Nur der Anfang: Domenicali spricht über Formel-1-Expansion in den USA
Stefano Domenicali hat im Rahmen des Miami-Wochenendes betont, dass die Formel 1 in den Vereinigten Staaten noch große Ziele verfolgt
Stefano Domenicali sieht für die Formel 1 in den USA eine rosige Zukunft
Foto: Getty Getty
Glaubt man Formel-1-CEO Stefano Domenicali, dann steht der Grand-Prix-Sport in den Vereinigten Staaten in puncto Popularität nur am Anfang. Diese These hat der ehemalige Ferrari-Teamchef beim Autosport Business Exchange Miami geteilt.
"Wenn man in die Vergangenheit schaut, dann war die Formel 1 immer in den USA vertreten", so Domenicali. "Aber das war immer sehr willkürlich. Wir waren in Detroit, Indianapolis oder Austin. Und als wir das letzte Mal in Austin aufgeschlagen sind, nicht vor 100 Jahren, sondern vor acht Jahren, waren rund 60.000 Leute zu Gast."
Die Formel-1-Weltmeisterschaft ist bereits seit ihrer ersten Saison in den Vereinigten Staaten präsent. Damals zählte das Indy 500 noch zur WM-Wertung, doch auch ikonische Kurse wie Watkins Glen, Riverside oder Long Beach waren schon im Kalender vertreten. Langfristig konnte sich aber kein Zuschauermagnet etablieren. Zeitweise fand in den 90ern und 2000ern gar kein Formel-1-Rennen in den USA statt.
"Jetzt haben wir drei Rennen mit großem Publikum", betont Domenicali. "Die Liebe für die Formel 1 hat sich in diesem Land also hervorragend entwickelt."
Vom Netflix-Boom zum US-Phänomen
Gerade die Netflix-Serie Drive to Survive gilt gemeinhin als wichtiger Baustein für die neu gewonnene Popularität der Rennserie in den USA. Passend zum Wochenende in Miami wirft Domenicali den Grand Prix rund um das Hard Rock Stadium als weiteren wichtigen Faktor in den Raum:
"Wir wollten in Miami sein. Schließlich dachten wir, dass dieser Ort genau die Perspektive besitzt, die zu allem passt, was die Formel 1 sein möchte: Glamour, die richtige wirtschaftliche Lage, der richtige Ort, um das Wachstum in den USA anzuführen."
Die Formel 1 soll mindestens bis 2041 auf dem Stadtkurs von Miami an den Start gehen. Dementsprechend hat man beim Autosport Business Exchange angekündigt, dass der Paddock Club für die kommende Saison ausgebaut werden soll.
Zu viel auf einmal?
"Wir haben drei Rennen in den USA, und es gibt viele Anfragen für weitere Rennen. Genau das müssen wir mit etwas Behutsamkeit managen."
Trotzdem betont Domenicali: "Aber das ist nur der Anfang unserer Reise in den USA. Wir sind noch nicht am Ziel. Und ich habe immer gesagt, dass Sport in den USA, und diesen respektieren wir sehr, zur lokalen Kultur gehört."
"Und eine Kultur zu ändern oder weiterzuentwickeln, benötigt Zeit. Also müssen wir weiter mit unseren Partnern und Promotoren zusammenarbeiten, denn die USA gibt uns die Chance, im großen Stil zu wachsen."
"Die Dimensionen in den USA sind weltweit unvergleichbar. Natürlich sind wir ein globaler Sport, der die Aufmerksamkeit aller Unternehmen und Sportarten auf der Welt einfangen möchte."
"Aber das hier ist der Markt, das Land, welches für uns einen Raum repräsentiert, in den wir stetig investieren, und das werden wir mit den richtigen Partnern fortsetzen. Der nächste Schritt wird allerdings viel Zeit in Anspruch nehmen."
"Und dennoch geben wir nicht auf. Wir werden hier bleiben. Wir wissen, dass die größten Sportarten des Landes immer noch meilenweit entfernt sind, aber wir sind Racer. Wir sind nicht scheu und gehen auf volle Attacke, selbstverständlich mit Respekt vor anderen Sportarten, aber wir werden schneller Teil der amerikanischen Fankultur sein, als ihr denkt."
Bereits vor Jahrzehnten hatte Bernie Ecclestone versucht, die Formel 1 in den USA als Mainstream-Sport zu etablieren. Doch ein Parkplatz-Kurs in Las Vegas oder Ausflüge in den Nudeltopf von Indianapolis konnten NASCAR-Fans oder IndyCar-Enthusiasten nicht vom Grand-Prix-Sport überzeugen.
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