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Pierre Gasly: Was er nach der Monza-Pole jetzt realistisch erwartet

Pierre Gasly überraschte in Monza mit der Poleposition: Für die kommenden Rennen erwartet der Alpine-Pilot dennoch keine Selbstverständlichkeit

Kevin Hermann Jake Boxall-Legge

Veröffentlicht: 10.09.2026, 14:21

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Pierre Gasly: Was er nach der Monza-Pole jetzt realistisch erwartet

Pierre Gasly erwartet keine Wiederholung der Monza-Performance

Foto: Sutton Images

Pierre Gasly will aus seiner Poleposition in Monza keine voreiligen Schlüsse für die restliche Saison ziehen. Zwar sieht der Alpine-Pilot Anzeichen für einen klaren Aufwärtstrend, doch wie konkurrenzfähig das Auto auf anderen Strecken sein wird, weiß auch Gasly noch nicht genau.

"Ehrlich gesagt würde ich das gerne wissen", sagt Gasly auf die Frage, welche Strecken Alpine in der zweiten Saisonhälfte noch entgegenkommen könnten. Das Team müsse zunächst besser verstehen, warum das Auto in Monza plötzlich so stark war.

Für das Rennen in Italien hatte Alpine das Auto in einigen Bereichen speziell angepasst. Gasly will deshalb zunächst abwarten, wie sich die Performance auf anderen Strecken entwickelt. Besonders Baku könnte interessant werden, da dort viele langsame Kurven gefahren werden. Auch Las Vegas oder Malaysia könnten dem Paket seiner Einschätzung nach besser liegen als Madrid.

Von P8 bis zur Pole

Wie groß die Überraschung in Monza war, zeigt Gaslys Vergleich zwischen der ursprünglichen Erwartung und dem tatsächlichen Ergebnis. Vor dem Qualifying hatte Alpine anhand der Simulation mit einem Platz im Bereich von acht bis zehn gerechnet.

"Wir sind mit einer gewissen Erwartung und einer gewissen Simulation gekommen, dass es vor dem Qualifying P8, zwischen acht und zehn, werden würde - und wir haben auf Pole qualifiziert", sagt Gasly.

Gerade deshalb will er den Simulationswerten momentan nicht zu viel Bedeutung beimessen. "Ich werde die Simulation im Moment einfach nicht zu sehr überbewerten, ich werde meinen Job machen und dann sehen wir, wo uns das hinbringt."

Viel wichtiger ist für Gasly der längerfristige Trend. Seit dem Sommer habe Alpine Fortschritte gemacht. Diese Entwicklung möchte der Franzose nun bestätigen und über die kommenden Rennwochenenden fortsetzen.

Alpine will sich im Mittelfeld festsetzen

Dass Monza nicht nur ein einzelner Ausreißer war, hofft Gasly dennoch. Bereits in Zandvoort und Budapest seien die Abstände kleiner geworden. "Ich denke, das ist es, worauf wir aufbauen müssen", sagt Gasly.

Alpine müsse dabei nicht plötzlich eine Sekunde pro Runde finden. Es gehe vielmehr um einige Zehntel, für die das Team inzwischen eine klare Richtung habe. "Wir wissen genau, an welchen Dingen wir arbeiten müssen, um die Rundenzeit zu finden." Mit den bisherigen Fortschritten sei er zufrieden. Gleichzeitig bleibt die Hoffnung, dass Monza nicht nur ein einmaliger Ausreißer war.

Die Verbesserungen aus Zandvoort hätten dem Franzosen zudem mehr Vertrauen ins Auto gegeben. Dort sei es wegen des Sprintformats schwieriger gewesen, das Fahrzeug optimal abzustimmen. Dennoch habe er eine bessere Balance gespürt und das Auto stärker so fahren können, wie er es wollte.

Gasly fordert den nächsten Schritt

In Monza sei Alpine anschließend noch einen Schritt weitergegangen. Gasly habe sich im Auto erneut wohler gefühlt. Für ihn war besonders wichtig, dass sich Alpine im Rennen deutlich vom Mittelfeld abgesetzt hat. "Ich war am Sonntag sehr deutlich vor dem Mittelfeld, und ich denke, hoffentlich wird das der Fall sein", sagt Gasly.

Eine Wiederholung der Dominanz von Monza erwartet er allerdings nicht. In Madrid rechnet Gasly mit stärkerer Konkurrenz. Audi verfüge über ein gutes Chassis und sollte konkurrenzfähig sein, auch die Racing Bulls sieht er als ernsthafte Gegner. Sein Ziel ist deshalb klar: Alpine soll sich innerhalb des Mittelfelds nach vorne arbeiten. "Ich will sehen, dass wir dieses Mittelfeld anführen", so Gasly.

Madrid wird zum Härtetest

Gerade Madrid könnte zeigen, wie viel Substanz tatsächlich hinter dem jüngsten Aufschwung steckt. Gasly weiß, dass die Charakteristik der Alpine-Abstimmung dabei zum Problem werden kann.

"Wir wissen, dass die Art, wie wir unser Auto abstimmen, definitiv nicht großartig für die Bodenhaftung über das gesamte Feld hinweg ist", erklärt er. Die Frage werde deshalb sein, was Alpine in anderen Streckenbereichen gewinnt und was man dafür bei den Eigenschaften des Autos aufgeben muss.

Die Strecke stellt dabei nahezu jede denkbare Anforderung. Es gibt schnelle Kurven mit Geschwindigkeiten von 290, 270 oder 250 km/h, aber auch langsame Passagen, harte Kerbs, 90- und 180-Grad-Kurven sowie Schikanen.

"Ich denke, es ist buchstäblich eine Strecke mit jeder möglichen Kurvenart, und wir brauchen ein ausgewogenes Paket, um sie zu bewältigen", meint Gasly. Für Alpine wird Madrid damit zu einem wichtigen Test: Kann das Team die Fortschritte bestätigen, oder war Monza tatsächlich ein Sonderfall?

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