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Oliver Bearman rätselt nach Q1-Aus: "Auto versteht Strecke nicht"

Haas-Pilot Oliver Bearman erlebte in Suzuka ein Qualifying zum Vergessen und schied bereits in Q1 aus. Seinen Rückstand konnte er zunächst selbst nicht erklären.

Oliver Bearman rätselt nach Q1-Aus: "Auto versteht Strecke nicht"

Die beliebte Strecke in Suzuka scheint der Haas nicht so zu mögen.

Foto: LAT Images

Oliver Bearman erlebte in Suzuka ein bitteres Qualifying. Der Haas-Pilot schied bereits in Q1 aus und stand danach ohne klares Bild da, warum er so früh hängen geblieben war. "Im ersten Run war ich einfach langsam, ohne echte Erklärung", sagte der Brite.

Erst der Funk klärte ihn auf. Das Team meldete ein Schalterproblem im Auto, durch das Haas auf den Geraden Zeit verlor. Power-Deployment und Topspeed passten nicht, während die Konkurrenz schon mit voller Leistung unterwegs war. Ausgerechnet der Run, in dem er sich eigentlich an die Bedingungen herantasten wollte, wurde damit praktisch wertlos.

Haas tappt etwas im Dunklen

Zwischen den Versuchen reprogrammierte Haas die Systeme. "Ich denke, beim letzten Run war es okay, aber ich konnte es noch nicht checken", erklärte Bearman. Die Rundenzeit blieb trotzdem hinter den Erwartungen zurück. "Ich habe auf der letzten Runde nicht wirklich viel gefunden, wir müssen genau verstehen, warum."

Ob das Power-Deployment im zweiten Versuch wirklich normal funktionierte, konnte Bearman direkt nach dem Aussteigen nicht beurteilen.

"Ich weiß es ehrlich nicht", meinte er. "Ich habe auf das Delta geschaut und gesehen, dass es nicht richtig nach unten ging. Das ist immer ein komisches Gefühl." In der aktuellen Formel 1 entscheiden wenige Meter beim Energieeinsatz über mehrere Zehntel, rein vom Cockpitgefühl sei das kaum zu lesen.

Klar war für ihn nur eines, das Muster vom Wochenende setzte sich fort. "Es sah wieder so aus, als ob wir auf den Geraden etwas powerlimitiert waren", sagte Bearman. Um konkurrenzfähig zu sein, habe er in den Kurven mehr riskieren müssen.

Schon am Vormittag war er dabei fast über das Limit hinausgeschossen, als er in Suzukas schnellen Passagen beinahe in der Barriere landete. "Knapp, aber eine gute Rettung", kommentierte er. Der Fehler sei komplett seiner gewesen, ein klassischer Moment beim Suchen des Limits.

Bearman auch mit Reglement-Kritik

Trotz des Q1-Aus blickte Bearman auf den Sonntag mit mehr Zuversicht, als man nach außen vermuten konnte. "Im Rennen scheinen wir konkurrenzfähig zu sein, also werden wir morgen versuchen, uns nach vorn zu arbeiten."

Das aktuelle Reglement und die Charakteristik des Rennens in Suzuka gaben ihm Hoffnung. "Wenn das hier vor zwölf Monaten gewesen wäre, wäre ich viel weniger optimistisch gewesen", sagte er. "Es wird viele Überholmanöver geben."

Gleichzeitig beschrieb Bearman sehr klar, wie sich Suzuka mit den aktuellen Autos anfühlt. "Es ist viel weniger befriedigend, hier eine gute Runde zu fahren als im vergangenen Jahr", meinte er. Der hohe Anteil an Reifen- und Energiemanagement nehme dem Kurs einen Teil seiner Faszination. Statt die Esses im Flow zu fahren, dominierte im Cockpit das Delta im Display.

Teamchef Ayao Komatsu ordnete den Samstag nüchtern ein. "Ein bisschen enttäuschendes Qualifying", sagte er. Ein Haas blieb in Q1 hängen, der andere verpasste knapp den Einzug in Q3. "Die Abstände waren enger als erwartet. Ich habe das Gefühl, wir hätten beide Autos sicher in Q2 haben müssen." Gerade bei Bearman sah Komatsu ungenutztes Potenzial. "Wir haben mit Ollie in Q1 definitiv Performance liegen lassen, das ist enttäuschend."

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