"Nervig" und "traurig": Oliver Bearman rechnet mit veränderter Fahrweise ab
Die Formel-1-Piloten müssen sich an eine neue Fahrweise gewöhnen: Haas-Pilot Ollie Bearman spricht von "nervigen" Dingen und "traurigen" Erfahrungen in Barcelona
Oliver Bearman kann sich mit den neuen Autos noch nicht anfreunden
Foto: Haas/Audi Haas/Audi
Die Formel-1-Piloten müssen ihre Fahrweise in diesem Jahr aufgrund des neuen Reglements anpassen: Weil das Energiemanagement künftig eine größere Rolle spielt, können ungewöhnliche Fahrsituationen auftreten - etwa ein Runterschalten auf den Geraden oder sogar "Lift-and-Coast" im Qualifying.
Und selbst dann kann es auf längeren Geraden passieren, dass die elektrische Unterstützung vorzeitig ausgeht. Ein Phänomen, das als "Clipping" bekannt ist. Kein Wunder, dass nicht alle Fahrer nach dem Shakedown in Barcelona ein zufriedenes Fazit zu den neuen Formel-1-Regeln der Saison 2026 ziehen.
"Das Nervige ist definitiv das Energiemanagement, das Clipping und all diese Dinge", sagt Haas-Pilot Oliver Bearman. "Es ist auf jeden Fall mehr, als wir gewohnt waren, aber das ist zu erwarten, wenn man bedenkt, wie stark wir jetzt auf Elektrik angewiesen sind im Vergleich zur vorherigen Generation."
Die neue Situation sei für Bearman zwar "erwartbar" gewesen, "aber es tatsächlich zum ersten Mal zu erleben, ist ein bisschen traurig. So ist das eben." Teamkollege Esteban Ocon äußerte sich ebenfalls, bewertete die neuen Anforderungen jedoch weniger negativ als der Brite.
"Anders als gewohnt, aber am Ende ziemlich normal"
"Natürlich ist es sehr anders als gewohnt, aber gegen Ende fühlte es sich ziemlich normal an", meinte der Haas-Pilot nach dem Shakedown und dem ersten Test mit den neuen Boliden. "Mal sehen, wie es auf einer anderen Strecke als Barcelona aussieht."
Außerdem hätten die neuen Antriebe auch ihre Vorteile: Ocon war insbesondere von der Beschleunigung und der Höchstgeschwindigkeit der neuen Autos beeindruckt, die dank der elektrischen Unterstützung und des reduzierten Luftwiderstands höher ausfallen als in der Vergangenheit.
Auf die Frage von Motorsport.com, einer Schwesterplattform von Motorsport-Total.com im Motorsport Network, was ihn beim Test in Barcelona am meisten überrascht habe, sagte Ocon: "Wie schnell man auf der Geraden die Geschwindigkeit erreicht."
Ocon beschreibt Beschleunigung als "definitiv verrückt"
"Ich hätte nie gedacht, dass ich so schnell 350 km/h erreiche", grinste der Franzose. "Wir hatten bei einem Run eine inkonsistente Leistungsabgabe, und ich hatte volle Leistung auf der Geraden, und ich kam in Kurve 1 in Barcelona auf, keine Ahnung, 355 km/h - das Bremsen war völlig anders als bei den vorherigen Runden."
"Wie die Geschwindigkeit steigt und wie man das Gefühl hat, wie schnell man wird, das ist ehrlich gesagt verrückt", berichtet der Haas-Pilot. "So etwas habe ich in der Formel 1 noch nie erlebt und auch in keinem anderen Auto zuvor. Definitiv verrückt."
"Die Beschleunigung und die Power beim Rausbeschleunigen ist sofort da, viel mehr, als ich je erlebt habe", stellt Ocon klar, dass nicht alles am neuen Formel-1-Reglement mit Kritik zu sehen ist. "Ich denke, das sind die Dinge, die mich am meisten überrascht haben."
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