Nico Hülkenberg: Renault über die Randsteine noch zu bockig

Exklusiv: Nico Hülkenberg und Carlos Sainz gehen optimistisch in den Saisonauftakt in Melbourne, doch noch hat der Renault R.S.18 auch Schwachstellen

Vor dem Saisonauftakt mit dem Grand Prix von Australien in Melbourne ist Nico Hülkenberg vorsichtig optimistisch. Gleichzeitig warnt er aber vor allzu hohen Erwartungen, denn innerhalb des weiterentwickelten Renault-Werksteams ortet der Deutsche immer noch Schwächen. Eine davon betrifft ganz konkret das Fahrverhalten des R.S.18.

Bei den Wintertests in Barcelona fiel auf, dass der Renault den Ritt über die Randsteine schlechter wegsteckte als so manches Auto der Konkurrenz. "Das ist eine Sache, an der wir noch arbeiten müssen", gibt Hülkenberg im Interview mit 'Motorsport.com' zu, merkt aber an: "Hatte sicher auch damit zu tun, dass wir teilweise gezwungen waren, ein bestimmtes Set-up zu fahren. Das ist uns aber bewusst und wir werden im Rennen sicher anders fahren."

Konkret sei das Set-up bei den Wintertests zu steif gewesen, "aus Set-up- und Aero-Gründen", wie Hülkenberg erläutert. Prinzipiell seien die beiden Wochen in Barcelona aber "um 360 Grad besser" als vor einem Jahr gelaufen. "Viel effizienter und erfolgreicher", lobt der Deutsche. "Ich habe das Gefühl, dass wir so gut vorbereitet sind, wie wir es zu diesem Zeitpunkt sein können."

 

 

"Viel darüber zu spekulieren", schränkt er ein, "bringt nichts. Wir werden dieses Wochenende herausfinden, wo wir stehen. Die Rundenzeiten habe ich mir ehrlich gesagt gar nicht so genau angeschaut. Das bringt nach so vielen Jahren die Routine mit sich. Da wird dir mit der Zeit klar, dass es nutzlos ist, irgendwas in die Tests zu interpretieren. Das bringt dich nicht weiter und du kannst daraus auch nichts lernen."

Hülkenberg sieht die drei Topteams Mercedes, Ferrari und Red Bull immer noch "weit vorne". Renaults Ziel müsse sein, den Rückstand auf diese Top 3 "signifikant" zu reduzieren: "Abu Dhabi war vergangenes Jahr ein starkes Wochenende. Da müssen wir anknüpfen. Denn auch die Rennen davor waren von der Performance her gut, aber wir haben ein paar Ergebnisse durch Ausfälle verloren."

Optimistisch ist auch Hülkenbergs Teamkollege Carlos Sainz: "Vergangenes Jahr war ich Leidtragender von Renaults Entwicklung", sagt er im Interview mit 'Motorsport.com'. "Mein Toro Rosso war das viert- oder fünftschnellste Auto, aber auf einmal begann Renault richtig zu entwickeln und zog an uns vorbei."

"Und als ich erstmals im Renault saß, spürte ich sofort, dass das Auto einen Schritt weiter ist. Daher bin ich guter Dinge für dieses Jahr", so der Spanier. "Nico und ich führen das Team in eine ähnliche Richtung und treiben uns gegenseitig an. Renault als Werksteam hat die Ressourcen. Insofern bin ich fest überzeugt, dass wir uns nach vorne bewegen werden, ganz egal wie wir jetzt in Melbourne in die Saison starten."

 

Die aktuelle Situation des Renault-Werksteams und die Chancen von Nico Hülkenberg, 2018 endlich zum ersten Mal auf das Podium zu fahren, sind auch eines der Themen in der aktuellen Ausgabe von "Starting Grid", dem Formel-1-Podcast. Die einstündige Show kann nun im Radioplayer auf Motorsport-Total.com oder via iTunes abgerufen und abonniert werden. Unter anderem diskutieren diesmal unser Chefredakteur Christian Nimmervoll und Bild-Formel-1-Reporter Lennart Wermke.

Zusätzliche Informationen von Scott Mitchell

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Über diesen Artikel
Rennserien Formel 1
Fahrer Nico Hülkenberg , Carlos Sainz Jr.
Teams Renault
Artikelsorte News
Tags carlos sainz, nico hulkenberg, r.s.18, randsteine, renault