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Formel 1 2020: Deshalb Nürburgring statt Hockenheim!

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Formel 1 2020: Deshalb Nürburgring statt Hockenheim!
Autor:
Co-Autor: Christian Nimmervoll
23.07.2020, 10:16

Warum Hockenheim in diesem Jahr definitiv kein Formel-1-Rennen veranstalten wird, aber stattdessen der Nürburgring zum Zuge kommen soll

So schnell ändert sich alles: Erst sollte Deutschland in der Formel-1-Saison 2020 gar kein Rennen austragen. Dann stand Hockenheim als Austragungsort für ein Ersatzrennen in der Coronakrise auf der Pole-Position. Jetzt aber ist Hockenheim definitiv raus aus den Plänen der Formel 1, und der Nürburgring plötzlich drin. Und dabei soll es auch bleiben.

Allerdings: "Zu vermelden gibt es im Moment nichts", erklärt ein Nürburgring-Sprecher auf Nachfrage von 'Motorsport.com'. Nur so viel: "Die Gespräche zwischen der Formel 1 und dem Nürburgring haben seit der letzten Austragung 2013 immer wieder stattgefunden. Auch dieses Jahr haben wir miteinander gesprochen."

Die Haltung des Nürburgrings zu einem Formel-1-Grand-Prix habe sich nicht geändert: "Wie wir in der Vergangenheit immer betont haben, muss die Austragung [der] Formel 1 auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten für den Nürburgring sinnvoll sein."

Neuer "Triple Header" im Oktober geplant

2020 könnte eine solche Konstellation eintreten: Aufgrund der vielen abgesagten Rennen in der Coronakrise braucht die Formel 1 dringend Ersatz-Grand-Prix, um den Rennkalender aufzufüllen.

Sollten es Formel 1 und Nürburgring ernst meinen, der Traditionskurs in der Eifel könnte im Oktober in den Kalender rücken, gemeinsam mit Imola und Portimao, die ebenfalls für einen weiteren "Triple Header" zum Abschluss der Europa-Saison vorgesehen sind.

Und Hockenheim? Ein Rennen dort scheitert offenbar am Wunsch von Liberty Media, ab Herbst wieder Rennen mit (zumindest einigen) Vor-Ort-Zuschauern austragen zu wollen. Das aber kollidiert mit Coronavirus-Bestimmungen des Bundeslandes Baden-Württemberg.

Warum Hockenheim jetzt außen vor ist

"Wir können aus heutiger Sicht für ein etwaiges Rennen im Oktober nicht davon ausgehen, dass ein Event mit mehr als 500 Zuschauern möglich wäre", erklärt Hockenheimring-Geschäftsführer Jorn Teske auf Nachfrage von 'Motorsport.com'.

"Das macht uns für die Formel 1 aus wirtschaftlicher Sicht weniger attraktiv als Rennstrecken, bei denen es schon jetzt eine Verordnungslage gibt, die Fanevents unter bestimmten Voraussetzungen zulässt. Andererseits haben wir immer betont, dass die Formel 1 gerade in diesen Zeiten für uns finanziell Sinn ergeben muss."

Die Konsequenz: eine Absage von Liberty Media an Hockenheim. Man sei darüber in Kenntnis gesetzt worden, "dass man auf unser in Anbetracht dieser Rahmenbedingungen formuliertes Angebot, unter den besonderen Umständen der Coronakrise einen Grand Prix auszutragen, nicht zurückkommen wird", so Teske.

"Wir können bestätigen, dass es 2020 keinen Grand Prix auf dem Hockenheimring geben wird."

Was jetzt für den Nürburgring spricht

Deshalb kommt nun der Nürburgring ins Spiel - auch, aufgrund abweichender Coronavirus-Vorgaben in Rheinland-Pfalz. Der Eifel-Kurs könnte zumindest in der Theorie den Wunsch Liberty Medias erfüllen und ein Formel-1-Rennen vor einem gewissen Vor-Ort-Publikum austragen.

Nürburgring-Geschäftsführer Mirko Markfort hatte bereits Mitte Juni erklärt, man arbeite hart daran, "dass es auch wieder Zuschauer geben kann". Die entsprechenden Konzepte würden "ständig weiter verfeinert und den Erfordernissen angepasst".

Damals sagte er auch: "Was in welchem Umfang möglich sein wird, werden die nächsten Tage und Wochen zeigen." Entscheidend dafür sei der "Dialog mit allen Beteiligten und natürlich auch der Verlauf der Pandemie".

Nürburgring fühlt sich bereit

Der Nürburgring weise eine "geeignete Infrastruktur für Hygienemaßnahmen auf", erklärte Markfort weiter. "Geregelte Zutritte zum Gelände, feste Sitzplätze auf weitläufigen Tribünen und zahlreiche Sanitäranlagen sowie Hygienepunkte sind entscheidende Dinge, die nach unserem Dafürhalten die Einhaltung verschiedener Richtlinien möglich machen."

Die Nürburgring-Langstrecken-Serie (NLS, vormals VLN) hat bereits wieder den Rennbetrieb am Nürburgring aufgenommen, wenn auch unter Ausschluss der Öffentlichkeit als "Geisterrennen" ohne Zuschauer.

Sollte es ein Grand-Prix-Comeback in der Eifel geben, es wäre der erste Formel-1-Besuch seit sieben Jahren. Und rein technisch stünde dem nichts entgegen: Der Grand-Prix-Kurs verfügt weiterhin über die notwendige FIA-Einstufung Grad 1, die Formel-1-Rennen ermöglicht. Lediglich eine Terminanpassung müsste gegebenenfalls vorgenommen werden, um Platz zu schaffen für das Grand-Prix-Wochenende.

Die Formel-1-Historie am Nürburgring

Bisher hat der Nürburgring vier Deutschland-Grands-Prix auf dem modernen Kurs ausgetragen, erstmals 1985 und erneut 2009, 2011 und 2013. Dazu kommen 22 Formel-1-Rennen auf der Nordschleife bis 1976.

1997 und 1998 firmierte der Nürburgring als Luxemburg-Grand-Prix ebenso im Formel-1-Kalender wie 1995, 1996 sowie ab 1999 und bis 2007 als Europa-Grand-Prix. Insgesamt 18 Mal befuhr die Formel 1 bereits die in den 1980er-Jahren erbaute Grand-Prix-Strecke unterhalb der Nürburg. Mehr dazu in der Formel-1-Datenbank!

Mit Bildmaterial von Robert Kah - Nürburgring.

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Urheber Stefan Ehlen