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Noch 2026: Stefano Domenicali drängt auf Motoren-Entscheidung

Die Formel 1 diskutiert bereits das nächste Motorenreglement mit neuem Fokus: Weniger Gewicht, mehr Verbrenner - und ein möglicher Kurswechsel

Stefano Domenicali: Entscheidung für nächstes Antriebsformat noch 2026

Formel-1-Antrieb von Honda in einem Red Bull RB19 in der Saison 2023

Foto: LAT Images

Das aktuelle Formel-1-Reglement ist erst wenige Wochen alt. Doch nun erklärte Serienchef Stefano Domenicali im exklusiven Interview mit Autosport, einer Schwesterplattform von Motorsport-Total.com und Formel1.de bei Motorsport Network: Die Formel 1 müsse sich alsbald auf ein neues Antriebsformat für den nächsten Regelzyklus einigen.

Domenicali sagte: "Wir dürfen nicht zu viel Zeit verlieren, weil die Zeit so rasch vergeht. Und wir dürfen uns nicht in eine Ecke manövrieren, sondern müssen so schnell wie möglich entscheiden - noch dieses Jahr. Das werden wir natürlich gemeinsam mit der FIA diskutieren."

Von einem "Schnellschuss" will Domenicali jedoch absehen: Die beteiligten Hersteller haben viel Geld investiert, um Antriebe für das Formel-1-Reglement 2026 zu bauen. Diese Antriebe rasch einzumotten, wäre vor diesem Hintergrund schwer vermittelbar.

Domenicali sagte: "Im Moment ist es etwas Unglaubliches, einen Hersteller zu haben, der in die Formel 1 investiert. Das verdient unseren vollen Respekt. Denn in diesem Umfeld möchte man so etwas nicht als selbstverständlich ansehen. Und die FIA soll mit ihrer Vision koordinieren, welches Regelwerk man den Herstellern und den Teams vorschlagen kann."

Wann kommt das neue Antriebsformat?

Der konkrete Zeitpunkt für die Einführung eines neuen Antriebsformats ist noch offen. Laut Domenicali plant die Formel 1 bis "Ende 2030" mit den aktuellen Antrieben. "Danach hat die FIA die Möglichkeit, ein [neues] Reglement zu erstellen. Wir müssen jedoch prüfen, ob es die Möglichkeit gibt, das Ganze eventuell vorzuziehen. Das ist Teil der Diskussionen, die wir jetzt führen werden."

Eine Einigung mit den Beteiligten ist dafür zwingend erforderlich: Unter den aktuellen Regeln braucht es eine sogenannte Supermehrheit unter den Antriebsherstellern, um den bisherigen Plan zu ändern und zum Beispiel die Einsatzzeit der Antriebe zu verkürzen.

Wie sieht das neue Antriebsformat aus?

Zu klären ist außerdem der konkrete Aufbau der Antriebseinheiten. Im Raum steht eine Rückkehr zu einer ähnlichen Antriebsformel wie aus der Zeit vor 2014: ein Motor mit mehr Zylindern und einer vereinfachten Hybridkomponente.

Hierbei wäre die Formel 1 jedoch auch von politischen Rahmenbedingungen abhängig: Die Europäische Union, nationale Regierungen und nicht zuletzt die Hersteller selbst müssten den aktuellen Kurs hin zur Elektromobilität überdenken. Eine solche Kurskorrektur könnte durch innovative nachhaltige Kraftstoffe unterstützt werden, wie sie die Formel 1 seit 2026 verwendet.

Der neue Fokus der Formel 1 laut Domenicali

Domenicali selbst sieht nachhaltige Kraftstoffe "ganz klar im Zentrum der Zukunft stehen" und strebt nach einer "anderen Balance zwischen Elektrifizierung und starkem Verbrennungsmotor".

Domenicali erklärte: "Es würde erlauben, viele Kilogramm einzusparen und in dieser Hinsicht reinen Rennsport zu haben - in Form von leichteren, kleineren Autos, die man wirklich so stark pushen kann. Ich glaube, das würde auch die Puristen zufriedenstellen."

Es könnte jedoch schon kurzfristig "einige Anpassungen" geben, wie Domenicali weiter sagte. Er halte das aktuelle Renngeschehen in der Saison 2026 zwar für "großartig, aber das Auto ist immer noch sehr schwer. Außerdem hat die Batterie viele Dinge mit sich gebracht, die beim Design berücksichtigt werden müssen. Diese Dinge verarbeiten wir jetzt, und wir müssen reagieren."

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