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Formel 1 Silverstone

Norris nach nächstem verlorenen Sieg frustriert: "Ich bin es leid ..."

Lando Norris ist trotz Podium beim Heimspiel frustriert: Eine falsche Reifenentscheidung am Ende kostet wieder einmal einen Sieg in der Formel 1

Norris schwer enttäuscht: Haben Sieg wieder einmal weggeworfen!

Obwohl er soeben bei seinem Heimspiel in Silverstone auf das Podium gefahren war, saß Lando Norris mit angesäuerter Miene neben Lewis Hamilton in der Pressekonferenz. Während sein Landsmann nach dem rekordträchtigen neunten Sieg auf der Strecke von den Journalisten gelöchert wurde, blieb Norris nur die Statistenrolle - wieder einmal.

Platz drei war am Sonntag auf jeden Fall nicht das, was sich der Brite vorgenommen hatte. Und bis Runde 38 von 52 sah es auch noch so aus, als würde Norris heute seinen zweiten Formel-1-Sieg feiern können. Aber dann kam wieder einmal der entscheidende Fehler. "Ich hasse es, das erneut zu sagen, aber: Es lief vieles gut, aber wir haben es beim letzten Stopp weggeworfen."

Kurz vor dem letzten Boxenstopp lag Norris noch vor Hamilton in Führung, doch dann verpasste McLaren den richtigen Zeitpunkt zum Reifenwechsel. Während sich Hamilton in Runde 38 Trockenreifen holte, blieb Norris noch eine Runde auf Intermediates draußen und verlor nach seinem Stopp eine Runde später die Führung an seinen Landsmann.

 

Der entscheidende Fehler war das aber nicht. Viel schwerwiegender wog die Entscheidung, Norris auf Soft-Reifen wieder auf die Strecke zu schicken. "Selbst wenn ich in der perfekten Runde an die Box gekommen wäre, war unsere Entscheidung, auf den Soft zu gehen, die falsche", sagt er.

Denn im Gegensatz zu Mercedes kam der McLaren mit dem weichen Pneu bei diesen Bedingungen überhaupt nicht zurecht. Statt sich auf die Jagd nach Hamilton zu machen, verlor Norris in der Schlussphase sogar noch Platz zwei an Max Verstappen, der sich für die letzten Runden den harten Reifen hatte geben lassen.

Rückblickend betrachtet wäre es besser gewesen, Norris die Medium-Reifen zu geben. Das weiß auch Teamchef Andrea Stella: "Es wäre sicherer gewesen, am Ende des Rennens konkurrenzfähig zu sein", sagt der Italiener bei Sky. "Selbst wenn Lewis nach dem Stopp vorne gewesen wäre, hätten wir unsere Chance am Ende des Rennens gehabt, glaube ich."

Warum McLaren den Soft wählte

Doch warum entschied sich McLaren überhaupt für den Soft? "Weil Lewis darauf gegangen ist", betont Norris. "Er hat das Rennen gewonnen." Das heißt: Per se war es nicht die falsche Entscheidung. "Aber wir waren als Team einfach schrecklich auf Softreifen", so der Brite.

"Wir waren immer schlecht auf dieser Art Reifen, und Mercedes war immer gut", erklärt er. "Ich hatte im Grunde keine Chance, sie zu schlagen. Ich hatte erwartet, vor den Mercedes rauszukommen, aber das bin ich nicht. Aber selbst wenn ich vor ihm rausgekommen wäre, hätte ich das Rennen nicht gewonnen, weil wir zu langsam waren."

 

Die Entscheidung für den Soft sei dabei gemeinsam in Abstimmung mit dem Team erfolgt. Eigentlich hätte das Team den Medium-Reifen bevorzugt, bekam dann aber Zweifel. "Ich denke, wir waren zu sehr davon beeinflusst, dass Lewis auf Soft war", gibt Teamchef Stella zu. Aber auch die Absprache mit Norris habe McLaren am Ende zum Soft bewogen.

"Unter diesen Bedingungen wollten wir bei Lando checken, was er bevorzugt", bestätigt Stella. "Und wir hätten die Verantwortung nehmen und sagen müssen, dass der Medium-Reifen richtig ist. Indem wir bei Lando nachgefragt haben, haben wir ein wenig selbst gezweifelt. Und das hat zu der Richtung geführt, die rückblickend betrachtet falsch war", so Stella.

Das nimmt das Team aber auf seine eigene Kappe: "Die Fahrer haben schon viel zu tun, das Auto unter diesen Bedingungen auf der Strecke zu halten. Der Kommandostand hat mehr Informationen", sagt er. "Es liegt an uns, diese Entscheidung zu treffen."

Drei Fehler beim Boxenstopp

Am Ende waren es aber mehrere kleine Faktoren, die nicht gepasst haben. Dass er eine Runde zu spät an die Box gekommen war und so die Position gegen Hamilton verlor, nimmt Norris auf sich: "Das ist einfach das Gefühl und das Wissen des Fahrers, wann man in die Box kommen sollte, und dabei hat Lewis einen besseren Job gemacht als ich", gibt er zu.

Der nächste Fehler kam beim Boxenstopp selbst, als Norris bei der Anfahrt auf seine Crew zu weit rutschte, was noch einmal rund zwei Sekunden kostete. "Das reicht, um die Führung zu verlieren", weiß Stella. Aber: "Das garantiert nicht, dass du in Kurve 3 und 4 immer noch vorne bist."

 

"Wenn ich das Rennen noch einmal fahren könnte, dann würde ich in der gleichen Runde wie Hamilton und Verstappen an die Box kommen", sagt der Teamchef. "Aber dann wäre natürlich immer noch die Frage der Reifen offen. Wenn man eine Runde später an die Box kommt, kann man schauen, was die Konkurrenz macht."

Und das hat bekanntlich zur Entscheidung für Softs beigetragen.

Hätte Norris auch mit Mediums nicht gewonnen?

Doch was wäre gewesen, wenn Norris den Medium genommen hätte? Hätte er dann sicher gewonnen, selbst mit dem ungünstigen Timing und dem verpatzten Stopp? "Das ist nicht garantiert", winkt Stella ab. "Denn Lewis hat die Reifen in gutem Zustand gehalten, und dann hätte man noch überholen müssen."

"Ich denke, wir hätten in das Getriebe von Lewis kommen können, aber überholen ist noch einmal eine andere Angelegenheit."

 

Doch rückblickend lässt sich alles einfach bereden. Fakt ist, dass die Taktik am Ende aus McLaren-Sicht nicht gepasst hat. "Zwei Entscheidungen von uns haben uns heute alles gekostet. Das ist vor allem hier ziemlich enttäuschend", hadert Norris.

"Es gibt immer noch so viel Positives und gute Dinge, aber es ist frustrierend, wenn wir schon ein paar Mal etwas weggeworfen haben, das eigentlich uns gehört hätte."

Denn das bleibt unter dem Strich auch stehen: Obwohl McLaren schon seit einem Jahr immer wieder an der Spitze mitmischt, steht nur ein glücklicher Sieg in Miami auf dem Konto von Norris. Dass es nicht schon mehr sind, das kotzt ihn schon tierisch an.

Norris: "Ich bin es leid ..."

Auch der Fakt, dass er bei seinem Heimspiel auf dem Podium steht, kann ihn da nicht positiv stimmen: "Ich weiß, aber ich bin es einfach leid zu sagen, dass ich es hätte besser machen sollen oder dass ich dies und jenes hätte tun sollen oder was auch immer", sagt er patzig.

"Ist mir egal, ob es Zeit braucht. Ich will mir keine Zeit lassen. Wir sollten es jetzt machen, wir sollten jetzt gewinnen. Ich sollte bessere Entscheidungen treffen als ich tue. Ich bin einfach enttäuscht, denn es ist ein Sieg in der Formel 1. Ich werde mich nicht mit weniger zufriedengeben, wenn wir es hätten erreichen sollen."

Immer wieder wird gesagt, dass Norris zu hart mit sich ins Gericht geht, doch das sieht er nicht so. "Hätten wir heute das Rennen gewinnen sollen? Ja. Haben wir? Nein. Also bin ich nicht glücklich mit einem weiteren dritten Platz", sagt er.

"Ich habe wieder Punkte auf Max verloren, und darüber bin ich nicht glücklich. Gibt es auch positive Dinge? Ja, aber ich möchte mit dem Endergebnis zufrieden sein und das bin ich nicht. Also bin ich am Ende des Tages nicht glücklich."

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