Pierre Gasly nach P4: "Es war das perfektes Wochenende"

Wie AlphaTauri-Fahrer Pierre Gasly und sein Formel-1-Teamchef Franz Tost den vierten Platz in Mexiko bewerten und warum es "eigentlich ein Kinderspiel" war

Pierre Gasly nach P4: "Es war das perfektes Wochenende"

Auf einer Skala von eins bis zehn würde Franz Tost dem Auftritt von Pierre Gasly beim Mexiko-Grand-Prix eine "neun" geben. Doch Gasly selbst spricht nach dem vierten Platz im fünftletzten Formel-1-Rennen der Saison 2021 von einem "perfekten Wochenende" und meint: "Ich denke nicht, dass es hätte besser laufen können."

Tatsächlich hat Gasly mit AlphaTauri das vermutlich Maximale herausgeholt: Mehr als P5 in der Startaufstellung hinter beiden Mercedes und beiden Red Bull war unter normalen Umständen nicht drin. Und weil Mercedes-Fahrer Valtteri Bottas im Rennen durch einen Zwischenfall zurückfiel, wurde es P4 für Gasly und AlphaTauri. Und auch da: Besser hätte das Team in einem normalen Rennen nicht abschneiden können.

"Der Speed von Mercedes und Red Bull ist einfach auf einem anderen Level", sagt Teamchef Tost bei 'Sky'. Deshalb habe er sich erst gar keinen Illusionen hingegeben. Und eine "Helferrolle" von AlphaTauri für Red Bull im Titelkampf gegen Mercedes sei aus diesem Grund ebenfalls ausgeschlossen: "Da müssten wir ja so schnell sein wie Mercedes." Und das ist AlphaTauri nicht.

AlphaTauri plante das Rennen schon im Qualifying

Aber: In Mexiko hatte Gasly ausreichend Speed, um sowohl im Qualifying als auch im Rennen die direkte Konkurrenz von Ferrari und McLaren zu distanzieren. Deshalb sagt Gasly selbst: "Der Schlüssel war die Qualifikation." Und Tost fügt hinzu: "Der fünfte Startplatz war einfach wichtig."

"Uns war klar: Wir müssen vor den Ferrari sein. Denn im Rennen überholen, das ist sehr schwierig in Mexiko. Dann haben wir gesagt: Fünfter Platz, guten Start [kriegen], erste Kurve überleben, erste Runde überleben und dann diese Platzierung festigen. Das ist uns eigentlich sehr gut gelungen", so der Teamchef weiter.

Gasly habe natürlich vom Missgeschick zwischen McLaren-Fahrer Daniel Ricciardo und Bottas in Kurve 1 profitiert. "So kam er auf P4 nach vorne. Alles andere", sagt Tost, "war dann eigentlich ein Kinderspiel. Pierre hat das Rennen locker kontrolliert. Er konnte Speed rausnehmen, die Vorder- und die Hinterreifen schonen. Sein Reifenmanagement war super."

Gasly: Im Zweifel hätte er noch nachlegen können

Lob gibt es auch dafür, dass Gasly die Bremsen gut behandelt habe. "Er ist frühzeitig vom Gas gegangen und musste daher nicht mehr so stark bremsen. Dann war es am Ende eigentlich eine lockere Partie", meint Tost.

Gasly sieht das ähnlich und spricht davon, "Pace und Reifen in der Hinterhand" gehabt zu haben. Das Team habe ihn entsprechend instruiert. "Ich sagte aber sogar einmal am Funk: 'Lasst mich einfach mein Ding machen, ich habe alles unter Kontrolle.' Ich war zuversichtlich, dass wir die Position würden halten können."

Pierre Gasly, Charles Leclerc, Antonio Giovinazzi

Ferrari im Schlepptau: Pierre Gasly lag nur ganz am Anfang in Reichweite für Rot

Foto: Motorsport Images

Denn Ferrari probierte alles, um Gasly noch um Rang vier zu erleichtern: Selbst ein Platztausch auf der Strecke zwischen Charles Leclerc und Carlos Sainz wurde angeordnet, doch am Ende half auch das nicht gegen AlphaTauri.

Ferrari geschlagen: Teamchef Tost ist sehr zufrieden

"Die Mannschaft hat einen sehr guten Job gemacht", sagt Teamchef Tost. "Wir haben eine sehr gute Fahrzeugabstimmung hinbekommen, dass wir vom Speed her immer schneller waren als Ferrari. Das war die Grundbedingung im Qualifying am Samstag, dass wir vor ihnen starten. Im Rennen habe ich sie nämlich nicht gefürchtet. Ich hatte mir die Longruns angeschaut, und da waren sie einfach langsamer."

Und so ist Platz vier im Rennen hinter beiden Red Bull und dem Mercedes von Lewis Hamilton "im Prinzip ein kleiner Sieg" für AlphaTauri, meint Gasly. Er fügt hinzu: "Ich bin extrem zufrieden. Wir haben wieder viele Punkte geholt. Die Pace hat gestimmt von Anfang bis Ende, ich hatte alles unter Kontrolle. Es war ein einsames Rennen, aber schön anzusehen bei dieser Pace."

Positiv aus der Sicht von AlphaTauri sind auch Gaslys Position in der Formel-1-Fahrerwertung sowie die Ausgangslage des Teams in der Konstrukteurswertung im Duell mit Alpine um P5.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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