Perez sieht Diskrepanz: F1-Fahrer aus Lateinamerika werden härter kritisiert

Sergio Perez glaubt, dass lateinamerikanische Formel-1-Fahrer oft mehr Kritik ausgesetzt sind als ihre Kollegen - Er selbst fühlte sich oft nicht ernst genommen

Perez sieht Diskrepanz: F1-Fahrer aus Lateinamerika werden härter kritisiert
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Am vergangenen Wochenende beendete Perez mit seinem dominanten Formel-1-Sieg in Singapur eine längere Durststrecke. Den in den achten Rennen zwischen Aserbaidschan und Singapur hatte der Red-Bull-Pilot Probleme, mit der Form seines Teamkollegen Max Verstappen auch nur annähernd mitzuhalten.

Im besagten Zeitraum nahm Verstappen Perez satte 104 Punkte ab. Im Qualifying war der Mexikaner im Schnitt sechs Zehntelsekunden langsamer als der amtierende Weltmeister. Während dieser sechs Siege feierte, wurde Perez zweimal Zweiter.

Zuvor hatte er darüber gesprochen, dass er sich mit dem RB18 nicht mehr so wohlfühlt wie zu Beginn der Saison, als er in Monaco gewinnen konnte und nur 15 Punkte von der WM-Führung entfernt war. Gleichzeitig holte er zur Kritik an den Medien aus.

Andere Fahrer nicht so sehr im Kreuzfeuer

Er habe das Gefühl, dass "die Medien in der Formel 1 die Sache viel größer machen, vielleicht einfach, weil ich Mexikaner bin und wenn ich nicht zwei Rennen in Folge auf dem Podium stehe, dann habe ich die schlechteste Saison aller Zeiten und Red Bull sollte mich fallen lassen und all so etwas", so Perez.

Am Donnerstag in Suzuka ging Perez weiter auf seine Kommentare ein: "Ich denke, wann immer man ein schlechtes Rennen oder eine kleine Pechsträhne hat, wie jeder andere Fahrer auch, kann man bei den lateinamerikanischen Fahrern manchmal etwas mehr Kritik hören, selbst wenn es nur ein paar Rennen waren."

"Es ist ja nicht so, dass das Jahr vorbei ist", unterstreicht der Red-Bull-Pilot. "Man sieht bei anderen Fahrern, dass sie ähnliche Probleme haben, und es wird kaum darüber gesprochen. Also fühle ich mich manchmal so. Das war in meiner gesamten Karriere so."

Als Mexikaner "manchmal nicht ernst genommen"

Das öffentlich angesprochen zu haben, bereut Perez nicht. "Es war es wert, darauf hinzuweisen. Aber gleichzeitig denke ich, dass das Schöne an unserem Sport ist, dass wir das zusammen mit den Medien machen. Wir sind ein großartiger Sport und als Sportler bekommt man seine Motivation auf diese und jene Weise."

Perez gab sein Formel-1-Debüt 2011 bei Sauber, bevor er bei McLaren, Force India und dessen Nachfolger Racing Point arbeitete. Für die Saison 2021 wechselte er zu Red Bull.

Zwar bestreitet er, aufgrund seiner Herkunft Vorurteile erfahren zu haben, sagt aber auch, dass er das Gefühl habe, "dass man manchmal nicht ernst genommen wird". "Manchmal sagen die Leute, na ja, er ist halt ein Mexikaner, und er ist faul. Das ist seine Kultur und so weiter und so fort", erklärt der 32-Jährige.

"Es ist, als ob man, nur weil man Mexikaner ist, nicht mit den besten Leuten der Welt mithalten kann. Das habe ich manchmal gespürt, besonders in den ersten Jahren. Aber andererseits ist es immer schön zu beweisen, dass jeder nach da oben schaffen kann."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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