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Nicht auf FIA-Monitor geschaut: So hat Lewis Hamilton den Monza-Sieg verloren

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Nicht auf FIA-Monitor geschaut: So hat Lewis Hamilton den Monza-Sieg verloren
Autor:
Co-Autor: Christian Nimmervoll

Weil Mercedes nicht auf dem FIA-Monitor geschaut und Lewis Hamilton die Lichtsignale übersehen hat, ging der Sieg in Italien flöten

Als Lewis Hamilton in Runde 21 in die Boxengasse einbog, hatte er den Großen Preis von Italien verloren. Denn weil die Boxengasse zu diesem Zeitpunkt geschlossen war, hätte der Mercedes-Pilot nicht an die Box kommen dürfen. Die Folge war hart: Hamilton erhielt für sein Vergehen eine Stop-&-Go-Strafe von zehn Sekunden.

Dank dieser fiel er nach dem Neustart mehr als 20 Sekunden hinter das Feld zurück und musste sich erst wieder vorarbeiten. Hamilton schaffte es noch auf Rang sieben, doch mit dem Rennsieg hatte er nichts mehr zu tun. "Ich habe die Schilder einfach nicht gesehen und nehme die Verantwortung dafür auf mich", ärgert er sich nach dem Rennen.

Leuchtsignale hatten den Fahrern signalisiert, dass die Boxengasse durch den gestrandeten Haas von Kevin Magnussen geschlossen ist. Doch diese übersah Hamilton an der Außenseite der Parabolica. Auch sein Team hatte keine Schilder gesehen und nicht auf die Zeitentabelle der FIA geschaut, wie Motorsportchef Toto Wolff zugibt.

 

"Das war eine seltsame Verkettung, die wir vielleicht etwas früher hätten entdecken müssen", sagt Wolff. "Die Entscheidungen [der Rennleitung] waren ziemlich ungewöhnlich, aber sie waren absolut innerhalb des Reglements. Einer der Haas parkte auf der rechten Seite, nahe der Boxeneinfahrt, und es gab eine einfache gelbe Flagge. Und elf Sekunden später wurde das Safety-Car auf die Strecke geschickt."

In Rotphase: Hamilton ließ sich Aufnahme zeigen

In diesem Moment wurde auch die Boxengasse geschlossen, was die Rennleitung aber nicht mit Rot signalisierte, sondern mit zwei Kreuzen außen. "Einer der Strategen brüllte in den Funk, als wir gerade in die Box fuhren. Es gab Verwirrung", erzählt Wolff. "Wir konnten die Signale nicht sehen. Das ist einfach eine Verkettung, die das Rennen von Lewis kaputtgemacht hat."

 

In der kurz darauf verhängten Rennunterbrechung ging Hamilton sogar zu Rennleiter Michael Masi und sprach mit ihm. "Das Team hatte keine Bilder und ich wollte einfach schauen, was ich verpasst hatte. Denn ich hätte schwören können, dass es am Boxeneingang kein rotes Licht gab", erklärt Hamilton.

Eigentlich wollte er aber nicht zu Masi, sondern zu den anderen Rennkommissaren, die die Entscheidungen getroffen haben. "Sie haben mir dann schnell die Onboard-Aufnahme gezeigt. Es gab zwei Signale mit einem X drauf. Die hatte ich nicht gesehen, weil ich woanders hingeschaut hatte", so der Brite. "Ich konnte nichts machen, also bin ich dann gegangen."

Wolff ärgert sich: Meldung nur auf Monitor-Seite 4

Normalerweise hätte auch das Team Hamilton warnen können, dass die Boxeneinfahrt geschlossen ist, doch Mercedes war sich der Tatsache nicht bewusst. "Von der Boxengasse aus konnten wir die Signale nicht sehen, und wenn sie auch der Fahrer nicht sieht, was ich absolut glaube, dann ist der einzige Weg, es mitzubekommen, auf Seite vier (eigentlich Seite drei; Anm. d. Red.) des FIA-Kommunikationssystems zu schauen", sagt Wolff.

 

Er ärgert sich: "Niemand schaut auf diese Seite, wenn das Safety-Car herauskommt und der Fahrer im Begriff ist, in die Box zu kommen. Alles konzentriert sich auf den Boxenstopp." Als Gegenargument könnte man anführen, dass alle anderen Teams - mit Ausnahme von Alfa Romeo - gemerkt haben, dass die Boxengasse geschlossen ist, weil bis auf Antonio Giovinazzi alle anderen draußen geblieben waren.

Und tatsächlich hat auch ein Mitarbeiter von Mercedes die Meldung der Rennleitung entdeckt: "Einer unserer Jungs in der Fabrik hat es gesehen. Aber es war zu spät", hadert Wolff.

Hamilton betreibt Schadensbegrenzung

Für Hamilton war der Sieg in Monza trotz einer zuvor dominanten Vorstellung gelaufen. Mit 20 Sekunden Rückstand auf das Feld ging er nach seiner Strafe in die letzten 25 Runden des Rennens. Von dort aus konnte er sich immerhin noch auf Rang sieben vorarbeiten und die schnellste Rennrunde holen.

 

"Das sind gute Nachrichten, weil ich definitiv nicht gedacht habe, dass das noch möglich ist", sagt der Mercedes-Pilot, dessen WM-Vorsprung bei 47 Punkten bleibt, weil auch die Konkurrenz gepatzt hat. Teamkollege Valtteri Bottas kam nur als Fünfter ins Ziel, Max Verstappen (Red Bull) musste sein Auto an der Box abstellen.

"Das nehme ich so mit und bin dankbar, dass Max keine Punkte geholt hat", so Hamilton. "Von daher haben wir heute nicht viel verloren."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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