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Formel 1 Silverstone

Neuer Frontflügel bei Mercedes: Wende beim Heimspiel?

Mercedes wartet beim Großbritannien-Grand-Prix in Silverstone mit einem neuen Flügel auf, der einiges anders macht - Auch die Strecke sollte Mercedes liegen

Neuer Frontflügel bei Mercedes: Wende beim Heimspiel?

Formel-1-Technik mit Giorgio Piola

Giorgio Piola analysiert und erklärt die Technik in der Formel 1!

Mercedes-Fans dürfen sich auf Silverstone freuen. Nicht nur kehrt die Formel 1 in Silverstone auf einen Aero-Streckentyp zurück, auf dem Mercedes in Barcelona sehr stark war. Zum Heimspiel bringt das Team für Lewis Hamilton und George Russell auch einen neuen, spektakulären Frontflügel mit.

Zwar wurden einige Besonderheiten des bisherigen Flügeldesigns beibehalten, etwa der halb abgesetzte Doppelflap auf der dritten und vierten Ebene und die Anbindung an die Endplatten. Doch das gesamte Konzept des Flügels wurde über den Haufen geworfen. Die aerodynamischen Lasten sind nun ganz anders verteilt.

Fangen wir außen an: Die Endplatte wurde völlig neu gestaltet. Die bisher eher geradlinig nach oben verlaufende Form wurde zugunsten einer gebogenen Lösung aufgegeben. Das hat nicht nur zur Folge, dass der außen angebrachte Windabweiser neu gestaltet werden musste, sondern gibt der Endplatte insgesamt eine völlig neue Form.

 

Das Gehäuse, in dem der Infrarot-Reifensensor untergebracht ist, wurde im Zuge der Neugestaltung der Endplatte ebenfalls neu positioniert. Es sitzt nun genau an der aerodynamisch günstigsten Stelle.

Ausbuchtung in der Grundplatte (roter Pfeil) und neuer, aerodynamischer

Ausbuchtung in der Grundplatte (roter Pfeil) und neuer, aerodynamischer "Slot Gap Separator" (Kreis)

Foto: Motorsport Network

Auffallend ist die Wölbung an der Außenseite der Grundplatte des Frontflügels (roter Pfeil). Sie öffnet dem Luftstrom an dieser Stelle eine Tür zur Unterseite des Frontflügels. Dadurch wird die bereits vorhandene Kontur dahinter in ihrer Wirkung verstärkt.

Eine solche Lösung gab es bereits bei der vorherigen Fahrzeuggeneration. Als 2022 das neue Reglement in Kraft trat, das unter anderem einen Mindestradius in diesem Bereich des Flügels vorschreibt (Prävention von Reifenschäden), taten sich die Teams zunächst schwer, diesen Effekt zu nutzen. Mercedes scheint nun eine Lösung gefunden zu haben.

Länger Flügel, kurvigere Flaps

Im Mittelteil direkt an der Nase wird dagegen auf Öffnungen verzichtet. Das leicht gewölbte Design der Grundplatte (blauer Pfeil im Kreis) wurde aufgegeben, stattdessen ist der Übergang bis zum Zusammentreffen mit der Nasenspitze nun gleichmäßig gestaltet.

Das hat auch ein neues Profil für die darüber liegenden Elemente erforderlich gemacht, die nun entsprechend anders mit der Nase interagieren. Man kann davon ausgehen, dass auch die Nase selbst und das sogenannte Vanity-Panel, also die Verkleidung der Nase, neu gestaltet wurden.

Gehen wir ein paar Etagen nach oben, denn die optisch sichtbarsten Veränderungen betreffen die beiden oberen Elemente des Frontflügels. Die Gesamtlänge des Flügels, also von der vordersten Kante der Grundplatte bis zum hintersten Punkt des oberen Flügelelements, wurde deutlich vergrößert.

Neue und alte Grundplatte im Bereich der Nase

Neue und alte Grundplatte im Bereich der Nase

Foto: Motorsport Network

Erreicht wurde dies durch eine neue Formgebung des obersten Elements, das nun von innen nach außen eher eine S-Kurve beschreibt, statt wie bisher eine kontinuierliche Krümmung. Bei der Krümmung muss die Belastung und damit der erzeugte Abtrieb gegen die weitere Verteilung des Luftstroms abgewogen werden.

Neu ist auch der äußere sogenannte "Slot-Gap-Separator", der auf dem Bild oben im Kreis zu sehen ist (das mit dem roten Pfeil). Dabei handelt es sich um die Metallklammern. Während die anderen nach wie vor hufeisenförmig sind, hat die äußerste Klammer eine neue, aerodynamischere Form, die besser mit dem Luftstrom interagiert.

Mercedes hat als erstes Team diese aerodynamischen Klammern vorgestellt, sie aber nie im Rennen eingesetzt. Ferrari verwendet sie seit Beginn der Saison, und auch bei Haas waren sie schon zu sehen.

Hamilton erwartet keinen großen Sprung

Lewis Hamilton glaubt nicht, dass Mercedes damit auf einen Schlag den Stein der Weisen gefunden hat: "Es ist nur ein Schritt, der hoffentlich in die richtige Richtung geht. Es ist kein Riesenpaket oder so etwas. Aber wir gehen Schritt für Schritt vor und versuchen, den Rückstand [auf Red Bull] weiter zu verringern."

Nach einem starken Auftritt in Spanien und einem guten Rennen in Kanada musste Mercedes in Österreich zuletzt einen Rückschlag hinnehmen, als der Rückstand plötzlich wieder so groß war wie zu Saisonbeginn.

Zum Vergleich der alte Frontflügel des Mercedes W14 vom Saisonbeginn

Zum Vergleich der alte Frontflügel des Mercedes W14 vom Saisonbeginn

Foto: Giorgio Piola

"Natürlich war Österreich für uns alle kein gutes Wochenende", sagt Hamilton. "Aber gerade dort lernen wir am meisten. Da ziehen wir als Team am meisten an einem Strang. Ich war Dienstag und Mittwoch in der Fabrik. Alle sind wieder voll dabei und konzentrieren sich darauf, die negative Erfahrung in eine positive an diesem Wochenende umzuwandeln."

Noch hat Hamilton keinen Vertrag für die Saison 2024. Doch er lässt keinen Zweifel daran, dass er auch 2024 bei Mercedes bleiben will: "Ich habe immer noch hundertprozentiges Vertrauen in dieses Team. Es dauert für uns alle länger, bis wir da sind, wo wir hinwollen. Und es ist definitiv nicht einfach. Aber ich glaube, wir werden es schaffen."

"Wir müssen einfach weiterarbeiten und immer besser werden. Und genau das werden wir tun. Deshalb haben wir hier das Update für den Frontflügel und werden hoffentlich in den nächsten Rennen weitere Teile bekommen. Das dürfte noch früh genug kommen. Aber ich mache so viel Druck wie möglich."

"Ich hatte Anfang der Woche wichtige Gespräche mit dem Team. Ich habe mit dem Aerodynamik-Chef und dem Fahrdynamik-Chef gesprochen - auch darüber, was für nächstes Jahr am Auto geplant ist."

Weitere Co-Autoren: Giorgio Piola. Mit Bildmaterial von Giorgio Piola.

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