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Neue Wendung im Streit um die Teamstruktur von Red Bull

Die Diskussion über Mehrfachbeteiligungen in der Formel 1 nimmt Fahrt auf - Red Bull hält die bisherigen Regeln aber für ausreichend

Red Bull reagiert auf Browns Kritik an Team-Allianzen

Laurent Mekies spricht über Team-Allianzen innerhalb des Paddocks

Foto: LAT Images

Red Bull Teamchef Laurent Mekies hat signalisiert, dass der Rennstall weitere Maßnahmen im Zusammenhang mit der Klärung von Teamallianzen unterstützen würde. Hintergrund sind aktuelle Forderungen von McLaren-CEO Zak Brown, der die Eigentümerstruktur von Red Bull und die Beziehungen zwischen den beiden Formel-1-Teams des Konzerns kritisch hinterfragt.

Brown hat sich kürzlich in einem Schreiben an FIA-Präsident Mohammed bin Sulayem gewandt und dabei seine langjährigen Bedenken hinsichtlich von Mehrfachbeteiligungen in der Formel 1 bekräftigt. Im Mittelpunkt steht die Verbindung zwischen Red Bull Racing und dem Schwesterteam Racing Bulls.

Die Diskussion erhält zusätzliche Brisanz durch Berichte über einen möglichen Einstieg des US-Investors Oracle Capital Partners bei Alpine. Demnach soll eine Minderheitsbeteiligung von 24 Prozent geprüft werden.

Debatte über Mehrfachbeteiligungen in der Formel 1

Mekies betont, dass Browns Aussagen Teil eines laufenden Prozesses sind und eine gesunde Debatte innerhalb der Formel 1 darstellen.

"Was Zak geäußert hat, als Vertreter der Meinung und Position von McLaren, ist Teil eines Prozesses, den wir begrüßen, um letztlich allen zu helfen", sagt Mekies. "McLaren kann seine Position darlegen und erläutern. Ich würde mich sehr darüber freuen, wenn eines Tages die Stakeholder in der Formel 1 eine Diskussion darüber führen würden, dass dieses System mit unabhängigen Konstrukteuren möglicherweise sehr stark ist und dieses Prinzip geschützt werden sollte."

Nach Ansicht von Mekies geht es in der Debatte vor allem darum, sicherzustellen, dass die Regeln der Formel 1 konsequent umgesetzt werden.

Red Bull offen für weitere Schritte

"Der Grund, warum wir möchten, dass dieser Punkt diskutiert wird, ist, dass es aus praktischer Sicht keine Möglichkeit gibt, die Regeln weiter zu verschärfen. Wir befinden uns heute bereits an einem Punkt, an dem die Formel 1 alles umgesetzt hat, was wir vollständig umsetzen wollten, sodass Fairness im Sport und im Wettbewerb vollständig erreicht wird."

Zak Brown, Stefano Domenicali

Zak Brown im Gespräch mit Stefano Domenicali

Foto: LAT Images

Mekies erklärt zudem, dass Red Bull die Bedenken Browns versteht. Er verweist darauf, dass die Formel 1 in den vergangenen Jahren zahlreiche Maßnahmen eingeführt hat, um die Unabhängigkeit der Teams zu gewährleisten.

"Wir wollen, dass alle Teams unabhängig auf der Strecke agieren, und wir haben in den vergangenen Monaten, Jahren und Jahrzehnten viele Schritte unternommen, um immer mehr Unabhängigkeit für jedes Team sicherzustellen", sagt der Franzose.

Eigentümerstruktur aus Sicht von Red Bull nicht das Kernproblem

Gleichzeitig machte Mekies deutlich, dass Red Bull weitere Maßnahmen unterstützen würde, falls die Beteiligten der Formel 1 dies für notwendig halten.

"Wenn irgendein Stakeholder, sei es ein anderes Team oder irgendjemand sonst, der Ansicht wäre, dass weitere Schritte nötig sind, um sicherzustellen, dass Teams wirklich unabhängig sind, würden wir das unterstützen. Wir sehen nicht, dass es eine Frage weiterer Eigentumsstrukturen ist."

Weiters erklärt Mekies: "Wir glauben, dass jede einzelne Regelung und jeder einzelne Mechanismus vorhanden ist, um sicherzustellen, dass jede Lieferbeziehung, jede Versorgung, jede Partnerschaft und jede Zusammenarbeit vollständig unabhängig ist."

Mekies bereit zur Transparenz

Mekies ergänzt außerdem: "Wir unterstützen jeden weiteren Schritt vollständig, um sicherzustellen, dass unabhängig von unserer strategischen Partnerschaft oder Eigentümerstruktur das Rennen heute und morgen unabhängig ausgetragen wird. Wir werden jede weitere Maßnahme unterstützen und fördern, die wir für notwendig halten."

Auch Racing Bulls Teamchef Alan Permane weist die Kritik zurück und sieht keine Probleme bei der aktuellen Zusammenarbeit mit Red Bull Racing.

Alan Permane

Alan Permane respektiert die Regeln der Formel 1

Foto: Getty Images AsiaPac

"Unsere Beziehung zu Red Bull Racing ist sehr viel stärker als die zu jedem anderen Team", sagt Permane. "Wir beziehen einige Komponenten von ihnen, nehmen das Getriebe von ihnen und verschiedene weitere Bauteile, die erlaubt sind. Die technische Regulierung legt klar fest, was zulässig ist."

Permane entspannt genüber Vorwürfen

Permane verweist zudem auf seine langjährige Erfahrung in der Formel 1 und betont, dass die geltenden Vorschriften eingehalten werden.

"Ich habe sowohl in Teams gearbeitet, die keinerlei Beziehung zu einem anderen Team hatten, als auch in Teams mit einer solchen Verbindung. Soweit ich es beurteilen kann, werden die Regeln respektiert. Viele Menschen bemühen sich darum, dass dies auch so bleibt. Deshalb sehe ich kein Problem mit unserer derzeitigen Arbeitsweise."

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