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Paddy Lowe: Warum Mercedes jetzt zum Hinterherfahren verdammt ist

Der frühere Mercedes-Technikchef Paddy Lowe erklärt, weshalb sich ein Formel-1-Team nicht von heute auf morgen aus einer Krise herausfahren kann

Paddy Lowe: Warum Mercedes jetzt zum Hinterherfahren verdammt ist

Paddy Lowe rechnet nicht mit einem baldigen Comeback von Mercedes an der absoluten Spitze in der Formel 1. Das sei unter den aktuellen Bedingungen mit der Budgetobergrenze und eingeschränkten Entwicklungsmöglichkeiten nicht realistisch, so sagt er im Gespräch mit Motorsport-Total.com.

Wenn, dann sei frühestens 2026 wieder mit Mercedes zu rechnen. Die "Umwälzungen" durch das dann neue Technische Reglement seien eine Chance für alle Teams, "den Status Quo" zu ändern. Bis dahin werde sich vermutlich nicht viel tun am Kräfteverhältnis in der Formel 1.

Denn aufgrund der großen Änderungen zur Saison 2026 werden 2025 voraussichtlich lediglich "B-Versionen" der aktuellen Autos eingesetzt, weil sich ab 2025 alles auf die Neuentwicklungen für 2026 konzentriert. Es wäre aus Teamsicht schlicht nicht sehr sinnvoll, allzu viele Ressourcen für das Projekt 2025 aufzuwenden, wenn nur ein Jahr später komplett andere Vorzeichen gelten.

 

Noch dazu, wo es in der modernen Formel 1 "vor allem um Optimierungen im Detailbereich" geht, so erklärt Lowe. "Da fällt es [generell] schwer, allzu große Änderungen umzusetzen", noch dazu kurzfristig.

Schafft Mercedes überhaupt wieder den Anschluss?

Einen Entwicklungsrückstand in der Formel 1 aufzuholen, das sei "sehr schwierig", betont Lowe. "Wenn du - aus welchen Gründen auch immer - drei, vier oder sechs Monate verloren hast, fährst du für lange Zeit hinterher, selbst wenn du eigentlich besser entwickelst. Das ist die aktuelle Mercedes-Situation. Und ob man den Anschluss wieder herstellen kann, das ist ungewiss. Es kann auch schlimmer werden."

"Auch das ist ein Grund, weshalb der Motorsport so spannend ist: Champions kommen und gehen", meint Lowe.

Er verweist auf die Formel-1-Saison 1992 und den WM-Triumph von Nigel Mansell im Williams. "Und das, obwohl McLaren für einige Jahre unschlagbar ausgesehen hatte", sagt Lowe. "Dann aber schaffst du es trotzdem und kannst es kaum glauben. Doch es hatte sich [zur Saison 1992] eben etwas verändert. Da können viele Faktoren reinspielen."

Was bei Mercedes schiefgelaufen ist

Im Fall des Mercedes-Werksteams, dem Lowe von 2013 bis 2017 angehörte, seien "einige Fehler in Sachen Aerodynamik" gemacht worden. Dafür macht Lowe dem Rennstall aber keinen Vorwurf.

"Die [technischen Hilfsmittel] wie Windkanäle oder CFD und dergleichen sind unglaublich ausgeklügelt, aber dennoch sehr fehleranfällig, und das werden alle Teams so bestätigen", sagt Lowe. "Daher besteht immer das Risiko, dass man einen Weg einschlägt, der in der Realität nicht funktioniert, und dann muss man sich wieder erholen. Genau das ist bei Mercedes passiert."

Das ehemalige Weltmeister-Team hatte beim Wechsel auf das neue Formel-1-Reglement 2022 auf sein "Zero-Pod-Design" gesetzt und damit eine technische Sackgasse genommen. Erst 2024 gab die Sternmarke diese Bauweise endgültig zugunsten einer konventionellen Konstruktion auf, ist aber weiterhin höchstens dritte oder vierte Kraft hinter Red Bull und Ferrari und zuletzt auch hinter McLaren.

Auch äußere Faktoren sind entscheidend

Doch nicht alles geht in der Formel 1 zurück auf das eigene Tun, betont Lowe. "Die meisten von uns haben über die Jahre gelernt: Wenn man ein gutes Auto hat, dann sollte man sich glücklich schätzen. Denn das geht nicht immer auf die eigene Brillanz zurück." Oder umgemünzt auf das Mercedes-Beispiel: Die Schwäche der einen lässt die anderen noch stärker wirken.

Direkt involviert ist Lowe in der Formel 1 aber schon seit Jahren nicht mehr: Nach seinem Aus bei Mercedes im Frühjahr 2017 schloss er sich im gleichen Jahr als Technischer Direktor dem Williams-Team an, wo er schon zu Beginn der 1990er-Jahre als Chefingenieur gearbeitet hatte und anschließend für viele Jahre bei McLaren tätig war. Nach nur zwei Jahren schied Lowe wieder aus bei Williams.

Inzwischen arbeitet der Brite als Geschäftsführer bei Zero Petroleum, einem Hersteller von CO2-neutralem Synthetik-Kraftstoff.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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