Pirelli-Chef Mario Isola blickt zurück und offenbart einen offenen Wunsch
Mehr als 330 Rennen, Tränen in Melbourne und ein unerfüllter Ferrari-Traum: Pirelli-Sportchef Mario Isola verlässt die Formel 1
Pirelli-Sportchef Mario Isola war eine feste Größe im F1-Paddock.
Foto: circuitpics.de circuitpics.de
Mario Isola zieht weiter, doch der Abschied aus der Formel 1 fällt ihm sichtbar schwer. "Hier eine zweite Familie zurückzulassen, ist schwer zu akzeptieren", sagt der Pirelli-Sportchef, der über ein Jahrzehnt lang einer der konstantesten Ansprechpartner im Paddock war. Die neue Aufgabe reizt ihn, doch sie kann die Bindung an diesen Ort nicht ersetzen.
In den letzten Wochen haben ihn viele im Fahrerlager angesprochen, Kollegen, Teammitglieder, Fahrer. Sie hätten ihm gesagt, was seine Arbeit für die Formel 1 bedeutet habe und dass sie ihn vermissen werden. Für Isola waren diese Worte ein stilles, aber starkes Zeichen, wie sehr er Teil dieser Welt geworden ist.
Mehr als 330 Grands Prix hat er in dieser Funktion begleitet. Eine Zahl, die selbst ihn überrascht. Ein einzelnes Highlight daraus zu wählen, sei kaum möglich, sagt er. Und doch taucht eine Szene sofort wieder auf: Melbourne 2011, Pirellis erstes Rennen als alleiniger Lieferant, der Start einer neuen Ära.
"Am Ende des Rennens haben wir geweint, weil wir so emotional waren", erinnert sich Isola. Die Monate davor waren geprägt von Erwartungsdruck, Testprogrammen, Unsicherheiten. In Melbourne zeigte sich, dass das Konzept funktionierte. Die Reifen eröffneten Strategien, sie forderten die Teams, sie machten das Rennen lebendiger. Dieser Moment blieb.
Doch nicht jede Erinnerung ist von dieser Qualität. Japan 2014, der Unfall von Jules Bianchi, ist für Isola ein Einschnitt. "Das war nicht gut", sagt er nur. Es ist einer jener Tage, die sich im Paddock wie ein grauer Film über alles legen. Ein Moment, der bleibt, selbst wenn Jahre vergehen.
Zuletzt erlebte er aber wieder Augenblicke, die ihn als Italiener besonders berührten. Ein italienischer Fahrer zurück auf dem Podium, die Hymne, die im Paddock widerhallte. "Das ist schön, und ich hoffe, dass es in den nächsten Rennen immer besser wird", sagt er, fast schon mit einem kleinen Lächeln.
Ein heimlicher, unerfüllter Wunsch bleibt
Und dann spricht Isola über den Punkt, der für ihn offen bleibt. "Es ist schade, dass ich Ferrari keinen Titel gewinnen sehen durfte", sagt er. Als Pirelli-Mann musste er stets neutral auftreten, er durfte keine Farbe bekennen, keine Sympathien zeigen. Doch dieser eine Wunsch blieb.

Mario Isola ist als Italiener natürlich Ferrari-Fan.
Foto: LAT Images
Ferraris letzter Titel liegt weit zurück, zu weit für jemanden, der die gesamte Pirelli-Ära begleitet hat. 2007 der Fahrertitel, 2008 der Konstrukteurstitel. Seither nah dran, oft enttäuscht, immer wieder im Fokus. Für Isola als Privatmann wäre ein Ferrari-Titel ein besonderer Schlusspunkt gewesen.
Er sagt nur:"Hoffentlich passiert das in der Zukunft", sagt er schlicht. Und lässt es dabei bewenden. Mehr muss ein Italiener dazu auch nicht sagen ...
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