem Unfall von Guanyu Zhou beim Grand Prix von Großbritannien mahnt George Russell, die Formel 1 müsse die Sicherheit der Reifenbarrieren überdenken, um zu verhindern, dass Autos wie das von Zhou in Zwischenräumen steckenbleiben.

Der Alfa Romeo des Chinesen war in der ersten Kurve des Rennens in Silverstone durch das Kiesbett und über die Reifenstapel geschleudert worden, nachdem er in einen Unfall mit mehreren anderen Fahrzeugen verwickelt war, darunter Russell.

Zhous Wagen verkeilte sich anschließend in einer Lücke zwischen Reifenstapel und Fangzaun. Er blieb zwar unverletzt und konnte von den Sicherheitskräften aus dem Auto befreit werden, doch Russell zufolge war die Situation alles andere als ideal.

Russell: "Ein beängstigender Zwischenfall"

"In dieser Position saß er fest", sagt Russell, der unmittelbar nach dem Unfall zu Zhou hinüber gelaufen war, um sich von seinem Zustand zu vergewissern. "Es gab nichts, was er hätte tun können. "Ich denke, wir hätten vermeiden müssen, dass das Auto in einem so schmalen Spalt zwischen den Reifenbarrieren und dem Metallzaun festsitzt. Er saß da einfach fest und konnte nirgendwo hin."

"Es war ein unglaublich beängstigender Zwischenfall, nicht nur für ihn, sondern sicher auch für alle anderen im Publikum", weiß der Mercedes-Pilot. "Es war nicht schön, das zu sehen."

Er selbst war Mitauslöser des Unfalls: Er drehte sich kurz nach dem Start infolge einer Berührung mit Pierre Gasly im AlphaTauri und rutschte noch vor der ersten Kurve in Zhou, dessen Auto abhob, auf dem Dach landete und in die Streckenbegrenzung rauschte.

"Wir sind offensichtlich ein Risiko eingegangen, indem wir auf den harten Reifen gestartet sind, weil ich gestern im Qualifying keinen guten Job gemacht habe und wir von einer schlechteren Position gestartet sind", rekapituliert Russell seine Ausgangslage.

"Wir wussten, dass es sehr knifflig werden würde, aber ich wurde am Start einfach von allen überrollt, und das nächste, was ich weiß, ist, dass ich in der Seite von Zhou war. Es gibt so viele verschiedene Emotionen." Große Erleichterung herrschte aber freilich darüber, dass Zhou ohne Verletzungen davonkam.

Warum Russell nicht weiterfahren konnte

Nicht nur für ihn, auch für Russell war das Rennen nach dem Startcrash vorbei. "Als ich zurückkam, konnte ich das Auto aus irgendeinem Grund nicht starten", erzählt er. "Ich wollte mich mit meinem Team besprechen und bat die Streckenposten, das Auto stehen zu lassen. Doch als ich wiederkam, stand es bereits auf dem Transporter und sie sagten, wir könnten nicht mehr starten. Das ist ärgerlich."

Denn das einzige Problem sei ein Reifenschaden gewesen: "Das Auto war generell in Ordnung. Es gab einen kleinen Schaden, aber nichts Aufsehenerregendes." Später wurde Russell dabei beobachtet, wie er sich mit dem technischen Delegierten der FIA, Jo Bauer, unterhielt, um die Situation zu klären.

Ihm gesagt wurde, dass er wegen der fremden Hilfe das Rennen nicht wieder aufnehmen könne. "Sobald man Hilfe bekommt, kann man offenbar nicht mehr starten. Das ist sehr frustrierend", ärgert sich Russell und ergänzt: "Es gibt keinen Zweifel daran, dass wir die Pace hatten, um unter den Top 6 zu landen."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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