Eilmeldung

Formel 1

Nur P6: Renault "aus verschiedenen Gründen" hinter den Erwartungen

Renault blickt auf eine enttäuschende erste Saisonhälfte 2019 zurück - Die Franzosen stehen schlechter als im Vorjahr da und fahren den eigenen Ansprüchen hinterher

Ruben Zimmermann Jonathan Noble

Bearbeitet: 15.08.2019, 13:57

Link kopieren

Auf Facebook teilen

Auf Twitter teilen

Auf WhatsApp teilen

Auf Linkedin teilen

Auf Pinterest teilen

Auf Viber teilen

Als bevorzugte Quelle hinzufügen

Eigentlich wollte das Renault-Werksteam 2019 an die Spitze des Mittelfelds. WM-Rang vier hatte man vor der Saison als klares Ziel ausgegeben, dazu wollte man die Lücke zu den drei Spitzenteams schließen. Doch die Realität spricht zur Sommerpause eine ganz andere Sprache. Renault liegt hinter McLaren und Toro Rosso nur auf WM-Rang sechs, und die erste Saisonhälfte war vor allem von Enttäuschungen geprägt.

"Es war ganz sicher knifflig", räumt Nico Hülkenberg ein und erklärt, dass 2019 "aus verschiedenen Gründen" eine Herausforderung gewesen sei. "Zu Beginn der Saison ging es mehr um die Zuverlässigkeit. Dann kam eine Phase, in der Daniel [Ricciardo] und ich Fehler gemacht haben und uns und das Team um Punkte gebracht haben. Dazu kommt, dass das Mittelfeld so eng ist", erklärt Hülkenberg.

"Wir kämpfen jetzt gegen zehn Autos - im Vorjahr werden es vielleicht vier, maximal sechs", so der Deutsche, der in zwölf Rennen lediglich viermal in die Punkte fuhr. Zum Vergleich: Vor einem Jahr hatte er zum gleichen Zeitpunkt doppelt so viele Top-10-Ergebnisse auf dem Konto. Daher weiß auch er, dass Renault vor allem selbst dafür verantwortlich ist, dass es 2019 nicht läuft.

Neuzugang Ricciardo hatte sich "mehr erhofft"

Man sei bei der Entwicklung des Autos nicht gut genug gewesen und stehe nicht da, "wo wir bei der Pace und dem Speed sein wollen." Er gesteht: "Wir sind natürlich nicht glücklich darüber, wie die Dinge laufen." Zwar herrsche im Team keine negative Stimmung, "aber wir wissen, dass wir reagieren und womöglich ein paar Dinge ändern müssen", erklärt Hülkenberg.

"Natürlich ist das hart für das Team. Wir können nicht hier stehen, lächeln und sagen: 'Nein, nein, alles ist großartig, es wird schon werden.' Wir haben hohe Ambitionen und Ziele. Das ist für ein Werksteam ganz normal. Aber wir haben in diesem Jahr nicht wirklich alles abgeliefert", gibt er sich selbstkritisch. Seine beste Chance auf ein Topergebnis vergab er in Hockenheim, als er im Regen abflog.

Teamkollege Daniel Ricciardo bringt es ebenfalls lediglich auf vier Punkteresultate. "Ich hatte mir natürlich mehr erhofft", gesteht der Renault-Neuzugang. "Aber mir war auch klar, dass es ein steiniger Weg wird. Es gab Rennen wie Kanada, wo wir im Qualifying die Erwartungen übertroffen haben. Und dann auch Rennen wie Österreich, wo wir langsamer waren", erinnert er."

Saisonziele 2020 jetzt schon in Gefahr?

"Es ist ein Auf und Ab. Aber zur Halbzeit können wir sagen: 'Okay, wenn wir unsere Ziele erreichen wollen, nämlich Podestplätze ab 2020, dann müssen wir jetzt zulegen und in der zweiten Saisonhälfte größere Schritte machen", weiß auch der Australier. "Ich bin nicht niedergeschlagen", versichert er und erklärt: "Ja, wir wollen weiter vorne sein. Aber mir war klar, dass das dauern wird."

"Wenn wir bis Saisonende da bleiben, wo wir jetzt sind, dann ist das schlechter als erwartet", nimmt jedoch auch er das ganze Team in die Pflicht. Doch die Frage lautet, ob das Saisonziel Platz vier überhaupt noch erreichbar ist. 43 Punkte fehlen bereits auf Kundenteam McLaren, das aktuell mehr als doppelt so viele Zähler auf dem Konto hat. Zudem wird es laut Ricciardo in den nächsten Wochen keine großen Updates geben.

"Wir werden bis lang nach der Sommerpause kein wirklich großes Update bekommen", kündigt er an und erklärt: "Kleinere Entwicklungen schon, aber kein so großes Paket wie in Frankreich. Vom nächsten solchen Paket erwarte ich mir einen größeren Schritt." Dieses solle "vielleicht nach Singapur" kommen. Und auch Hülkenberg ist aktuell ein bisschen skeptisch.

Motor: Es drohen weitere Gridstrafen

"Es hängt davon ab", antwortet er auf die Frage, ob Renault seine Ziele noch erreichen könne. Das Mittelfeld sei sehr eng, und die Kräfteverhältnisse seien "von Wochenende zu Wochenende unterschiedlich." Außerdem sei McLarens Vorsprung bereits groß. Ein bisschen helfen könnte neben dem von Ricciardo angesprochenen Update auch ein neuer Motor, die Ausbaustufe "Spec C".

"Ich bin mir nicht sicher, wo wir die 'Spec C' einsetzen werden", bremst Hülkenberg die Erwartungen jedoch. Zusätzliches Problem: Ricciardo und er haben das erlaubte Motorenlimit bereits überschritten, die Einführung der neuen Ausbaustufe würde also Gridstrafen mit sich bringen. Andererseits weiß Hülkenberg, dass zusätzliche Power besonders bei den kommenden Rennen in Spa und Monza "ziemlich nützlich" sein könnte.

Für Ricciardo kommt die Sommerpause jedenfalls genau zum richtigen Zeitpunkt. "Ich meine das nicht negativ", erklärt er und ergänzt: "Manchmal muss man eine kleine Auszeit nehmen, um die Dinge noch einmal Revue passieren zu lassen." Das sei während der laufenden Saison nicht möglich. Zudem sei es auch für ihn persönlich wichtig, "um die ersten sechs Monate bei einem neuen Team zu bewerten."

Übermäßig positiv dürfte diese Bewertung in sportlicher Hinsicht nicht ausfallen.

Mit Bildmaterial von LAT.

Wir wollen Deine Meinung!

Was würdest Du gerne auf Motorsport.com sehen?

An unserer 5-Minuten-Umfrage teilnehmen

- Das Motorsport.com-Team

Weiterlesen :

Diese Story teilen oder speichern

Link kopieren

Auf Facebook teilen

Auf Twitter teilen

Auf WhatsApp teilen

Auf Linkedin teilen

Auf Pinterest teilen

Auf Viber teilen

Vorheriger Artikel Trotz großem Rückstand: Ferrari stellt Entwicklung des SF90 nicht ein

Nächster Artikel Vor einem Jahr: Deswegen wechselte Ricciardo von Red Bull zu Renault

Mehr von

Ruben Zimmermann



Fernando Alonso: Teams haben zu viel Macht in der Formel 1

Formel 1

Formel 1 19 h

Fernando Alonso: Teams haben zu viel Macht in der Formel 1



Oliver Mintzlaff: Warum Laurent Mekies der richtige Mann für Red Bull ist

Formel 1

Formel 1 20 h

Oliver Mintzlaff: Warum Laurent Mekies der richtige Mann für Red Bull ist



Offiziell: Formel 1 verkündet Ruanda-Deal - aber ohne konkreten Zeitpunkt

Formel 1

Formel 1 21 h

Offiziell: Formel 1 verkündet Ruanda-Deal - aber ohne konkreten Zeitpunkt

Mehr von

Renault F1 Team



Der Tag, an dem Alonso Geschichte schrieb - und Schumachers Reich zerfiel

Formel 1

Formel 1 1 J.

Der Tag, an dem Alonso Geschichte schrieb - und Schumachers Reich zerfiel



Die Langzeit-Teamchefs der Formel 1

Formel 1

Formel 1 19.07.2025

Die Langzeit-Teamchefs der Formel 1



Imola 2005: Das Giganten-Duell zwischen Alonso und Schumacher

Formel 1

Formel 1 24.04.2025

Imola 2005: Das Giganten-Duell zwischen Alonso und Schumacher

Aktuelle News



5 Fragen zum neuen Formel-1-Rennen in Ruanda

Formel 1

F1 Formel 1 23 Min.

5 Fragen zum neuen Formel-1-Rennen in Ruanda



Max Verstappen: FAQ zu seinem Start in der GTWC Europe

Formel 1

F1 Formel 1 1 h

Max Verstappen: FAQ zu seinem Start in der GTWC Europe



Liam Lawson kennt beide Red-Bull-Autos: Was er jetzt darüber verrät

Formel 1

F1 Formel 1 2 h

Liam Lawson kennt beide Red-Bull-Autos: Was er jetzt darüber verrät



"Schmerzhafte Lektion": Lewis Hamilton nimmt Schuld an Strategiefehler auf sich

Formel 1

F1 Formel 1

Singapur

13 h

"Schmerzhafte Lektion": Lewis Hamilton nimmt Schuld an Strategiefehler auf sich

Registrieren und Motorsport.com mit Adblocker genießen!

Von Formel 1 bis MotoGP berichten wir direkt aus dem Fahrerlager, denn wir lieben unseren Sport genau wie Du. Damit wir dir unseren Fachjournalismus weiterhin bieten können, verwendet unsere Website Cookies. Dadurch wird Dein Nutzererlebnis optimiert und die Werbung auf Deine Interessen zugeschnitten. Wir wollen dir aber natürlich trotzdem die Möglichkeit geben, eine werbefreie Website zu genießen.

Du hast 2 Optionen:

Jetzt registrieren Schon registriert? Dann hier einloggen!

Adblocker deaktiviert?
Dann versuche es mit Seite neu laden

Benachrichtigungs-Einstellungen

Registrieren