Reaktion

Formel 1 Austin

Niki Lauda: FIA hält sich nicht an ihre eigenen Versprechen

Niki Lauda ist sauer darüber, dass sich die FIA nicht an ihre eigenen Vorgaben hält, und spricht im Falle Max Verstappens von "der schlechtesten Entscheidung", die er je gesehen hat.

Norman Fischer Dieter Rencken

Bearbeitet: 23.10.2017, 12:15

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Niki Lauda, Mercedes AMG F1 Non-Executive Chairman, Christian Horner, Red Bull Racing Team Principal

Max Verstappen, Red Bull Racing RB13

Christian Horner, Red Bull Racing Team Principal, Niki Lauda, Mercedes AMG F1 Non-Executive Chairman

Niki Lauda, Mercedes AMG F1, Aufsichtsratsvorsitzender

Max Verstappen, Red Bull Racing

Max Verstappen, Red Bull Racing RB13, celebrates as he crosses the line ahead of Kimi Raikkonen, Fer

Chase Carey, Chairman, Formula One, Christian Horner, Team Principal, Red Bull Racing

Christian Horner, Red Bull Racing Team Principal

Jean Todt, FIA-Präsident

Second place Sebastian Vettel, Ferrari, James Allison, Technical Director, Mercedes AMG F1, race win

Max Verstappen, Red Bull, celebrates with his team in Parc Ferme

Max Verstappen, Red Bull Racing RB13

Eigentlich dachte man, dass die Strafenwut in der Formel 1 ein Ende hat. Um den Sport wieder interessanter zu machen, wurde im vergangenen Jahr beschlossen, dass man den Fahrern auf der Strecke wieder freiere Hand lässt und nicht bei jeder Aktion eine Untersuchung einleitet. "Sechs Monate ging es gut, aber diese Entscheidung ist die schlechteste, die ich je gesehen habe", poltert Niki Lauda nach der Strafe gegen Max Verstappen beim Großen Preis der USA.

Der Österreicher ist erzürnt darüber, dass sich die FIA nicht an ihre eigenen Absprachen hält. Im Beisein der Stewards, FIA-Präsident Jean Todt, Renndirektor Charlie Whiting und den Teams hatte man sich auf eine legere Art der Überwachung geeinigt, bei dem die Kommissare nur eingreifen sollten, wenn es gefährlich wird. Das war bei Verstappen in Austin nicht der Fall. "Sie greifen wegen nichts ein. Es war ein normales Überholmanöver", schüttelt er mit dem Kopf.

Ob es ein "normales Überholmanöver" war, darüber lässt sich streiten. Der Red-Bull-Pilot war tatsächlich bei der Attacke auf Kimi Räikkönen mit allen vier Rädern über der weißen Linie und gab den Stewards somit eine Grundlage für ihre Entscheidung. Doch dass sie in diesem Falle ihre Linie verließen und im Gegensatz zu anderen Vorfällen sofort eine Strafe aussprachen, stößt dem Ex-Piloten sauer auf.

"Die weiße Linie ist keine Grenze. Das haben wir alle beschlossen. Und jetzt gibt es diese Entscheidung. Es ist komplett falsch", poltert Lauda. Denn im gesamten Wochenendverlauf durften die Fahrer ohne Sanktion gegen Track Limits verstoßen. Valtteri Bottas wehrte sich gegen Verstappen auch einmal neben der Strecke - ohne Konsequenzen. "Die Regeln müssen konstant sein. Man kann sie bei verschiedenen Fällen nicht unterschiedlich auslegen", ärgert sich auch Red-Bull-Teamchef Christian Horner. "Wie kann man sagen, dass es bei Valtteri okay war, bei Max aber nicht?"

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"Der Renndirektor hat gemeint, dass diese Nutzung der Track Limits für ihn in Ordnung sei. Max macht ein außergewöhnliches Manöver gegen Kimi, und es wird ihm weggenommen", versteht der Brite die Welt nach dem Rennen in Austin nicht mehr. Auch hier hat die FIA anscheinend gegen ihre Ansagen gehandelt. Das gilt auch für die Ansage, sich vor einer Entscheidung erst die Meinung der Rennfahrer anhören zu wollen.

Nach einem ähnlichen Fall in Mexiko im vergangenen Jahr "wurde beschlossen, dass sie sich die Zeit nehmen, um sich die Argumente anzuhören", erklärt Horner. "Doch Max bekam leider nicht das Recht zu antworten, und man hat auch kein Recht, die Entscheidung anzufechten."

Somit bleibt dem Großen Preis der USA ein bitterer Beigeschmack hängen. Gerade in Amerika, wo die Formel 1 laut dem Teamchef "noch unreif" ist, tragen solche Entscheidungen nicht gerade zur Popularität der Rennserie bei. "Durch die Inkonstanz haben die Zuschauer und Fans es heute nicht verstanden. Selbst Kimi Räikkönen hat nicht verstanden, wieso er auf dem Podium war und nicht Max", sagt Horner.

"Er hat nichts falsch gemacht", betont auch Niki Lauda noch einmal. "Er ist ein Rennfahrer, wir sind nicht auf normalen Straßen, und es ist lächerlich, den Sport mit solchen Entscheidungen zu zerstören." Das Thema Strafen wollen die Teams nun beim nächsten Treffen der Strategiegruppe nun noch einmal auf die Agenda setzen, damit es nicht noch einmal zu einer solchen Situation kommt. "Wir dürfen das nicht so machen", weiß Lauda.

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