Nur zwei Punkte fehlten: Warum sich Verstappen nicht als Verlierer sieht
Max Verstappen fehlen am Ende nur zwei Punkte zum Titel - Doch der Niederländer trauert der Chance nicht nach und zieht einen kuriosen Vergleich
Max Verstappen lässt der verlorene WM-Kampf 2025 kalt
Foto: circuitpics.de circuitpics.de
Max Verstappen fehlten am Ende der Formel-1-Saison 2025 nur zwei winzige Punkte. Doch für den Red-Bull-Piloten fühlt es sich nicht wirklich wie eine Niederlage an, den fünften Weltmeistertitel in Folge verpasst zu haben. Lando Norris sicherte sich mit Platz drei beim Saisonfinale in Abu Dhabi seinen ersten WM-Titel und verwies den Niederländer denkbar knapp auf Rang zwei.
Nach einer zähen ersten Saisonhälfte lag Verstappen nach dem Großen Preis der Niederlande bereits satte 104 Punkte hinter dem zweiten McLaren-Piloten Oscar Piastri, der die Saison als Dritter beendete.
Sein unwahrscheinliches Comeback basierte auf Set-up-Verbesserungen bei Red Bull, während McLaren auf verschiedenste Weise Punkte liegen ließ: Fahrfehler von Piastri, Strategiepatzer, ein Defekt bei Norris in Zandvoort und eine doppelte Disqualifikation in Las Vegas wegen zu starker Abnutzung der Bodenplatte spielten Verstappen in die Karten.
"Hatten nie wirlkich eine Chance"
Angesichts der trüben Aussichten zur Saisonmitte bei Red Bull - eine Krise, die sogar dazu führte, dass Teamchef Christian Horner durch Laurent Mekies ersetzt wurde - hat Verstappen nicht das Gefühl, einen fünften Titel verspielt zu haben. Vielmehr sieht er es als glückliche Fügung an, überhaupt so nah herangekommen zu sein.
"Nun, ich sehe das so: Wir haben ihn nicht wirklich verloren, weil wir nie wirklich dabei waren", sagt Verstappen gegenüber dem niederländischen Sender Viaplay. "Wenn man sich die ganze Saison ansieht, hatten wir nie wirklich eine Chance, mitzuhalten."
"Da sie zu zweit waren, haben sie [die McLaren-Fahrer] sich natürlich gegenseitig viele Punkte weggenommen. Und wenn man alleine ist und es irgendwann besser läuft, holt man natürlich etwas auf. Ein paar Unfälle oder Strategiefehler, Disqualifikationen, und irgendwann ist man wieder dran. Ich habe nicht wirklich das Gefühl, dass wir etwas verpasst haben."
Spanier war nicht das Zünglein auf der Waage
Deshalb lässt Verstappen auch den Punktverlust beim Großen Preis von Spanien nicht als Entschuldigung gelten. Dort wurde er für eine Kollision mit Mercedes-Pilot George Russell bestraft - es war der einzige offensichtliche Punktverlust, der vollständig in seiner eigenen Kontrolle lag.
"Wisst ihr, ich denke, wir können froh sein, dass wir überhaupt um die Meisterschaft kämpfen konnten", blickt er auf den Vorfall in Barcelona zurück. "Erstens lagen wir in der Meisterschaft nie in Führung. Außerdem haben wir selbst viele Geschenke bekommen."
"Die Meisterschaft wurde sicher nicht in Barcelona verloren. Man muss eher schauen, wo wir Möglichkeiten hatten, mitzuhalten. Und ja, natürlich gibt es immer Momente. Ich bin in Österreich ausgeschieden. Aber andererseits hatten wir davor in so vielen Rennen so viele Probleme. Fehler bei Boxenstopps, Wochenenden, an denen gar nichts lief. Im Rückblick gibt es viele Dinge, die man hätte besser machen können."
Verstappen zieht ein pragmatisches Fazit: "Und schließlich wurde McLaren in Las Vegas disqualifiziert. Wenn das nicht passiert, ist man gar nicht mehr im Rennen. Es kommt also darauf an, wie man es betrachtet."
"Am Ende ist es egal, ob es ein Punkt, ein halber Punkt oder zwanzig Punkte sind. Nicht gewinnen ist nicht gewinnen. Entweder man ist schwanger oder man ist es nicht. Man ist nicht ein bisschen schwanger, oder?"
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