Pirelli beschließt Reifenumbruch: C6 gestrichen, Mischungen klarer gestaffelt
Weniger ist mehr: Pirelli setzt auf fünf statt sechs Slick-Mischungen in der nächsten Ära
Pirelli-Slicks in der F1 2025
Foto: circuitpics.de circuitpics.de
Pirelli hat seine Pläne für 2026 konkretisiert. Der Hersteller verzichtet auf die extra weiche C6-Mischung und setzt auf fünf Slicks mit deutlicheren Unterschieden zwischen den Compounts. Außerdem dürfte auch die Haltbarkeit verbessert werden, nachdem es wieder zu Problemen kam.
Die Entscheidung fiel nach intensiven Tests. Der C6, den Pirelli in diesem Jahr nur sporadisch auf wenig belastenden Stadtkursen einsetzt, passte nicht ins Konzept. Die Testdaten zeigten, dass die Zeitdifferenz zur C5 zu gering ausfiel und keinen echten strategischen Mehrwert bot.
Stattdessen konzentriert sich Pirelli auf die Spreizung der fünf Slicks von C1 bis C5. Der Grund liegt in der Erfahrung von 2025. Manche Mischungen wie C2 und C3 lagen in der Performance so nah beieinander, dass Pirelli häufig einzelne Stufen übersprang. Für 2026 sollen die Abstände größer und konsistenter sein, damit Teams echte taktische Optionen haben.
Abnutzung eingeplant
Wichtig ist dabei die thermische Alterung. Die Reifen sollen über den Stint messbar abbauen, damit Strategien reale Konsequenzen haben. Pirelli betont, dass man besonderen Wert auf deutliche Rundenzeit-Deltas gelegt hat. So bleiben sowohl Einstoppstrategien als auch Taktiken mit zwei Boxenstopps möglich.

Pirelli-Reifen
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Die Konstruktion wurde bereits im September abgeschlossen. Bis 15. Dezember folgt die offizielle Homologation mit FIA-Genehmigung. In die Entwicklung flossen Simulationsdaten der Teams ein, ergänzt durch echte Streckenfahrten. Eine Besonderheit: getestet wurde mit umgebauten Mule Cars, bei denen die Flügel reduziert wurden, um die geringere Abtriebsmenge der 2026 Autos nachzubilden.
Auch die Größe ändert sich. Die 18-Zoll-Felgen bleiben, aber die Reifen werden schmaler. Vorne um 25 Millimeter, hinten um 30 Millimeter. Das spart Gewicht und harmoniert besser mit dem neuen Aerodynamikpaket inklusive aktiver Elemente.
Abschließender Test im Dezember
Den letzten Validierungstest fährt Pirelli am 9. Dezember in Abu Dhabi. Getestet werden C2 bis C5, bei Regen stehen Intermediates bereit. Der C1 und die Vollregenreifen gehören zwar zur Range, kommen in Yas Marina aber nicht zum Einsatz, da die Strecke für den hart gewordenen C1 ungeeignet ist.
Beim Test teilen sich die Teams auf. Die Stammfahrer fahren die neuen Mischungen im Mule Car. Gleichzeitig schnuppern Rookies in 2025 Autos mit aktuellen Reifen Rennluft. So sammelt Pirelli vergleichbare Daten, während die Teams Erkenntnisse zu Aufwärmen und Verschleiß gewinnen.
Unterm Strich geht es um Klarheit. Fünf Slicks mit deutlichen Unterschieden statt überlappendem Mittelfeld. Weniger Sprünge in der Auswahl, mehr Optionen in der Taktik. Der C6 hätte diesen Plan nur gestört.
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