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Adrian Newey spricht über die technologische Revolution bei Aston Martin - Das Mastermind setzt auf maßgeschneiderte KI-Lösungen statt auf ChatGPT-Standards

Nicht ChatGPT: So radikal anders nutzt Newey KI für den AMR26

Adrian Newey spricht über leistungsstarke KI-Tools

Foto: circuitpics.de circuitpics.de

Adrian Newey, der das Aston-Martin-Team als technisches Mastermind in die neue Formel-1-Ära 2026 führt, hat sich zur Rolle von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Arbeitsweise des Rennstalls aus Silverstone geäußert. Die Aussagen folgen auf den ersten Ausritt des AMR26 bei privaten Testfahrten in Barcelona in der vergangenen Woche.

Da das Reglement für 2026 den Teams in den Bereichen Aerodynamik, Chassis und Antriebseinheit alles abverlangt, wird die Entwicklung durch Machine Learning und ähnliche Technologien bei allen Rennställen eine zentrale Rolle spielen. Besonders brisant: Da es vor dem Saisonstart kaum echte Testfahrten auf der Strecke gibt, sind diese Tools essenziell, um die rasanten Entwicklungsschritte im ersten Jahr mitzugehen.

Tatsächlich verlief der erste Testtag für Lance Stroll eher schleppend; er kam lediglich auf wenige Runden. Der zweimalige Weltmeister Fernando Alonso konnte am Freitag immerhin 61 Umläufe verbuchen. Die nächsten offiziellen Testfahrten stehen ab dem 11. Februar in Bahrain auf dem Programm.

KI bei Aston Martin: Kein ChatGPT, sondern Speziallösungen

Dabei stellt Newey klar, dass der Einsatz von KI im Team nichts mit ChatGPT oder herkömmlichen Chatbots zu tun hat. Stattdessen handelt es sich um hochkomplexe Spezialpakete - eine Technologie, die im Ingenieurswesen bereits Jahre vor dem aktuellen Massenmarkt-Hype zum Einsatz kam.

"Machine-Learning gibt es schon lange", erklärt Newey im teaminternen Undercut-Interview. "Es wurde sozusagen durch KI als Modewort abgelöst - jeder weiß heute, was KI ist. In Wahrheit ist die KI, die die meisten Menschen im Alltag nutzen, hauptsächlich internetbasiert und dient der Mustererkennung."

Bei Aston Martin sehe das jedoch anders aus: "Wir nutzen Machine Learning oder KI für sehr spezifische Aufgaben, daher ist unsere Anwendung extrem maßgeschneidert. Wir nutzen normalerweise nichts aus dem Internet, weil wir dafür zu spezialisiert sind."

Simulation und Spieltheorie: Die "immensen" Möglichkeiten

Dennoch gibt es laut Newey klare Anwendungsgebiete: "Es gibt Fälle, in denen wir Mustererkennung nutzen, um bei relativ einfachen Aufgaben zu helfen, oder sogar bei der Rennstrategie durch Simulationen und Spieltheorie."

Der Brite deutet zudem an, dass das Team noch weitaus mächtigere Werkzeuge im Köcher hat: "Es gibt fortgeschrittenere Anwendungen, über die ich im Moment lieber nicht sprechen möchte."

Der Zeitgeist der technologischen Entwicklung ist für Newey dabei Fluch und Segen zugleich: "Die Rechenleistung, die Datenverarbeitung, die künstliche Intelligenz - das alles schreitet so schnell voran. Was heute neu ist, wird in zwölf Monaten so gut wie veraltet sein."

Für das Team sei dies "unglaublich aufregend", so Newey weiter. "Es liegt an uns, mit unseren Partnern Schritt zu halten, denn die Möglichkeiten, die sich daraus ergeben, sind absolut immens. Wir müssen unseren Geist quasi ständig für das öffnen, was verfügbar ist - vielleicht nicht täglich, aber sicherlich alle sechs Monate, um den größtmöglichen Nutzen aus der Entwicklung zu ziehen."

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