Neue Gerüchte um Grand Prix in London nehmen Fahrt auf

Eine amerikanische Investorengruppe möchte das Londoner East End beleben und sieht die Formel 1 als zentralen Eckpfeiler ihres Entwicklungskonzepts

Neue Gerüchte um Grand Prix in London nehmen Fahrt auf

Die Vision, einen Grand Prix in London auszutragen, erhält offenbar neuen Rückenwind. Bereits vor gut 15 Jahren, im Sog einer Formel-1-Demo, die damals rund eine halbe Million Menschen auf die Straßen gelockt hatte, war das erstmals Thema. Und im Jahr 2012 wurde ein solches Projekt unter dem damaligen Bürgermeister Boris Johnson erneut geprüft.

Vom Hyde Park wurde da gesprochen, oder auch von einer Sightseeing-Runde mit ikonischen Plätzen wie dem Trafalgar Square entlang der Runde. Jetzt wird ein anderes Projekt gepusht. Die amerikanische Investmentgruppe 777 Partners möchte das Londoner East End beleben und visiert als Standort für eine mögliche Formel-1-Strecke die Royal Docks im Bezirk Newham an.

Das berichtet zumindest die 'Daily Mail' - und zitiert Josh Wander, den Gründer von 777 Partners: "Wir sind guter Dinge, dass es kommt. Und wir sind schon ganz aufgeregt." Mit "es" meint er einen neuen Sport- und Entertainmentkomplex ganz in der Nähe des Londoner Ausstellungszentrums ExCeL.

Der ist schon seit zwei Jahren im Gespräch, war aber zuletzt während der Coronapandemie kein Thema mehr. Jetzt nimmt die Vision wieder Fahrt auf. Auch, weil der aktuelle Londoner Bürgermeister Sadiq Khan, so berichtet es zumindest die 'Daily Mail', vor Ende seiner Amtszeit im Jahr 2024 ein Formel-1-Projekt auf Schiene bringen möchte.

Bereits im Mai, unmittelbar nach seiner Wiederwahl als Bürgermeister, hatte Khan demnach gesagt: "Wir sprechen mit der Formel 1, und sie stehen der Idee aufgeschlossen gegenüber. Es wäre großartig, einen Grand Prix in der Hauptstadt zu haben. Ich bin dafür, das so früh wie möglich in die Tat umzusetzen."

Für 777 Partners wäre es nicht die erste Investition am Londoner East End. Die Investmentgruppe hat bereits die Lions, ein lokales Basketballteam, gekauft. Die spielen derzeit in der Copper-Box-Arena in Stratford und könnten, sollten die ambitionierten Pläne wirklich umgesetzt werden, auch in den neuen Sport- und Entertainmentkomplex übersiedeln.

Wander, wohnhaft in Miami (wo ein ähnliches Formel-1-Projekt steigt) hat am Montagabend im Londoner Rathaus vorgesprochen und seine Pläne präsentiert. Sport und Entertainment, sagte er da, könne ein Beschleuniger für die Weiterentwicklung von East London sein: "Wir glauben, dass das Projekt die Gemeinde beleben und transformieren kann."

Wie Rechteinhaber Liberty Media zu den Plänen steht, ist vorerst unklar. Silverstone hat Vertrag bis 2024 - und gilt als Traditionsstrecke als gesetzt. Die Londoner Initiative möchte Silverstone auch gar nicht ersetzen, sondern ergänzen. Aber ob der ohnehin schon aus allen Nähten platzende Formel-1-Kalender Platz für zwei Grands Prix in Großbritannien bieten kann, bleibt abzuwarten.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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