Pierre Gasly: "Ich bin kein dummer oder gefährlicher Fahrer"

Beim Saisonbeginn der Formel-1-Saison 2023 wird Pierre Gasly angesichts seiner Strafpunkte Vorsicht walten lassen müssen: Hoffen auf eine Regeländerung

Pierre Gasly: "Ich bin kein dummer oder gefährlicher Fahrer"
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Pierre Gasly steht nach den Vorfällen in der Formel-1-Saison 2022 immer noch kurz vor einer Rennsperre. Aktuell liegt der Franzose bei zehn Strafpunkten, wobei die Fahrer ab zwölf Strafpunkten über einen Zeitraum von einem Jahr ein Rennen aussetzen müssen.

Das Problem für Gasly ist jedoch: Seine nächsten beiden Strafpunkte werden erst am 22. Mai 2023 erlöschen. Davor werden bereits sieben Grands Prix - beziehungsweise sechs bei einer möglichen Absage des China-Rennens - über die Bühne gegangen sein.

Somit wird er bei seinen ersten sieben Rennen für sein neues Alpine-Team weiterhin akut gefährdet sein. Für Gasly ein Horrorszenario, da er sich in der kommenden Saison eine großartige Chance für eine gute WM-Platzierung ausrechnet, wobei natürlich jeder Punkt und jedes Rennen zählt.

Pierre Gaslys Strafpunkte im Überblick

Spanien: Verursachen einer Kollision (Lance Stroll) - 2 Punkte

Österreich: Verursachen einer Kollision (Sebastian Vettel) - 2 Punkte

Österreich: Mehrfaches ungerechtfertigtes Verlassen der Strecke - 1 Punkt

Japan: Zu schnelles Fahren unter einer roten Flagge - 2 Punkte

USA: Auto fiel mehr als zehn Wagenlängen hinter das Safety-Car zurück - 2 Punkte

Mexiko: Verlassen der Strecke und Erlangung eines Vorteils (Lance Stroll) - 1 Punkt

Gasly: "Ich versuche einfach nicht daran zu denken"

Besonders, weil er sich selbst nicht als gefährlichen Fahrer einstuft, ist Gasly verärgert über die angesammelten Strafpunkte. "Ich versuche nicht daran zu denken, denn ich sehe mich nicht als dummen oder gefährlichen Fahrer", sagt er.

"Ich versuche, vorsichtig zu sein mit all den, sagen wir mal, dummen Strafpunkten, die man durch Verfahren und solche Dinge bekommen kann. Ich versuche also, das im Griff zu haben. Ich denke, meine Herangehensweise an den Rennsport ist trotzdem die gleiche geblieben."

Gasly will Regeländerung über Winterpause erreichen

Bereits nach dem letzten Vorfall gegen Lance Stroll in Mexiko, hat Gasly die FIA dazu aufgefordert, das Regelwerk bezüglich der Strafpunkte aufzuweichen. Nach dem Saisonfinale in Abu Dhabi hat er aber noch einmal nachgelegt.

"Ich hoffe wirklich, dass wir das ganze System über den Winter überarbeiten können, denn ich glaube, dass ich nicht der Einzige sein werde, der Probleme hat, wenn wir es so beibehalten. Und es wäre beschämend zu sehen, wie vier oder fünf Rennfahrer für ein Rennen gesperrt werden und wir eine Meisterschaft haben, bei der einige Jungs ein Rennen auslassen müssen."

Die Unterstützung der Fahrergemeinschaft GPDA hat er dafür bereits. GPDA-Direktor George Russell betonte bereits, dass Gasly keinesfalls ein gefährlicher Rennfahrer ist, weshalb sich der Franzose mit der Fahrergemeinschaft in Gesprächen befindet, um auch die FIA davon zu überzeugen.

Diese hat Gasly nach dem Kran-Vorfall in Japan, als der AlphaTauri-Pilot unter roten Flaggen teilweise weit über 200 km/h fuhr, immerhin als "rücksichtlosen Fahrer" eingestuft. "Wir reden die ganze Zeit [mit der GPDA darüber]", sagt er.

"Und auch einige andere Jungs sind nur vier Punkte entfernt. Und nächstes Jahr haben wir 24 Rennen und sechs Sprints, also 30 Rennen in einem Jahr. Als das System eingeführt wurde, hatten wir nur 19 oder 20 Rennen. Es macht also durchaus Sinn, mehr Strafpunkte auf die Superlizenz zu erlauben. Aber ich glaube, dass die FIA sich das anschauen und Lösungen finden wird, um es für alle fairer zu machen."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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