Neue Beweise gegen Max Verstappen? Anhörung von Mercedes am Donnerstag

Die FIA will Mercedes am Donnerstag anhören, um zu bewerten, ob die neuen Beweise für eine Überprüfung des Verstappen-Manövers in Brasilien ausreichen

Neue Beweise gegen Max Verstappen? Anhörung von Mercedes am Donnerstag

Nachdem Mercedes eine nachträgliche Überprüfung des Duells zwischen Lewis Hamilton und Max Verstappen in Kurve 4 beim Grand Prix von Sao Paulo beantragte, hat die FIA das Formel-1-Team für Donnerstag zu einer Anhörung vorgeladen.

Ein Vertreter des Mercedes-Teams muss sich am 18. November um 17 Uhr Ortszeit (15 Uhr MEZ) per Videokonferenz bei der FIA melden. Dies geht aus einem Dokument der Stewards hervor, das am Mittwoch vor dem ersten Grand Prix von Katar veröffentlicht wurde.

Die FIA erklärte, dass die Anhörung dazu diene, festzustellen, ob Mercedes das Recht hat, den Fall neu bewerten zu lassen, was davon abhängt, ob das Team "ein bedeutendes und relevantes neues Element vorlegt, das den Parteien, die die Überprüfung beantragen, zum Zeitpunkt der betreffenden Entscheidung nicht zur Verfügung stand".

Neu verfügbare Onboard-Aufnahmen spielen zentrale Rolle

Die derzeitige Technologie der Formel 1 erlaubt in der Live-Übertragung nur eine der vielen Onboard-Aufnahmen pro Auto, und zum Zeitpunkt des Vorfalls übertrug Verstappens Red Bull das Bild der nach hinten gerichteten Kamera an Bord. Auf Grundlage dieser Informationen sahen die Kommissare keinen Anlass für eine Untersuchung.

Die Aufnahmen der nach vorne gerichteten Kamera konnten erst nach dem Rennen heruntergeladen und ausgewertet werden. Die Formel 1 veröffentlichte diese am Dienstag. Mercedes nahm das zum Anlass, um eine Neubewertung zu beantragen.

Konkret geht es um den Zweikampf zwischen Hamilton und Verstappen in der 48. Runde des Brasilien-Rennens: Hamilton versuchte, Verstappen in Kurve 4 außen herum zu überholen und lag schon leicht vorne, doch Verstappen bremste auf der Innenbahn später. Er konnte die Linie aber nicht halten, wurde aus der Kurve getragen und drängte auch Hamilton in die asphaltierte Auslaufzone.

Wolff macht mit Ankündigung ernst: "Diplomatie ist vorbei!"

Danach fuhren beide auf die Strecke zurück. Hamilton schnappte sich Verstappen später und gewann den Grand Prix. Und das, obwohl er wegen einer Gridstrafe nur von Startplatz zehn ins Rennen gegangen war. In der WM verkürzte der Brite den Rückstand auf Verstappen auf 14 Punkte bei noch drei zu fahrenden Rennen.

Mercedes-Teamchef Toto Wolff wütete nach dem Grand Prix gegen die Kommissare. Ihn ärgerte nicht nur, dass Hamilton wegen eines DRS-Fehlers vom Qualifying ausgeschlossen wurde, sondern auch, dass der Vorfall mit Verstappen nicht untersucht wurde.

"Wenn die Entscheidungen immer gegen uns ausfallen, bin ich einfach nur wütend darüber, und ich werde mein Team und meine Fahrer verteidigen, egal was kommt", sagte Wolff und kündigte an: "Ich war immer sehr diplomatisch in der Art und Weise, wie ich Dinge diskutiere. Aber die Diplomatie ist heute zu Ende."

Sollte die FIA feststellen, dass Verstappen mit seiner Fahrweise gegen die sportlichen Regeln verstoßen hat, ist es möglich, dass sie eine Zeitstrafe für das Rennen in Brasilien verhängt oder eine Gridstrafe für das nächste Rennen in Katar ausspricht.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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