Neues Aero-Reglement: einschneidende Veränderungen am Mercedes W10

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Neues Aero-Reglement: einschneidende Veränderungen am Mercedes W10
13.02.2019, 10:58

Nicht nur das neue Aerodynamik-Reglement stand bei der Entwicklung des Mercedes W10 im Mittelpunkt: Auch an den Schwächen des Vorgängers wurde gearbeitet

Im Vergleich zum Vorjahresauto wurden am Mercedes W10 für die Formel-1-Saison 2019 einschneidende Veränderungen vorgenommen. Der Großteil davon ist auf die erheblichen Änderungen im Technischen Reglement für zurückzuführen, die vor allem die Aerodynamik betreffen. So darf der Frontflügel beispielsweise 20 Zentimeter breiter sein,

"Regeländerungen stellen stets sowohl eine Chance als auch eine Gefahr dar", sagte James Allison, Technischer Direktor von Mercedes. "Sie sind eine Chance, weil alle bisherigen Annahmen darüber, was man braucht, um schnell zu sein, über Bord geworfen werden. Wer schnell reagieren und clever damit umgehen kann, erhält die Gelegenheit, sich besser als alle anderen Teams anzustellen, die sich den gleichen Änderungen gegenübersehen."

"Umgedreht stellt dies aber auch eine Gefahr dar, wenn man nicht so clever ist und nicht das Beste aus dem neuen Regelwerk herausholen kann. Dann kann einem das in der anstehenden Saison gehörige Kopfschmerzen bereiten", gibt Allison zu. "Eins ist aber sicher: Solche Regeländerungen stecken immer voller Spannung. Man verspürt dieses besorgniserregende Gefühl, dass man vielleicht nicht genug getan hat. Gleichzeitig sorgt es aber für einen einzigartigen Kick und die Vorfreude darauf, die Wahrheit herauszufinden."

Besseres Reifenmanagment einer der Schwerpunkte

Neben den aerodynamischen Veränderungen, auf denen der Hauptfokus bei der Entwicklung des W10 gelegen hat, arbeitete das Team auch hart daran, die Schwächen des Vorgängers auszumerzen und dessen Stärken weiter auszubauen. "Das Fahrverhalten des W09 war ein großer Fortschritt gegenüber dem eher eigenwilligen W08", sagt Allison. "Dadurch waren wir auf Strecken konkurrenzfähig, auf denen wir in den Vorjahren Schwierigkeiten hatten.

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"Aber obwohl uns in diesem Bereich Verbesserungen gelungen sind, konnten wir die Performance der Hinterreifen nicht so gut konservieren wie einige unserer Konkurrenten. Deshalb haben wir hart an der Aufhängung und der aerodynamischen Charakteristik gearbeitet, um ein Auto zu erhalten, das viel sanfter mit den Reifen umgeht", benennt der Technikchef die Schwerpunkte bei der Entwicklung des W10. "Das reicht hoffentlich aus, damit wir in allen Phasen eines Rennens und auf allen Rennstrecken im Kalender konkurrenzfähig sein können."

"Obwohl das Mindestgewicht für die Saison 2019 um zehn Kilogramm angehoben wurde, bleibt die Gewichtsreduzierung bei der aktuellen Fahrzeuggeneration eine echte Herausforderung. Wir haben uns Komponenten angesehen, von denen wir dachten, dass wir sie im letzten Jahr schon bis auf die Knochen abgespeckt hätten. Nun haben wir sie Stück für Stück einer weiteren aggressiven Analyse unterzogen, um noch mehr Gewicht einzusparen", so Allison.

Gewichtseinsparungen bei vielen Komponenten

"Bei einigen Teilen ist uns gefühlt ein riesiger Sprung mit einem halben Kilo Gewichtsersparnis gelungen, bei anderen waren es nur ein paar Gramm. Aber alles in allem summieren sich diese Erfolge zu einer Handvoll Kilogramm auf, die wir in die Aerodynamik, die Aufhängung und die Antriebseinheit stecken konnten, um mehr Performance zu gewinnen."

Trotz erheblicher Veränderungen in vielen Fahrzeugbereichen blieben beim W10 auch einige Charakteristiken seines Vorgängers erhalten. So sind die generelle Bauweise und der Radstand unverändert. "Ein genauer Blick verrät, dass wir die Umsetzung dieses Konzepts weiter verfeinert haben", sagt Allison. "Die Teile sind alle noch enger und schlanker gestaltet. Jede dieser Änderungen erlaubt es uns, die aerodynamische Performance noch weiter zu verbessern, als es uns unter den physikalischen Einschränkungen des 2018er Designs möglich gewesen wäre."

Mit Bildmaterial von Daimler AG.

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