Pierre Gasly: Dürfen uns solche Fehler einfach nicht leisten

Warum AlphaTauri-Fahrer Pierre Gasly nach dem Russland-Grand-Prix gleich doppelt wütend ist und welche Fehler er seinem Formel-1-Team ankreidet

Pierre Gasly: Dürfen uns solche Fehler einfach nicht leisten

Schon nach dem Qualifying am Samstag war Pierre Gasly auf 180 gewesen. Und der Ausgang des Russland-Grand-Prix am Sonntag hob seine Stimmung kaum an. Denn zum zweiten Mal an diesem Wochenende führte eine Fehlentscheidung von AlphaTauri dazu, dass es nichts wurde mit dem nächsten Top-10-Ergebnis für Gasly. Dessen Frust sitzt tief.

Der Franzose schimpft nach der Nullnummer von Sotschi: "Wir haben einige sehr clevere Leute im Team. Leider haben wir es sowohl am Samstag als auch am Sonntag vermasselt. Da haben wir große Punkte liegenlassen."

Im Qualifying hatte AlphaTauri nicht auf Gasly gehört, der in der Endphase von Q2 lieber noch einen frischen Reifensatz Intermediates geholt hätte. Wollte das Team nicht, und Gasly verpasste den Q3-Einzug.

Wieder falsche Einschätzung im Rennen

Und im Rennen? Da vertraute AlphaTauri in der Schlussphase darauf, dass der plötzlich einsetzende Regen nur eine Randerscheinung bleiben würde. "Wir hatten wohl keinen weiteren Regen mehr erwartet und es kam weiterer Regen. Das war Pech", meint Gasly.

Ein bisschen System stecke aber wohl schon dahinter, so der Formel-1-Fahrer weiter: "Das war ja nicht der erste Fall dieser Art. Wir haben schon mal solche Fehler gemacht." Bei der Einschätzung der Wetterlage habe AlphaTauri also Nachholbedarf. "Das müssen wir unbedingt überarbeiten, damit wir bessere Entscheidungen treffen können", sagt er.

Insgesamt habe sein Team in Sotschi schlicht "zu viele Fehler" begangen, als dass weitere WM-Punkte möglich gewesen wären. "Und damit haben wir dieses Mal auch keine Punkte verdient", sagt Gasly. "Das ist hart, weil wir wirklich hätten besser abschneiden können."

Warum Gasly trotzdem Vertrauen ins Team hat

Er verweist auf Mercedes-Fahrer Valtteri Bottas und meint: "Wir fahren den ganzen ersten Stint vor Bottas. Im zweiten Stint kommen wir direkt hinter ihm raus. Dann setzt der Regen ein und er biegt ab, aber wir bleiben draußen. Er wird Fünfter und wir holen keine Punkte, weil wir nicht die richtigen Reifen haben."

Was Gasly damit sagen will: AlphaTauri hätte nur die Mercedes-Strategie zu kopieren brauchen, um in Sotschi ein Top-10-Ergebnis abzugreifen. "Das haben wir also sicher nicht ideal umgesetzt", meint er. "Das ist wirklich schade, weil das Auto wieder konkurrenzfähig war."

Besonders bitter: Direktrivale Alpine erzielte weitere Punkte und setzte sich in der Formel-1-Konstrukteurswertung von AlphaTauri ab. "Da können wir es uns nicht erlauben, solche Fehler zu machen", sagt Gasly. "Nicht, wenn man um P5 in der WM-Gesamtwertung kämpft."

Doch bei allem Frust - Gasly trommelte in Sotschi wild an den Halo-Cockpitschutz und warf im Fahrerlager die Hände über dem Kopf zusammen - glaube er weiter an das Team. O-Ton: "Ich weiß, weiß die Leute dort eigentlich draufhaben. An diesem Wochenende waren wir nicht auf unserem üblichen Niveau. Hoffentlich läuft es für den Rest des Jahres besser."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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