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Neue Kryptowährung im Anmarsch: Formel 1 bald mit Fan-Token?

Im Fußball hat sich bei einigen Vereinen bereits eine neue Kryptowährung etabliert, die nun auch in die Formel 1 will: Bekommen Fans mehr Mitspracherecht?

Neue Kryptowährung im Anmarsch: Formel 1 bald mit Fan-Token?

Die Coronapandemie hat die Welt seit dem vergangenen Jahr fest im Griff, da stellt auch die Formel 1 keine Ausnahme dar. Erst im Juli konnte die Saison 2020 aufgenommen werden, die aber zunächst ohne Fans beginnen musste. Dadurch fehlte der Serie das Fan-Engagement und natürlich die Ticketverkäufe, was auch die Antrittsgelder im Grunde vernichtet hat.

Zwar hat man mit 23 geplanten Rennen für 2021 einen ordentlichen Kalender zusammengestellt, dennoch steht man erneut vor schwierigen Zeiten, bevor das Einkommensniveau wieder auf ein normales Level gehoben werden kann.

Auch andere Sportarten standen vor ähnlichen Herausforderungen. Viele mussten daher andere Wege gehen und nach neuen Einkommensmöglichkeiten schauen - und auch danach, wie man besser mit den Fans interagieren kann.

Im Fußball hat sich eine Option entwickelt, die beide Voraussetzungen erfüllt. Viele große Teams haben auf digitale "Fan-Token" gesetzt, um Einkommen zu generieren und die Fans mit ins Boot zu holen. Diese Crypto-Token wurden unter anderem vom FC Barcelona, Paris Saint-Germain, AS Rom oder Atletico Madrid eingeführt und konnten so Millionen generieren.

Einflussmöglichkeit Token

Fans konnten Token nicht nur kaufen und mit ihnen handeln (und so Geld damit verdienen), sie boten bei einigen Clubs auch die Möglichkeit, durch Stimmen einige Entscheidungen direkt zu beeinflussen.

Barcelona ließ etwa darüber abstimmen, welches motivierende Kunstwerk in der Umkleidekabine im Camp Nou hängen soll, bei Juventus Turin durften Fans aussuchen, welcher Song bei einem Torerfolg abgespielt werden soll.

Andere Vereine belohnten Fans mit Token auf andere Weise: So konnten sie in Videokonferenzen mit wichtigen Mitarbeitern dabei sein oder sich selbst als Pappaufsteller im Stadion wiederfinden.

30 Millionen US-Dollar (rund 25 Millionen Euro) sollen die beteiligten Vereine auf diese Art bereits eingenommen haben. Und weil sich auch die Fans über die gestiegene Beteiligung freuen, ist klar, dass auch andere Sportarten dem Beispiel folgen. Die Formel 1 soll nun die nächste werden.

Dreyfus' Vision für die Formel 1

Der Vater hinter dem Token-Konzept ist Alex Dreyfus, Geschäftsführer von socios.com, wo Fans die Token kaufen können und sich an den Entscheidungen ihres Vereins beteiligen dürfen. "Wir haben mit Fußballvereinen angefangen, dann sind wir in den Esport, Cricket und zur UFC (Ultimate Fighting Championship; Anm. d. Red.) gegangen - und jetzt gehen wir zur Formel 1", sagt er gegenüber 'Motorsport-Total.com'.

Dreyfus hofft, im Frühjahr einen Deal mit mindestens einem Formel-1-Team verkünden zu können. Das könnte die Tür für weitere Teams öffnen.

Die Einführung der Token würde einem Formel-1-Team nicht nur eine neue Einnahmequelle bringen, sondern könnte auch als Sprungbrett für eine neue Art von Fan-Engagement dienen. Zwar wäre es unwahrscheinlich, dass Fans ein Mitspracherecht beim Fahrer haben, aber sie könnten etwa eine Stimme bei der Lackierung, der Teamkleidung oder Sonderhelmen zu gewissen Grands Prix haben.

"Wenn das Team innovativ sein möchte, können sie jede Woche Umfragen machen und VIP-Erfahrungen anbieten. Ich kann die neuen Möglichkeiten erkennen", sagt Dreyfus. "Ich bin sehr zuversichtlich, dass es ziemlich erfolgreich sein kann."

So funktionieren die Token

Die Zuversicht, dass es in der Formel 1 funktioniert, stammt von einer Socios-internen Umfrage. Man hat aktuelle Token-Inhaber in seinem "Locker-Room"-Bereich der App gefragt, ob sie Interesse an einem unbekannten Formel-1-Team-Projekt hätten. Die Antwort war ein überwältigendes Ja.

Dreyfus: "Im Locker-Room, einer verrückten Idee, bei der man einem Team blind Geld gibt, obwohl man nicht weiß, um welches Team es sich handelt, haben wir zweieinhalb Millionen Dollar zusammenbekommen. Das hat uns beim Verstehen enorm geholfen."

Das Geschäftsmodell der Fan-Token ist ziemlich einfach: Teams bekommen einen prozentualen Anteil von jedem verkauften Token und einen Anteil von einer Handelsgebühr, die beim Kauf und Verkauf der Token auf einer großen Plattform wie Binance oder Chiliz fällig werden.

"2020 haben wir als Unternehmen mehr als 30 Millionen US-Dollar an Token für all unsere Partner verkauft", sagt Dreyfus. "Und weil wir im Grunde eine 50/50-Basis haben, haben die Vereine insgesamt mehr als 15 Millionen Dollar generiert. Einige haben mehr als fünf Millionen bekommen, was in der COVID-19-Welt sehr gutes, frisches Geld ist und gerne genommen wird."

Im Zentrum der Token-Idee steht aber nicht das Erzielen von Einnahmen. Es geht eher darum, sich mehr mit den Fans einzulassen anstatt nur über Umfragen auf Twitter oder Facebook. "Es ist kein Anteil des Unternehmens. Ich nenne es gerne Anteil oder Einfluss. Es ist einfach die nächste Generation an Interaktion zwischen Fan und Verein", sagt Dreyfus.

"Wenn ich diesen Token eines Teams besitze, dann gehört er mir. Ich besitze ihn. Ich kann einen haben oder 2.000, aber solange ich ihn besitze, kann ich bei einigen Entscheidungen im Verein abstimmen und teilhaben."

Blockchain als zentraler Punkt

Für Dreyfus war dabei Blockchain-Technologie ein zentraler Punkt des Token-Plans. Dabei werden Informationsblöcke in einem Netzwerk von Computern auf der ganzen Welt gespeichert, ohne dass eine zentrale Partei sie kontrollieren muss. "Das haben wir aus zwei Gründen getan", sagt er.

"Einer ist, dass wir einen digitalen Wert erschaffen. Dafür muss man einen Mangel herstellen. Im Sport geht es immer um einen Mangel", so Dreyfus.

"Im Sport ist alles exklusiv. Es gibt nur eine begrenzte Anzahl an Tickets, es gibt eine begrenzte Anzahl von Leuten - und alle wollen ein Teil davon sein. Nur eine gewisse Anzahl von Token für ein Team zu haben, um etwas Verknappung in den kommenden fünf bis sieben Jahren zu erschaffen, das ergibt Sinn."

"Und wenn man als Fan etwas besitzen und Entscheidungen im Verein mitbestimmen kann, dann wollen wir auch Integrität und Fairness garantieren. Darum finden alle Abstimmungen über Blockchain statt. Niemand kann dabei tricksen."

Doch auch wenn die Einführung von Fan-Token im Fußball ein Erfolg war und für die Formel 1 daher viel verspricht, war es kein einfacher Weg. Generelle Skepsis gegenüber Kryptowährung scheint die größte Hürde zu sein, zumal die größten News über Kryptokönig Bitcoin meist nur negativ fokussiert sind.

Der aktuelle Markt, bei dem Bitcoin ein neues Allzeit-Hoch erreicht hat, tut aber bereits eine Menge, um die Wahrnehmung zum Besseren zu verändern.

Kryptowährung: Für die einen gut, für die anderen böse

Laut Dreyfus sind Fans generell in zwei Lager gespalten, wenn es neue Token-Angebote gibt. Entweder mögen sie Krypto gar nicht oder sie lieben die Möglichkeit, näher an ihr Lieblingsteam zu rücken.

"Meine Aufgabe ist es, den Leuten beizubringen, was wir erreichen wollen. Das ist manchmal schwierig, weil Krypto negativ besetzt ist. Sie sagen dann: 'Oh, es ist Krypto, es ist schmutzig, es ist schlecht.' Wir müssen sie umerziehen."

"Wir wollen nicht Bitcoin sein. Wir wollen die Welt oder die Finanzindustrie nicht verändern. Das ist nicht meine Aufgabe. Meine Aufgabe ist es, zu versuchen, Blockchain und Krypto zu monetarisieren und die Fanbase einzubeziehen. Mehr nicht. Bei den Fans war es auch so. Da hieß es: 'Oh, das ist Betrug. Ich werde nicht 20 Dollar investieren. Das muss Betrug sein. Mein Verein macht da mit? Das ist nicht akzeptabel."

"Aber dann ist da dieser andere Typ, der sagt 'Oh, das ist cool. Ich kann für die Musik im Stadion abstimmen? Wow, das habe ich noch nie zuvor gemacht. Man hat mich auf Twitter und Facebook gefragt, aber nur als irgendjemand. Jetzt als Fan werde ich bemerkt und angehört. Das ist unbezahlbar.' Diese Ansichten müssen wir ausbalancieren", so Dreyfus.

Goldene Zukunft für Token?

Da COVID wohl nicht so schnell verschwinden wird und Industrien auf der ganzen Welt ihre Geschäftsmodelle ändern müssen, sieht Dreyfus eine goldene Zukunft für die Token in allen Sportarten, inklusive der Formel 1. Er denkt, dass es den Teams genauso passen wird wie den Fans.

Formel-1-Start in Sotschi/Russland 2020

Welches Formel-1-Team steigt zuerst bei den Token ein?

Foto: Motorsport Images

"Mein Bauchgefühl sagt mir, dass sich Teams zu einem Entertainment- und Verbraucherprodukt verwandeln müssen", meint er. "Das bedeutet, sich die Einnahmen von den Verbrauchern zu holen, nicht mehr nur über Übertragungsrechte und Sponsoren, die derzeit 80 Prozent ihres Geschäfts ausmachen."

"Wenn dieser Strom in fünf Jahren stark absinkt, wird es ihr Geschäft vernichten. Es geht zurück zur Kernkomponente, dass Teams Kunden, Fans und Leute haben, die mögen, was sie tun. Aber wie kann man sie zu Geld machen?"

"Ich habe nicht die vollständige Antwort darauf. Aber wir haben zumindest eine Antwort."

Mit Bildmaterial von Sutton.

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