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"Nicht komplett falsch": Ferrari hält für 2020 an Aero-Konzept fest

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"Nicht komplett falsch": Ferrari hält für 2020 an Aero-Konzept fest
Autor:
Co-Autor: Scott Mitchell
02.10.2019, 15:50

Mattia Binotto erklärt, warum Ferrari für 2020 am aktuellen Aero-Konzept festhält - Mittlerweile habe man es geschafft, viele Schwächen des Autos zu beheben

Bis zur Sommerpause konnte Ferrari in der Formel-1-Saison 2019 kein Rennen gewinnen. Erst nach der Pause lief es für die Scuderia besser, und in Belgien, Italien und Singapur konnte man sogar drei Erfolge in Serie feiern. Vor dieser Serie galt der SF90 bei vielen bereits als Fehlkonstruktion. Man munkelte, Ferrari habe sich für ein falsches Aero-Konzept entschieden.

Intern sieht man das offenbar anders, denn Teamchef Mattia Binotto erklärt, dass das Auto für 2020 eine "Entwicklung" des SF90 sein wird. "Ich denke nicht, dass das Konzept komplett schlecht oder falsch ist", stellt er klar und erinnert an die vielen verpassten Chancen der ersten Saisonhälfte. Er erklärt: "Ich denke, es gibt andere Gründe, warum wir in dieser Saison nicht so performt haben wie erwartet."

"Es liegt nicht nur am Konzept des Autos", stellt Binotto klar. In der ersten Saisonhälfte hätte Ferrari zum Beispiel mit großer Wahrscheinlichkeit den Großen Preis von Bahrain gewonnen, wenn Charles Leclerc kein Problem mit dem Motor gehabt hätte. In Österreich wurde der Monegasse erst in der Schlussphase von Max Verstappen eingebremst, und in Kanada stand Sebastian Vettel ganz eng vor dem Sieg.

Dazu kommen weitere Beispiele, in denen sich Ferrari vor allem selbst im Weg stand. Für Binotto steht fest, dass das Konzept des Autos nicht so verkehrt sein kann. Zudem erinnert er daran, dass man in den Rennen seit der Sommerpause "konkurrenzfähig" gewesen sei. In den vergangenen Monaten habe man hart daran gearbeitet, die Schwächen des SF90 zu beheben.

"Seit dem Großen Preis von Spanien, bei dem unsere Performance [...] sehr schlecht war, haben wir intern eine Menge unternommen, um unsere Performance auszuwerten und zu verstehen, wo die Schwächen des Autos liegen", verrät Binotto. Seitdem sie die Entwicklung in eine klare Richtung gegangen, und man habe "fortlaufend" neue Teile ans Auto gebracht.

Binotto trauert verpassten Chancen nicht nach

"Wir haben nicht nur in Singapur neue Teile gebracht. Das war auch früher in der Saison in anderen Rennen der Fall. Was wir in Singapur erreicht haben, war die Summe aus allem", erklärt er. In Singapur feierte Ferrari den ersten Doppelsieg seit 2017. Das habe auch nicht nur an der verbesserten Aerodynamik gelegen. Vielmehr habe man das Auto nun insgesamt besser verstanden.

Bei der Balance und dem Set-up habe man inzwischen den richtigen "Kompromiss" gefunden. Drei Siege in den vergangenen vier Rennen sprechen zumindest eine deutliche Sprache. Doch wurmt es Binotto da nicht, dass man diese Lösungen nicht bereits früher gefunden hat? Denn im Hinblick auf die Weltmeisterschaft kommen diese Fortschritte zu spät.

"Es ergibt keinen Sinn, etwas zu bereuen. Wir müssen nach vorne schauen", winkt er ab und erklärt, dass man aus den Fehlern lernen und sicherstellen müsse, "dass sie in Zukunft nicht noch einmal passieren." Den Rest der Saison möchte er "Rennen für Rennen" angehen. "Es wäre toll, zumindest besser als im vergangenen Jahr abzuschneiden", verrät der Teamchef.

"Denn das würde bedeuten, dass wir als Team Fortschritte machen", erklärt Binotto. Leicht wird das aber nicht. 2018 holte Ferrari in der WM 571 Punkte, aktuell steht man bei 409. Im Schnitt müsste man in den verbleibenden fünf Saisonrennen also 32,5 Punkte holen, um diese Marke zu brechen. "Ich weiß, dass wir einen schlechten Saisonstart hatten", erklärt Binotto, der aber trotzdem noch daran glaube.

Darum entwickelte Ferrari noch für 2019

Helfen könnte dabei, dass sich Mercedes bereits zu einem Großteil auf die Saison 2020 konzentriert. Doch auch bei Ferrari wird 2019 nicht mehr so viel kommen. "Ich würde sagen, dass wir uns in der Fabrik jetzt hauptsächlich auf das Auto für das kommende Jahr konzentrieren. Wenn in dieser Saison noch Updates kommen, dann werden sie nicht so groß sein wie in Singapur", erklärt Binotto.

Doch warum hat Ferrari überhaupt so lange an der Entwicklung des SF90 festgehalten, während die Konkurrenz bereits auf das kommende Jahr schaut? Schließlich war absehbar, dass man das Blatt in der WM 2019 nicht mehr herumreißen kann. "Was auch immer wir in dieser Saison bauen, wird beim Verständnis auch ein Schlüssel für das kommende Jahr sein", erklärt Binotto.

"Darum stecken wir noch immer Arbeit in 2019. Wir wollen nicht nur gewinnen, wir wissen auch, dass wir in der nächsten Saison davon profitieren werden, wenn wir die Performance des gesamten Autos in dieser Saison gut verstehen", so der Teamchef. In diesem Zusammenhang kommt man wieder auf den Punkt zurück, dass Ferrari am aktuellen Konzept festhalten wird.

Denn ein neues Konzept würde bedeuten, dass fast alles, was man 2019 lernt, für 2020 keine Bedeutung mehr hätte. Stattdessen möchte man den aktuellen Weg weitergehen und von den Erfahrungen aus diesem Jahr profitieren. Einige offene Fragen gibt es aber noch immer. Zum Beispiel macht die Scuderia in diesem Jahr im Qualifying regelmäßig einen stärkeren Eindruck als im Rennen.

Rennpace laut Binotto kein Problem

"Es stimmt, dass wir im Qualifying konkurrenzfähiger sind als in den Rennen", gesteht Binotto, der das aber nicht zwangsläufig als Problem sieht. "Ich würde das mehr als Vorteil [im Qualifying] als ein Problem im Rennen sehen", erklärt er und ergänzt, dass es bei allen Teams Höhen und Tiefen gebe. "In Bahrain hatten wir die stärkste Rennpace", erinnert er zum Beispiel.

Auch in Österreich habe man eine gute Rennpace gehabt, und in Hockenheim wäre man seiner Meinung nach ebenfalls schnell gewesen, wenn es nicht geregnet hätte. "Ich denke daher nicht, dass wir bei der Rennpace wirklich ein Problem haben", grübelt er und erklärt: "Ich denke, wenn wir auf gewissen Kursen stark sind, dann sind wir stark genug, um zu gewinnen. Und darum geht es."

Den Vorteil im Qualifying habe man vermutlich dank der "Power in der Qualifikation" und "vielleicht" dem besseren Verständnis für die Reifen auf einer Runde. Gleichzeitig stellt er klar, dass der Vorteil beim Motor nicht so groß sei, "wie man denken könnte." Es sei vielmehr ein Zusammenspiel aus Motor und Luftwiderstand des Autos. Die anderen Hersteller seien bei der reinen Leistung nicht weit weg.

Das sei zu Beginn der Hybridära anders gewesen. Damals habe Mercedes einen großen Vorsprung gehabt, "als sie einfach den besten Motor hatten." Das sei bei Ferrari aktuell aber nicht der Fall. Insgesamt scheint der SF90 mittlerweile aber ungefähr auf Augenhöhe mit dem Mercedes W10 zu sein. Bestätigt sich dieser Trend bis zum Saisonbeginn 2020, steht der Formel 1 eine deutlich offenere WM bevor als 2019.

Mit Bildmaterial von LAT.

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