Newey räumt ein: 2021er-Auto "wohl länger als notwendig" weiterentwickelt

Nach dem Red-Bull-Durchmarsch 2022 erinnert sich Chefdesigner Adrian Newey, wie wenig Entwicklungszeit man nach dem WM-Titel 2021 hatte

Newey räumt ein: 2021er-Auto "wohl länger als notwendig" weiterentwickelt
Audio-Player laden

Red Bull hat die vor drei Wochen zu Ende gegangene Formel-1-Saison 2022 auf ganzer Linie dominiert. Sowohl in der Fahrerwertung mit Max Verstappen als auch in der Konstrukteurswertung wurde vorzeitig und überlegen der WM-Titel unter Dach und Fach gebracht.

Mit 759 im Saisonverlauf erzielten WM-Punkten hat Red Bull den aktuellen Punkterekord für ein Team in einer einzigen Formel-1-Saison aufgestellt. Von den elf letzten Rennen der Saison 2022 haben Verstappen und Teamkollege Sergio Perez zusammengerechnet zehn gewonnen. Insgesamt schlagen für Verstappen 15 Saisonsiege (ebenfalls Rekord) und für Perez deren zwei zu Buche.

Der Red Bull RB18 aus der Feder von Adrian Newey, der den Red-Bull-Durchmarsch 2022 möglich gemacht hat, wurde am vergangenen Sonntag bei den Autosport Awards in London als Rennauto des Jahres ausgezeichnet. Bei dieser Gelegenheit erinnerte sich Newey daran, wie wenig Entwicklungszeit man zur Verfügung hatte, weil der Fokus erst sehr spät von 2021 auf 2022 verlagert wurde.

"Wir hatten eine recht kurze Entwicklungszeit, was vor allem daran lag, weil wir das letztjährige Auto im WM-Kampf wohl länger weiterentwickelt haben als wir das hätten tun sollen", so Newey gegenüber der englischsprachigen Ausgabe von 'Motorsport.com'.

Damit erinnert der Red-Bull-Chefdesigner an die intensive Saison 2021, in der die Entscheidung um den Fahrertitel zwischen Verstappen und Mercedes-Pilot Lewis Hamilton erst in der letzten Runde des kontroversen Saisonfinales in Abu Dhabi fiel.

"Im Winter hatten wir alle Hände voll zu tun", räumt Newey ein und schildert die Strategie, die 2022 schließlich zum vollen Erfolg führte: "Wir haben versucht, den Fokus auf die fundamentalen Bereiche des Autos zu legen und haben gehofft, das uns so genügend Entwicklungsspielraum bleibt, um das Auto zu verfeinern. Zum Glück ist das aufgegangen."

Nachdem es in der ersten Saisonhälfte ein echter Zweikampf zwischen Red Bull und Ferrari war, in dem Ferrari zuweilen die Oberhand hatte, gelang es Red Bull in der zweiten Saisonhälfte für klare Verhältnisse zu sorgen. "Bei den Wintertests war Ferrari wahrscheinlich schneller,", so Newey, "wir aber hatten ein sehr effektives erstes Upgrade. Dadurch wurde es sehr eng. Anschließend war mal Ferrari schneller, mal waren wir es."

"Daraus haben wir gelernt und haben versucht, das Auto für die zweite Saisonhälfte so zu verfeinern, dass es auf jeder Strecke funktioniert. Und ich würde sagen, dass ist uns als Team sehr gut gelungen", stellt sich der Red-Bull-Chefdesigner nicht allein ins Rampenlicht.

In Neweys Formel-1-Laufbahn ist der Red Bull RB18 bereits das 13. Auto aus seiner Feder, das entweder einem Piloten zum Fahrertitel verholfen hat, oder dem Team zum Konstrukteurstitel, oder beides. In zehn der 13 Fälle ist sogar das Doppel in Form beider WM-Titel in einer Saison gelungen.

Neweys erstes Weltmeisterauto war 1992 der Williams FW14B. Der Red Bull RB18 ist das jüngste, aber möglicherweise nicht das letzte Weltmeisterauto in der Liste des Stardesigners aus der Shakespeare-Stadt Stratford-upon-Avon in Großbritannien.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

geteilte inhalte
kommentare

Alpine-Neuzugang Pierre Gasly: Angst vor neuem AlphaTauri-Konzept?

Charles Leclerc: Teamchefwechsel wird Ferrari 2023 nicht bremsen