Nico Hülkenberg: Sauber hat mir in der Formel 1 etwas verheimlicht

Formel-1-Fahrer Nico Hülkenberg beschäftigt sich mit der Frage "Was wäre, wenn …" und hadert mit einer Entscheidung, die ihn womöglich den Sprung in ein Topteam kostete.

Seit der Formel-1-Saison 2017 ist Nico Hülkenberg ein Werkspilot in der Formel 1. Doch diesen Status hätte der deutsche Rennfahrer gern schon früher für sich beansprucht, zumal er bereits 2010 bei Williams in die Rennserie eingestiegen ist. "Es sind dann aber einige Dinge passiert, die ich nicht steuern konnte", sagt Hülkenberg gegenüber der 'FAZ'. Er habe für sich "einen anderen Weg" finden müssen und dabei "viel gelernt über die Mechanismen der Formel 1", wie er meint.

Hülkenbergs Stationen in der Formel 1 waren nach Williams zunächst Force India, ehe er sich zur Formel-1-Saison 2013 dem Sauber-Team aus der Schweiz anschloss. Nach nur einem Jahr jedoch wechselte Hülkenberg für drei Jahre zurück zu Force India, dann folgte die Berufung zum Renault-Werksfahrer. Die vielseitigen Erfahrungen, die er dabei gesammelt habe, hätten ihn geprägt. Denn mit der Zeit werde ein Fahrer in der Formel 1 "abgebrühter und ein bisschen härter". Zudem lerne man "zwischen wichtigen und unwichtigen Dingen zu unterscheiden", so Hülkenberg weiter.

Dennoch sei ein Formel-1-Fahrer nicht vor Fehlentscheidungen gefeit. Hülkenberg jedenfalls hadert im Rückblick auf seine bisherige Karriere mit dem ersten Weggang von Force India und erklärt: "Sauber wollte, dass ich komme. Die Schweizer hatten ein sehr schnelles Auto, eine Waffe." Passend dazu wollte sich Hülkenberg weiterentwickeln und sah beim Team aus Hinwil seine große Chance.

"Ich musste mich dann im September [2012] entscheiden und kam in einen Sauber, der nicht mehr das war, was ich gesehen hatte", meint der Deutsche. "Das hing damit zusammen, dass das Team in der Kreide stand, mir das aber verheimlicht hatte." Dennoch gelang Hülkenberg im Sauber C32 mit Platz vier in Südkorea sein bis dato bestes Formel-1-Ergebnis und in der Gesamtwertung fuhr der Deutsche – zwar mit weniger Punkten als 2011 bei Force India – erstmals in die Top 10.

Heute sagt Hülkenberg: "Wäre ich 2013 im Force India geblieben und mit dem starken Auto gleich mal aufs Podium gefahren, dann hätte ich vielleicht bei Ferrari landen können." So aber wartet der Deutsche noch immer auf seine erste Fahrt unter die Top 3 der Formel 1, will das aber nicht überbewerten. "Hätte, hätte", sagt Hülkenberg. "Ich bin sehr zufrieden im Moment." Denn bei Renault habe er die lange ersehnte große Chance. "Wir haben gute Aussichten", so der Rennfahrer aus Emmerich. "Renault wird kommen."

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