Nur 20 Runden für Lewis Hamilton in Zandvoort: "Nicht das Ende der Welt"

Lewis Hamilton kommt am Freitag in Zandvoort nicht viel zu fahren: Ein Defekt legt den Weltmeister lahm - Valtteri Bottas muss alleine auf Datenjagd gehen

Nur 20 Runden für Lewis Hamilton in Zandvoort: "Nicht das Ende der Welt"

Drei Runden schaffte Lewis Hamilton am Nachmittag in Zandvoort, bevor sein Mercedes-Motor den Geist aufgab und der Brite sein Fahrzeug auf der Strecke abstellen musste. "Ich verliere Leistung", funkte er an sein Team, das die Ursache für die Probleme noch untersuchen möchte.

Erste Anzeichen deuten aber darauf hin, dass es sich um ein Problem mit dem Öldruck handeln könnte. Laut Experte Gary Anderson kann das mit den Steilkurven zusammenhängen, die für Probleme im System sorgen können. Er vermutet den gleichen Defekt bei Sebastian Vettel im ersten Training, der bei Aston Martin ebenfalls mit einem Mercedes-Motor unterwegs ist.

"Das ist nicht das Ende der Welt", sagt Hamilton nach der Session. Allerdings ist er gegenüber den meisten anderen Piloten deutlich im Hintertreffen. Schon in der ersten Session konnte aufgrund der langen Rotphase kaum Fahrbetrieb aufkommen, sodass Hamilton am heutigen Freitag nur auf 20 Runden kam - die wenigsten aller Fahrer.

Das tut auf einer neuen Strecke wie Zandvoort natürlich besonders weh. Mercedes muss sich daher auf die Daten von Valtteri Bottas verlassen, der 51 Runden beisteuerte und den Tag auf Rang vier beendete. Hamilton wurde mit seiner Bestzeit aus der ersten Session am Ende auf Rang neun gelistet, sechs Zehntelsekunden hinter Platz eins.

Hoffnung auf Daten von Valtteri Bottas

Im ersten Training habe sich das Auto laut Hamilton aber nicht allzu schlecht angefühlt. "Für die zweite Session habe ich dann einige Veränderungen vorgenommen. Aber ich habe nur eine Runde damit geschafft. Von daher ist es sehr schwierig einzuschätzen, ob es gut oder schlecht war." Er weiß: "Das bringt uns natürlich ins Hintertreffen."

 

"Aber zumindest ist Valtteri viel gefahren, sodass wir viele Datenanalysen aus den Longruns ziehen können", sieht er noch nicht ganz schwarz. "Er leistet fantastische Arbeit und meistens liegen wir beim Set-up nicht weit auseinander. Hoffentlich hilft seine Arbeit, die er heute erledigt hat."

Bottas selbst spricht von einem guten Tag und erklärt, was Mercedes in der zweiten Session noch machen musste: "Wir mussten noch schauen, wie sich das Auto mit wenig Sprit verhält. Danach lag der Fokus auf den Longruns", so der Finne. "Wir haben gelernt, wie der Reifen abbaut und überhitzt. Trotz der roten Flaggen sollten wir viele Daten haben, die wir analysieren können."

Entscheidet das knappe Qualifying?

Seine Prognose für den Samstag: "Wir haben heute gesehen, dass die Unterschiede zwischen den Teams sehr gering sind, deswegen ist morgen alles möglich." Bottas fehlten am Freitag 0,230 Sekunden auf die Spitze. Der Leitende Renningenieur Andrew Shovlin geht davon aus, dass sich alle Teams noch deutlich verbessern werden, weil viele Runs mit wenig Sprit vom Verkehr beeinträchtigt wurden.

Er berichtet zudem von Problemen im ersten Sektor: "Wir kämpfen noch etwas mit den Kurven zwei und drei, in denen wir sowohl mit mehr als auch weniger Sprit an Bord Zeit verlieren", sagt er. "Es gibt auch noch ein paar andere Stellen, an denen wir die Balance verbessern können, aber alles in allem scheint sie nicht allzu weit weg zu sein."

Von der Strecke selbst zeigen sich beide Fahrer nach den ersten Eindrücken aber begeistert: "Ah man, die Strecke ist episch. Wirklich fantastisch", schwärmt Hamilton. "Ich wusste, dass sie in der Formel 3 großartig war, aber in einem Formel-1-Auto ist sie verrückt. Das ist eine echte Rennstrecke."

Doch Hamilton weiß auch, dass er morgen ein starkes Qualifying braucht, denn: "Ich denke nicht, dass man hier überholen kann, weil es viel Abtrieb und superschnelle Kurven gibt, in denen wir wahrscheinlich nicht gut folgen können. Hoffentlich haben wir am Sonntag eine gute Strategie."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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